Absichtliche Gelbe Karten? Bayern-Duo droht längere Sperre

Der FC Bayern hat mit einer beeindruckenden Leistung Kurs aufs Viertelfinale der Fußball-Champions-League genommen. Durch den 6:1-Auswärtssieg am Dienstag gegen Atalanta Bergamo ist der Aufstieg in die Runde der letzten acht nur noch Formsache.

Die Bayern hingegen zeigten sich nach ihrem gelungenen Auftritt in Bergamo berauscht. „Besser geht es nicht. Topspiel, top Ergebnis“, bilanzierte Aleksandar Pavlovic. Kapitän Joshua Kimmich ergänzte: „Die Art und Weise war sehr stark. Wir wussten, dass wir ihnen richtig wehtun können.“ Angesichts der drückenden Überlegenheit musste der zuletzt leicht angeschlagene Torjäger Harry Kane erst gar nicht eingesetzt werden, Konrad Laimer blieb zur Pause in der Kabine.

HIGHLIGHTS | Atalanta Bergamo – FC Bayern | Achtelfinal-Hinspiel

Trotzdem war bei den Bayern nicht alles eitel Wonne. Joshua Kimmich und Michael Olise sahen gegen Atalanta wegen Zeitspiels jeweils ihre dritte Gelbe Karte und fallen damit für das kaum mehr relevante Rückspiel aus, wären aber im Viertelfinal-Schlager gegen Manchester City oder Real Madrid dabei – oder auch nicht.

Die UEFA erklärte zwar auf dpa-Anfrage, dass entsprechend den Regeln Kimmich und Olise im Rückspiel gesperrt sind. Gleichzeitig betonte aber ein Sprecher des Kontinentalverbandes, dass die offiziellen Spielberichte der Partien am Dienstag derzeit geprüft werden: „Sobald Vorfälle gemeldet werden, werden Verfahren eingeleitet. Sollten diese zu Disziplinarmaßnahmen führen, werden diese auf der UEFA-Disziplinar-Homepage veröffentlicht.“ Das könne in den kommenden Tagen erfolgen.

Keine Angst vor längeren Sperren für Kimmich und Olise

Sorge vor einer längeren Sperre war beim deutschen Rekordmeister nach dem Spiel nicht zu vernehmen. „Wir haben geführt, wir haben auf Zeit gespielt, dann bekommst du Gelbe Karten“, sagte Sportvorstand Max Eberl. Die UEFA hatte einst Real Madrids Kapitän Sergio Ramos für zwei Partien in ihren Wettbewerben gesperrt, weil er sich im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Ajax Amsterdam eine Gelbe Karte abgeholt hatte.

Ramos hatte nach dem Spiel allerdings auch eingeräumt, eine Verwarnung provoziert zu haben. Derartiges war von Kimmich und Co. nicht zu hören. „Generell bin ich schon einer, der jedes Spiel machen möchte“, sagte Kimmich und wies auf den Gegenspieler hin. „Ich glaube, wenn der nicht durchdreht, dann gibt es auch keine Gelbe Karte. Ich habe schon lange gebraucht, wollte jetzt nicht ins Pressing reinspielen. Ich habe zu lange gebraucht, auf jeden Fall. Ich glaube trotzdem, wenn der nicht auf mich zustürmt, lässt der Schiri es vielleicht durchgehen.“ Absichtlich habe man sich die Verwarnung nicht abgeholt, sagte Kimmich. „Unnötiges Zeitspiel auf jeden Fall. Am Ende haben wir jetzt die Quittung, dürfen nicht mitspielen, fertig.“

Leichte Entwarnung bei Musiala

Allerdings droht den Bayern noch weiteres Ungemach. Der Kanadier Alphonso Davies zog sich drei Monate vor seiner Heim-WM eine Verletzung zu und wurde mit Tränen in den Augen ausgewechselt. Zudem musste Keeper Jonas Urbig, der den an einem Muskelfaserriss laborierenden Manuel Neuer ersetzte, mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Spital. Am Samstag gegen Leverkusen wird wohl der dritte Goalie Sven Ulreich im Tor der Münchner stehen.

Offenbar glimpflich kam Jamal Musiala davon. „Er hat irgendetwas am Knöchel gespürt, aber nichts Schlimmes, nichts Dramatisches. Da scheint es mir am wenigsten schlimm zu sein“, lautete die Einschätzung von Sportvorstand Max Eberl. Trainer Vincent Kompany meinte mit Blick auf die Verletzungen: „Es ist schade. Wir dürfen uns das Momentum aber nicht wegnehmen lassen.“

(APA/Red.).

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