Beobachtung von oben: Nagelsmann erklärt Plan mit “Wachturm“

via Sky Sport Austria

Julian Nagelsmann krempelt RB Leipzig um. Der Coach ergreift spezielle Maßnahmen, um das Training seiner Spieler zu beobachten.

Auf dem Trainingsgelände von RB Leipzig tut sich etwas. Julian Nagelsmann hat sich einen Beobachtungsturm aufbauen lassen, mit dem er das Training seiner Schützlinge überwacht. „Das ist erstmal ein provisorischer Turm. Wir bauen dort noch zwei große Leinwände hin. Der richtige Turm kommt erst, wenn die Leinwände dahin kommen“, sagt Nagelsmann im Sky Interview.

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Der Plan mit den Leinwänden leuchtet ein. Der RB-Coach will seinen Spielern „die Szenen gleich am Platz zeigen“. Das hatte der 32-Jährige bereits in Hoffenheim gemacht. Für den Coach ist die Vogelperspektive wichtig, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. „Die Grundidee ist die, eine andere Perspektive zu haben. Die gleiche Ansicht wie die Spieler zu haben, ist oft sehr hinderlich, um wirklich taktisch etwas zu sehen. Auch im Spiel ist das häufig die Schwierigkeit“, erklärt der Trainer der Roten Bullen.

Nagelsmann hat von oben einen besseren Überblick. „Vor allem in ausländischen Stadien, wo die Bank manchmal noch niedriger ist als das Spielfeld, ist es sehr schwierig, Räume, Passfenster oder auch Zahlenverhältnisse zu erkennen, um den Jungs dann etwas Richtiges an die Hand zu geben. Von daher ist es gerade bei großtaktischen Formen, wo viele Spieler beteiligt sind, manchmal ratsam, eine höhere Perspektive zu haben“, meint Nagelsmann.

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Dass seine Methoden durchaus wirksam sind, hat RB in dieser Saison bereits bewiesen. Die Sachsen belegen nach sieben Spielen mit 14 Punkten Platz vier in der Tabelle. „Wir haben vielleicht in den ersten vier oder fünf Spielen zu viele Punkte geholt für die Spiele, die es dann tatsächlich waren. Da waren einige Partien auf der Kippe, die wir auch hätten verlieren können, die wir aber gewonnen haben. Jetzt zuletzt war es so – sowohl in der Champions League als auch in der Bundesliga – dass wir die Ergebnisse nicht mehr so eingefahren haben, sie aber doch verdienter gewesen wären als vielleicht noch zu Beginn der Saison“, resümiert der frühere Hoffenheim-Coach.

Zwar haben die Niederlagen gegen den FC Schalke 04 (1:3) und gegen Olympique Lyon (0:2 in der Champions League) die Euphorie um den Klub etwas gedämpft, doch Nagelsmann weiß diese Pleiten einzuordnen. „Gerade wenn man sich die Spiele gegen Schalke oder Leverkusen ansieht, wo wir zu Beginn extreme Chancen hatten und gerade in Leverkusen zur Pause hätten extrem hoch führen können. Am Ende haben wir dort nach 0:1-Rückstand zum Glück noch einen Punkt holen können. Das waren etwas unglückliche Ergebnisse“, bilanziert Nagelsmann.

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Der neue Cheftrainer der Roten Bullen will nicht alles über den Haufen werfen, was Ralf Rangnick aufgebaut hat. „Hier gab es lange Zeit eine prägende Art zu spielen, die wir nach wie vor versuchen zu pflegen. Es kommt aber natürlich auch etwas Neues rein“, so der Leipziger Coach, der noch viel Arbeit sieht.

„Es dauert alles seine Zeit. Wir sind auf einem guten Weg. Es wäre auch verwunderlich, wenn jetzt schon alles perfekt wäre. Das wäre auch als Trainer teilweise langweilig, weil du dann nicht mehr so viel zu tun hättest.“ Langweilig wird es den Spielern von Nagelsmann im Training bestimmt nicht. Schließlich lässt er sich ständig etwas Neues einfallen, um die Leistung seiner Schützlinge weiter zu optimieren.

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Beitragsbild: Gettyimages