Adi Hütter erster österreichischer Meistertrainer im Ausland seit 20 Jahren
Wien (APA) – Meistertitel für österreichische Fußball-Trainer im Ausland waren in jüngerer Vergangenheit eine Seltenheit. In den vergangenen 33 Jahren haben lediglich Rolf Fringer in der Schweiz und Josef Hickersberger im arabischen Raum Clubmannschaften zum Titel in einer höchsten Spielklasse geführt. Am Samstag folgte der Vorarlberger Adi Hütter mit den Young Boys Bern.
Nach dem Krieg bis in die 80er-Jahre haben sich dagegen viele große österreichische Trainer-Legionäre in Meisterlisten eingetragen. Max Merkel führte in Deutschland zunächst 1860 München (1966) und den 1. FC Nürnberg (1973) zum Titel, danach folgte noch ein Triumph in Spanien mit Atletico Madrid (1973.). Edi Frühwirth holte 1958 mit Schalke 04 die bisher letzte Meisterschale der „Königsblauen“, die bisher letzten Meistertitel in Deutschland gewann Ernst Happel 1982 und 1983 mit dem Hamburger SV.
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Happel schaffte zudem in Belgien mit Club Brügge den Titel-Hattrick (1976, 1977, 1978) und war in den Niederlanden mit Feyenoord Rotterdam erfolgreich (1971). Mit Feyenoord wurden auch Franz Fuchs 1962 und Wilhelm Kment 1965 Meister. Zudem gewann Ajax Amsterdam seinen ersten Meistertitel 1957 unter der Leitung von Karl Humenberger.
Viele „österreichische“ Titel in den 50ern
Auch die Grasshoppers Zürich waren bei österreichischen Trainern oft in guten Händen. Karl Rappan, einst Erfinder des defensiven Spielsystems „Rappan-Riegel“, führte die Zürcher vor und während des Zweiten Weltkriegs zu fünf Meistertiteln und legte mit Servette Genf (1950) und Lausanne (1965) nach. Willi Hahnemann triumphierte mit den Grasshoppers 1956 ebenso wie Fringer 1998. Fringer, der in der Schweiz aufgewachsene Sohn eines Tirolers, holte auch mit Aarau 1993 den Meisterpokal.
Auch im hohen Norden feierten rot-weiß-rote Trainer einige Erfolge. In Schweden wurde Karl Adamek mit IFK Norrköping zweimal Meister (1956, 1957), ihm folgte im Jahr 1958 Walter Probst mit IFK Göteborg. Rudi Strittich gewann mit Esbjerg fB gleich viermal (1961, 1962, 1965, 1979) die dänische Meisterschaft.
In Griechenland war Walter Skocik mit PAOK Saloniki 1985 erfolgreich, die bis Samstag letzten Meisterwürden österreichischer Trainer-Legionäre gab es für Josef Hickersberger im arabischen Raum. Der ehemalige ÖFB-Teamchef wurde in Bahrain (1996 mit Al-Ahli), Katar (2002 mit Al-Ittihad) und den Vereinigten Arabischen Emiraten (2010 mit Al-Wahda) Meister.
Als Österreicher feierte auch Bela Guttmann große Triumphe. Der gebürtige Ungar, der in seiner Heimat Ujpest zu zwei Meistertitel geführt hatte, erhielt 1956 die österreichische Staatsbürgerschaft und wurde danach in Portugal 1959 mit dem FC Porto sowie 1960 und 1961 mit Benfica dreimal Meister.
Viele Erfolge gab es bereits in der Zwischenkriegszeit des vergangenen Jahrhunderts. So gewann etwa Hermann Felsner mit dem FC Bologna viermal den italienischen Meistertitel. In Deutschland holten Richard Kohn 1932 mit Bayern München (und später in den Niederlanden zweimal mit Feyenoord) den Titel, Heinrich Körner folgte 1933 mit Fortuna Düsseldorf.
Ein Überblick über österreichische Fußball-Trainer, die im Ausland Meister geworden sind (nach dem Zweiten Weltkrieg – ohne Gewähr auf Vollständigkeit):
Karl Adamek: 1956 und 1957 mit IFK Norrköping (SWE).
Rolf Fringer: 1993 mit FC Aarau und 1998 mit Grasshoppers Zürich.
Edi Frühwirth: 1958 mit Schalke 04.
Franz Fuchs: 1962 mit Feyenoord Rotterdam.
Bela Guttmann (ab 1956 österreichischer Staatsbürger): 1959 mit FC Porto, 1960 und 1961 mit Benfica Lissabon. Davor 1939 und 1947 mit Ujpest Budapest.
Willi Hahnemann: 1956 mit Grasshoppers Zürich.
Ernst Happel: 1971 mit Feyenoord Rotterdam, 1976, 1977 und 1978 mit Club Brügge, 1982 und 1983 mit Hamburger SV.
Josef Hickersberger: 1996 mit Al-Ahli (Bahrain), 2002 mit Al-Ittihad (Katar), 2010 mit Al-Wahda (VAE).
Karl Humenberger: 1957 mit Ajax Amsterdam.
Adi Hütter: 2018 mit Young Boys Bern.
Wilhelm Kment: 1965 mit Feyenoord Rotterdam.
Max Merkel: 1966 mit 1860 München, 1968 mit 1. FC Nürnberg, 1973 mit Atletico Madrid.
Walter Probst: 1958 mit IFK Göteborg.
Karl Rappan: 1950 mit Servette Genf, 1965 mit Lausanne-Sports. Davor: 1937, 1939, 1942, 1943 und 1945 mit Grasshoppers Zürich.
Walter Skocik: 1985 mit PAOK Saloniki.
Rudi Strittich: 1961, 1962, 1965 und 1979 mit Esbjerg fB (DEN)
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