SANKT MORITZ,SWITZERLAND,17.FEB.17 - ALPINE SKIING - FIS Alpine World Ski Championships, giant slalom, men. Image shows the rejoicing of Roland Leitinger (AUT), president Peter Schroecksnadel (OESV) and Marcel Hirscher (AUT). Photo: GEPA pictures/ Andreas Pranter

Österreichs Herrenteam setzte sich wieder deutlicher ab

via Sky Sport Austria

Aspen (APA) – Österreichs alpine Ski-Herren sind erfolgreicher durch den Weltcupwinter gekommen als zuletzt. Der Abstand in der Nationenwertung zu den Verfolgern Frankreich und Norwegen wurde deutlich vergrößert, vor dem abschließenden Slalom in Aspen standen 11 Siege, 13 zweite und 3 dritte Plätze zu Buche, in der Vorsaison waren es bei acht Einzelrennen mehr 8/13/8. Überragender Athlet war Marcel Hirscher.

Über die “größere Kluft” zu den Mitbewerbern freute sich Herren-Rennsportleiter Andreas Puelacher. “Das Gesamtbild zeigt, dass wir uns in eine gute Richtung entwickeln”, sagte der Tiroler im Gespräch mit der APA – Austria Presse Agentur. Generell wünscht er sich aber mehr Konstanz, sowohl was jene in den Läufen betrifft – nur starke Teilzeiten in den Speedrennen seien zu wenig – als auch bei den Technikern jene über den gesamten Winter. Die Herren-Wertung im Nationencup wurde zum 25. Mal in Folge gewonnen.

In der Abfahrt steuerten Routinier Hannes Reichelt und als Premierensieger Max Franz, der auch bei der WM Bronze eroberte, erste Plätze bei, im Super-G schlugen Matthias Mayer und Reichelt zu. “Die Mannschaft fährt schnell Ski, aber wir sind zu unkonstant, zu fehleranfällig, das ist ein Kritikpunkt, das müssen wir in den Griff bekommen”, weiß Puelacher, wo es anzusetzen gilt.

In den technischen Bewerben überragte der nunmehr sechsfache Gesamtweltcupsieger Hirscher als Gewinner der Riesentorlauf- und Slalomkugel alles, mit Michael Matt gibt es im Torlauf aber auch ein neues Siegergesicht. Bei der WM jubelten jeweils hinter Hirscher im Riesentorlauf Roland Leitinger und im Slalom Manuel Feller über die Silbermedaillen.

“Im Riesentorlauf hat sich Leitinger entwickelt. Bei Feller ist es ein Auf und Ab, schön langsam stabilisiert er sich. Der Abstand zu den Franzosen hat sich verringert, wir gehören zu den Topnationen”, sagte Puelacher. Im Slalom sei es das gleiche Spiel, da liegt das ÖSV-Team im Nationencup nach Disziplin wie in den zwei Speedbewerben aber an erster Stelle. “Noch etwas mehr Konstanz in die Mannschaft zu bekommen, ist das Ziel. Dann bin ich überzeugt, sind wir überall voll dabei.”

Im Europacup eroberten Johannes Kröll (Abfahrt), Niklas Köck (Super-G) und Daniel Danklmaier (Kombination) Fixplätze für die nächste Weltcupsaison. Im Slalom war die Entscheidung noch offen. Auch mit der Junioren-WM durfte Puelacher zufrieden sein, Slalom-Gold gab es durch Adrian Pertl, Super-G-Silber und Abfahrts-Bronze durch Raphael Haaser. Auf dem Trainersektor dürfte es für die nächste Saison keine größeren Änderungen geben. Puelacher will aber Verschiebungen bei der Gruppeneinteilung der Athleten vornehmen.

Eine große Änderung kommt auf die Riesentorläufer zu, der Radius der Ski wird auf 30 Meter verkürzt. “Dafür braucht man gute Testtage, das kann man nicht auf Gletscherschnee machen. Da muss man in die südliche Hemisphäre denken, nach Neuseeland, Chile oder Argentinien. Es wird eine Challenge für uns”, blickte Puelacher auf die Sommer-Vorbereitung.

Dass es wie bei der vorherigen Materialumstellung wieder einen Athleten wie damals den US-Amerikaner Ted Ligety geben werde, der die Szene dominiert, glaubt Puelacher nicht. “Es wird leichter, die Schwünge zu fahren, aber viel wird auch von der Kurssetzung abhängen.”

Österreichs Herren-Chef kann sich vorstellen, dass wieder mehr Athleten aus dem Speedbereich in den Riesentorlauf zurückkehren, er denkt im eigenen Lager an Mayer, Vincent Kriechmayr und Hannes Reichelt, so es dessen Rücken zulässt.

Nicht mehr mit dabei sind im kommenden Winter Klaus Kröll, Georg Streitberger und Christoph Nösig, die ihre Karriere beendet haben.

Beitragsbild: GEPA