VIENNA,AUSTRIA,15.NOV.20 - SOCCER - UEFA Nations League, OEFB international match, Austria vs Northern Ireland. Image shows a ball with a face mask infront of the Ernst Happel stadium. Photo: GEPA pictures/ Philipp Brem

Was passiert bei einem Corona-Fall während der EM?

via Sky Sport Austria

Was passiert bei einem Corona-Fall während der Europameisterschaft? Die UEFA hat mit gesonderten Regeln vorgesorgt. Ein Überblick.

Wie verändert sich die Europameisterschaft durch Corona?

Die Durchführung der Europameisterschaft wird durch die Pandemie komplizierter als je zuvor. Die Veranstalter und auch die einzelnen Teams müssen deutlich mehr Dinge als sonst beachten. Leitfaden für die Austragung des Turniers ist das 40-seitige Return to Play Protocol der UEFA, das seit Wiederaufnahme des Spielbetriebs im vergangenen Sommer mehrmals aktualisiert wurde. Darin sind neben den ohnehin gängigen Hygienemaßnahmen beispielsweise auch das Testprozedere oder das Abschotten der Mannschaften in sogenannten Blasen vorgegeben. Dazu gilt es die verschiedenen lokalen Bestimmungen der elf Gastgeberländer zu beachten.

Wie funktioniert das Testprozedere?

Die Abläufe sind von der UEFA klar vorgeschrieben. Alle Spieler und sonstigen Teammitglieder einer Nation müssen sich am Tag vor der Anreise zu einem Spielort noch in ihrem Quartier einem PCR-Test unterziehen. Liegt dieser Termin mindestens drei Tage vor der Partie, muss es vor Ort eine weitere Testreihe 24 bis 48 Stunden vor Anpfiff geben. Maximal dürfen vier Tage zwischen zwei Testungen liegen.

Genesene, teilweise oder vollständig Geimpfte werden nicht von der Testpflicht ausgenommen. Bei einem Verdachtsfall sind unverzüglich sofortige weitere Testreihen durchzuführen. Bei einem positiven Test entscheiden die jeweiligen lokalen Behörden über mögliche Kontaktpersonen und die Anordnung von Quarantänemaßnahmen. Viele Nationen führen neben den vorgeschriebenen PCR-Tests freiwillig tägliche Schnelltests durch.

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Was ändert sich für Franco Foda und die anderen Teamchefs?

Foda und Co. können auf eine größere Auswahl an Spielern zurückgreifen. Die Kader wurden für die Europameisterschaft von 23 auf 26 Spieler aufgestockt. Damit soll das Risiko verringert werden, dass Mannschaften wegen angeordneter Quarantänemaßnahmen nicht zu einer Partie antreten können. Bei den einzelnen Partien dürfen weiterhin nur 23 Spieler auf dem Spielberichtsbogen stehen, drei Profis müssen jeweils auf der Tribüne Platz nehmen. Dies können allerdings von Begegnung zu Begegnung andere Spieler sein.

Bis zum ersten Turnierspiel einer Mannschaft können wegen Verletzungen oder Corona noch Änderungen am 26er Kader vorgenommen werden. Torhüter können gemäß neuem Regelwerk sogar während des kompletten Turniers ausgetauscht werden. Auch für Schiedsrichter greift eine Sonderregel, wonach bei coronabedingtem Ausfall eines Unparteiischen kurzfristig ein Referee aus einem der am Spiel beteiligten Länder einspringen darf.

Corona-Test oder Impfpass für Spiele in Wembley nötig

Was passiert bei einer Mannschaftsquarantäne?

Eine Mannschaftsquarantäne wäre ein absolutes Horrorszenario. Mit den Hygienemaßnahmen sowie dem Bubble-Konzept soll unbedingt verhindert werden, dass bei einem Coronafall gleich eine größere Gruppe von den lokalen Behörden in Isolation geschickt wird. Gemäß UEFA-Regularien müssen einer Mannschaft zur Durchführung einer Partie mindestens 13 Spieler einschließlich eines Torwarts zur Verfügung stehen.

Ist dies nicht der Fall, kann ein Spiel um bis zu 48 Stunden nach hinten verschoben werden. Falls auch das nicht funktioniert, entscheidet die UEFA-Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkammer CEDB über die Wertung des Spiels. Die Partie wird dann mit 0:3 gegen die Nation gewertet, die aufgrund der angeordneten Quarantänemaßnahmen nicht genügend Spieler aufbieten konnte.

Die spanische Nationalmannschaft hat kurz vor EM-Start den nächsten Coronafall zu verzeichnen. Nach Kapitän Sergio Busquets ist auch Verteidiger Diego Llorente positiv auf das Virus getestet worden, wie der spanische Verband RFEF mitteilte.

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Wie sieht es in Sachen Corona-Impfung aus?

Die Impffrage wurde nicht zentral von der UEFA geregelt, es gibt auch keine Impfpflicht. Stattdessen kann jeder Verband selbst über die Impfung seiner Spieler entscheiden. Einige Landesverbände wie Belgien, Polen oder Italien führten in Abstimmung mit den lokalen Behörden geschlossene Impfungen des gesamten Kaders und Mitarbeiterstabs durch. Auch die Niederlande hatte dies vor, allerdings lehnten sechs der 26 Spieler eine Impfung ab.

Der ÖFB verzichtete auf eine Durchimpfung seines EURO-Kaders. Laut Teamarzt Michael Fiedler wollte man nicht das Risiko eingehen, dass Spieler an Nebenwirkungen laborieren und dadurch wertvolle Trainingszeit verlieren. Das ändert nichts daran, dass so manches Kadermitglied, organisiert über den jeweiligen Verein, schon vor der Ankunft im EM-Trainingscamp in Bad Tatzmannsdorf ein Vakzin erhalten hat.

Vom ÖFB gibt es mit Hinweis auf den Datenschutz keine Angaben darüber, welche Spieler bereits geimpft sind. Die betreffenden Kicker müssen sich in der Corona-“Bubble” weiterhin an sämtliche Vorgaben halten – im UEFA-Protokoll rund um die EM sind nämlich keine Vorteile für Geimpfte vorgesehen.

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(SID)/Bild: GEPA