Schachner blickt auf Sieg von 1978 zurück: „Wurde unter Eckfahne begraben“

Mit einem legendären Tor legte Walter „Schoko“ Schachner bei der WM 1978 den Grundstein zu Österreichs historischem 2:1-Sieg über Spanien – dem bisher einzigen einer ÖFB-Auswahl gegen Spanien in einem Pflichtspiel überhaupt.

Während anderen Ex-ÖFB-Teamspielern der Rückblick auf Duelle mit den Iberern eher Schweißperlen auf die Stirn treibt, denkt Schachner nur allzu gern an jenen 3. Juni in Buenos Aires zurück: „Die Mitspieler haben mich beim Cornerfahndl unter sich begraben.“

Schachner und Krankl treffen

Vor der Neuauflage des WM-Duells am Donnerstag in Los Angeles lohnt es sich, die Bilder von damals in Erinnerung zu rufen. Schachner krönt seinen Sololauf in der 10. Minute des Auftaktspiels in Buenos Aires mit einem wuchtigen Schuss ins obere kurze Eck. Jubelnd dreht der damals bei Leoben kickende Stürmer Richtung Ecke ab, wo sich die Mitspieler auf ihn werfen. Die Basis für einen unerwarteten Erfolg ist gelegt, nach dem Ausgleich gelingt Hans Krankl in der 76. Minute der Siegtreffer. Österreich schlägt in der Folge Schweden 1:0 und steht nach einem 0:1 gegen Brasilien in der zweiten Runde.

Unvergessliche Momente für den damals 21-jährigen Walter Schachner – vor allem im Rückblick. „Ich war der ‚kleine Steirer aus St. Michael‘ (i.d. Obersteiermark, Anm.). Ich war Betriebselektriker bei der Alpine, habe das alles gar nicht so registriert; erst etwas später. Man muss sich das vorstellen: In meiner Heimat hat es danach einen Autokorso, organisiert von meinen Arbeitskollegen, gegeben“, sagte der Steirer zur APA. Eine Szene, unvorstellbar im heutigen, durchprofessionalisierten Millionenbusiness.

„Wir können eh nur noch gewinnen“

Die klare Favoritenrolle Spaniens sei ihm damals zwar bewusst gewesen, dennoch sei er relativ locker an die Sache herangegangen. Und das sei auch diesmal der Schlüssel. „Man soll einfach unbekümmert sein, wir können eh nur noch gewinnen“, meinte der 69-Jährige. Er ist überzeugt, „dass es eine Chance gibt. Es ist nur ein Spiel“, sagte Schachner im Hinblick auf die Chancen in einer K.o.-Partie. „Wenn wir eine Topform zeigen und sie nicht so, so wie gegen die Kapverden.“ Gegen den Außenseiter hatten die Spanier zum WM-Auftakt nur 0:0 gespielt.

Der ehemalige Italien-Legionär und spätere Meister-Trainer des GAK outete sich als „Fan des Nationalteams. Es ist ein tolles Team mit Spielern in den besten Ligen Europas.“ Dass spielerische Glanzpunkte bei der WM bisher ausblieben, wollte aber auch er nicht verhehlen. „Wir haben Luft nach oben“, befand Schachner, dem einer besonders abgeht – der verletzte Christoph Baumgartner. „Baumi ist für das Team einer der wichtigsten Spieler, wenn nicht der wichtigste.“

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