90 Rennen, 10 Kugeln – Der Weltcup ist in den Startlöchern

Ungeachtet dessen, ob Natur oder Athletinnen und Athleten bereit sind, steht die neue alpine Ski-Weltcup-Saison in den Startlöchern. Die US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin und der Schweizer Marco Odermatt sind erneut als Anwärter auf die große Kugel zu betrachten. Insgesamt bietet der schnörkellose Kalender 90 Saisonrennen auf, es gibt weder Kombinationen noch Team- oder Parallelbewerbe. Begonnen wird mit jeweils einem Riesentorlauf pro Geschlecht in Sölden.

Dass der Auftakt auf dem Gletscher erfolgt, hat Tradition. Hitzig diskutiert wird von höchsten Politikkreisen bis hin zu Klima-Aktivisten allerdings, wie zeitgemäß das Unterfangen noch ist. Die Rennstrecke auf dem Rettenbachferner ist dank Depot-Schnee trotzdem fertigpräpariert, die Fans sind im Anmarsch und abzuholen gibt es für die Läuferinnen und Läufer wie bei jedem Rennen 100 Punkte für den Sieg.

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Läuft alles plangemäß, kommen die Männer im Winter auf 13 Abfahrten, 8 Super-G, 11 Riesentorläufe und 13 Slaloms. In Österreich macht der Tross nach Sölden noch Station in Gurgl (November), in Kitzbühel und Schladming (Jänner) sowie im März beim eineinhalbwöchigen Saisonfinale in Saalbach-Hinterglemm. Aus Gesamtsicht ist hervorzuheben, dass mit Beaver Creek im Dezember, Palisades Tahoe im Februar sowie im Anschluss Aspen im März wieder zweimal Reisetaschenpacken für die USA ansteht.

Die Frauen unterbrechen ihren Europa-Weltcup für Killington im November und im Anschluss Tremblant (Kanada) im Dezember. In der Alpenrepublik sind die Athletinnen zusätzlich zu Auftakt und Finale noch im Dezember in Lienz und im Jänner in Zauchensee und Flachau zu sehen.

Fokus auf Kerndisziplinen

Sie kommen ebenfalls gesamt auf 45 Rennen, verteilt auf 12 Abfahrten, 11 Super G, 11 Riesentorläufe und 11 Slaloms. Mit 23 Speedrennen und 22 Technikrennen besteht ein leichter Speedüberhang, bekanntlich fallen die Hochgeschwindigkeitsrennen aber eher wetterbedingt aus. Bei den Männern sind die Techniker mit 24:21 im Vorteil.

2022 und 2023 bilanzierte der ÖSV mit einer Null an Kugelgewinnen, ein drittes Mal in Folge soll das nicht passieren. Insgesamt gab es 2022/23 nur 7 Siege, 10 zweite und 8 dritte Plätze zu verzeichnen, gemessen an Podestplatzierungen war es die schlechteste Saison seit 1984/85. Es wurden die wenigsten Siege seit 1986/87 eingefahren. Im Nationencup trat der Fall ein, dass Österreich erstmals weder bei Frauen noch Männern in den Top 2 landete.

„Der Alpinsport ist unser Flaggschiff. Unser Anspruch sind mehrere Siege und Disziplinenwertungen – also Kugeln – zu gewinnen“, hatte ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober im Gespräch mit der APA – Austria Presse Agentur klare Worte gefunden. Bei den von Cheftrainer Roland Assinger motivierten Frauen rechnet sich Speed-Ass Cornelia Hütter Chancen aus, bei den Männern sollten Marco Schwarz, Vincent Kriechmayr oder Manuel Feller mitmischen können.

„Bei den Männern erhoffen wir uns, dass wir mehr aufs Stockerl fahren und das eine oder andere Rennen mehr gewinnen. Auch wenn Seriensiege wie von (Marcel) Hirscher sicher schwierig sind“, sagte Alpinchef Herbert Mandl kürzlich. Bei den Frauen sei das Speed-Team schlagkräftig genug für regelmäßige Podestplatzierungen aufgestellt. Am meisten Luft nach oben, aber nicht unbedingt viele Podestläuferinnen sieht Mandl im Technik-Bereich. „Aber auch hier erwarte ich mir einen deutlichen Schritt nach vorne.“

Finale in Saalbach-Hinterglemm als Höhepunkt

Einen Schritt machte auch der Weltverband FIS, indem er die finale Veranstaltung auf zwei Wochenenden in die Länge zog. Gastgeber ist wegen der ebendort 2025 folgenden WM für einen Probegalopp auf höchstem Niveau Saalbach-Hinterglemm. Für 16. und 17. März sind jeweils Slalom und Riesentorlauf angesetzt, die Super-G und Abfahrten folgen von 22. bis 24.

„Das ist eine brutale Bereicherung für den Skisport. Wenn du Mitte der Woche um die Super-G- oder Abfahrtskugel fährst, geht das unter. Das Event auf zwei Wochenenden aufgeteilt ist eine gelungene Aktion und gibt Spielraum, falls es zu Verschiebungen kommt. Ich hoffe, das behalten sie so bei, ich finde das sehr positiv und spannend, damit sind alle sehr zufrieden“, sagte ÖSV-Männer-Cheftrainer Marko Pfeifer zur APA.

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(APA)/Bild: GEPA