KITZBUEHEL,AUSTRIA,19.JAN.16 - ALPINE SKIING - FIS World Cup, downhill training, men. Image shows Mattia Casse (ITA). Photo: GEPA pictures/ Daniel Goetzhaber

Italienisches Team gibt Rätsel auf – Reichelt will analysieren

via APA
Kitzbühel (APA) – Nicht die Top-Favoriten Aksel Lund Svindal und Hannes Reichelt, sondern Mattia Casse und Christoph Innerhofer aus dem italienischen Team haben am Donnerstag im zweiten Training für die Weltcup-Abfahrt in Kitzbühel den Ton angegeben. “Innerhofer gehört analysiert, der hat sich heute sehr aufgedrängt, er ist sicher jetzt der Top-Favorit da runter”, sagte Reichelt noch vor der Fahrt von Casse.

Casse kam mit Startnummer 47 und stellte das Klassement noch einmal auf den Kopf. Freilich war er “sehr glücklich” mit der Fahrt auf der Streif, sieht sich aber eigentlich besser im Super-G aufgestellt. Da war der 25-Jährige in diesem Winter bereits Vierter in Beaver Creek. Aber auch schon im ersten Kitzbühel-Training war er als Fünfter bereits flott unterwegs gewesen, der Hahnenkamm scheint ihm zu liegen.

“Ich fühle mich wieder wohl auf den Ski, es hat sich schon in den letzten Wochen abgezeichnet, dass es besser und besser ging. Spaß haben ist immer das Rezept, um schnell zu sein”, meinte Innerhofer, für den Svindal der Favorit bleibt. Dieser hatte als Sechster 1,29 Sekunden Rückstand auf Casse. “Es war ein bisschen schneller im unteren Teil, und das Licht war nicht sehr gut heute. Deshalb war es ein bisschen schwieriger zu fahren. Ansonsten ist der Kurs in einem guten Zustand”, meinte der Norweger.

Reichelt lag als Zwölfter 1,54 zurück, bezeichnete seine Fahrt als “okay”, er habe aber mehr am Limit fahren wollen. “Das ist mir nicht geglückt.” Bester Österreicher in der Wertung war Vincent Kriechmayr als Dritter (1,03), allerdings hatte er ein Sternderl neben seinem Namen, das für Torfehler (Ausfahrt Traverse) stand. “Phasenweise war es okay. Oben habe ich viel Zeit verloren. Es sollte eigentlich so sein, dass ich im technischen Teil wenig verliere. Ich werde am Video schauen, wie es der Innerhofer gemacht hat, vielleicht kann ich ein bisserl was kopieren.”

Stark fuhr wieder der Franzose Adrien Theaux als Vierter (+1,07). “Es war ein bisschen schwieriger zu fahren als am Dienstag und ich bin ein paar Passagen anders gefahren. Aber ich bin zufrieden”, sagte der Sieger von Santa Caterina. Unmittelbar hinter ihm landete Steven Nyman aus den USA (1,16). “Es war ein bisschen schlagiger heute, aber dafür war das Licht etwas besser. Ich bin im Großen und Ganzen wirklich gut gefahren.”

Die Österreicher haben noch viel Luft nach oben, es blieb weiters nur der Salzburger Patrick Schweiger als 15. mit 1,63 unter einem Rückstand von zwei Sekunden. Erschwerend kommt hinzu, dass sich nach Max Franz am Dienstag nun auch noch Florian Scheiber verletzt hat. Er kam in der Traverse zu Sturz und erlitt einen Riss des vorderen Kreuzbandes sowie einen Riss des inneren und äußeren Meniskus im rechten Knie. Ins Spital musste auch der österreichische Coach Martin Sprenger, der beim Besichtigen weggerutscht war.

Eine besondere Einlage bot Beat Feuz am Zielsprung mit einem “grab” an dem Ski wie aus der Freestyle-Szene. “Es ist mir spontan bei der letzten Kurve eingefallen, es hat keine speziellen Hintergrund. Im Rennen mache ich das nicht”, meinte der Schweizer. Die vielen Zuschauer waren von der Action begeistert.

Beitragsbild: GEPA Pictures