1. FC Köln verurteilt Fan-Randale – Club droht harte Strafe – DFB ermittelt

via APA

Mönchengladbach (APA/dpa) – Zorn und Fassungslosigkeit beim 1. FC Köln: Nach dem Platzsturm am Ende des 0:1 bei Borussia Mönchengladbach, dem Abbrennen von Pyrotechnik und dem Entzünden von Böllern drohen dem Club drastische Strafen bis zu einem Geisterspiel. Manager Jörg Schmadtke war regelrecht angewidert, Gladbachs Sportdirektor Max Eberl verglich die Randalierer am Samstag im ZDF mit “wilden Tieren”.Wenige Stunden nach dem Match distanzierte sich der Club von Trainer Peter Stöger und ÖFB-Teamspieler Kevin Wimmer “ohne Wenn und Aber” von den unrühmlichen Vorfällen. Dem FC und seinen ansonsten “großartigen Fans” sei “massiv” geschadet worden. In einer Phase, in der die Kölner mit dem DFB in einem Austausch über angemessene Strafen und die richtige Bewertung von Fan-Arbeit sind, seien die Vorkommnisse “ein schwerer Rückschlag, der den Club enttäuscht und ärgert”.

Schmadtke ließ schon wenige Minuten nach der Niederlage und dem hässlichen Ende wissen, dass Köln – nicht zum ersten Mal – mit harten Strafen rechnen muss: “Die wird schon deutlich werden.” Auch die Borussia muss wegen mangelnder Platzaufsicht mit einer Bestrafung rechnen, obwohl die Aktion der rund 25 Vermummten nur aus dem Kölner Block kam.

“Das ist der bitterste Tag, seit ich hier bin”, sagte Trainer Stöger dem “Express”. Außerdem meinte der Wiener, er könne “mit solchen Dingen nichts anfangen. Das kann ich nicht gut heißen – das ist bitter, mindestens so bitter wie das 0:1.”

Die Kölner wollen nun bei der Täterermittlung aktiv werden und die Verursacher “konsequent sanktionieren”. Zudem behalte sich der Verein “weitere, harte Schritte gegen die beteiligten Gruppierungen vor”.

Die Spieler eilten in die Kabine, als die Vermummten, bekleidet mit weißen Overalls, praktisch mit dem Schlusspfiff ein Fluchttor stürmten und auf das Feld rannten. Es gab heftige Rangeleien, Fußtritte und Faustschläge. Bei den Ausschreitungen wurden ein Polizist und mehrere Ordner verletzt. Zwei der Krawallmacher wurden nach Angaben eines Polizeisprechers vorübergehend festgenommen, von mehreren anderen FC-Fans hätten die Beamten die Personalien festgestellt. Die Abreise der Anhänger sei ohne Zwischenfälle verlaufen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Kölner Hooligans dem Verein extrem schaden. Im März 2014 war der damalige Zweitligist wegen ähnlicher Vorkommnisse vom DFB zu einer 50.000-Euro-Strafe und einem für neun Monate zur Bewährung ausgesetzten Zuschauer-Teilausschluss verurteilt worden. Dem FC war seinerzeit vom Sportgericht kein Verschulden zugesprochen worden.

Beim jüngsten Abstieg der Kölner am 5. Mai 2012 hatte es nach dem 1:4 gegen Bayern München ähnliche Randale gegeben. Damals hatte Schiedsrichter Florian Mayer die Partie einige Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit beendet, damit die Profis beider Teams, die vor einer schwarzen Rauchwolke und einem Fan-Mob flüchteten, sicher in die Kabinen kommen konnten.

UPDATE:

(SID) Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wird nach den Ausschreitungen nach dem Bundesliga-Derby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln (1:0) Ermittlungen einleiten. Dies bestätigte der DFB dem SID.

Im ersten Schritt werden beide Vereine Anfang der Woche angeschrieben und zu Stellungnahmen aufgefordert. Zur weiteren Zeitschiene und möglichen Sanktionen könne derzeit keine Auskunft gegeben werden, hieß es beim Verband.

SID hs tl