Alaba in der Kritik: Reicht es noch für die ganz große Bühne?
Erstmals seit 2020 steht Real Madrid nicht im Halbfinale der Champions League. Besonders in die Kritik geraten ist dabei ÖFB-Star David Alaba. Der 32-Jährige erhielt zwar erneut den Vorzug auf der linken Seite gegenüber Teamkollegen Fran García, hatte jedoch – wie schon im Hinspiel – große Mühe mit Arsenals Flügelspieler Bukayo Saka.
Nach 399 Tagen ohne Einsatz auf dem Fußballplatz kehrte David Alaba am 19. Jänner dieses Jahres zurück auf das Spielfeld. Der ÖFB-Star absolvierte sein erstes Spiel für Real Madrid, nachdem er sich im Dezember 2023 einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. Doch der Weg zurück zur alten Form gestaltet sich schwieriger als erhofft. Alaba konnte bislang nicht nahtlos an seine Leistungen vor der Verletzung anknüpfen und sieht sich zunehmend mit Kritik konfrontiert. Hinzu kommen kleinere Blessuren, die den Linksverteidiger immer wieder aus dem Rhythmus bringen.
Spätestens nach der 0:3-Niederlage im Champions-League-Hinspiel gegen den FC Arsenal wurde die öffentliche Kritik lauter. Alaba hatte insbesondere mit dem schnellen Bukayo Saka seine Mühe: Der Engländer zwang ihn mehrfach in Laufduelle, die der 32-Jährige kaum für sich entscheiden konnte. Auch die körperliche Präsenz, scheint nach der langen Verletzungspause noch nicht vollständig zurück.
Für zusätzlichen Diskussionsstoff sorgte eine Szene vor dem ersten Arsenal-Tor: Alaba brachte Saka per Foul zu Boden – der darauffolgende Freistoß führte zum Treffer durch Declan Rice. Eine Aktion, die selbst intern nicht unkommentiert blieb. Madrids Torhüter Thibaut Courtois äußerte sich nach dem Spiel kritisch: „Rices Tore waren gut, aber es waren unnötige Fouls“, womit er auch auf Alabas Verhalten anspielte.
Im Rückspiel erneut überfordert
Auch im gestrigen Rückspiel, das Real Madrid wie schon das Spiel in London verlor, hatte David Alaba mit einigen Problemen zu kämpfen. Bereits nach dreieinhalb Minuten sah der Verteidiger nach einem schlecht getimten Tackling die Gelbe Karte. Im weiteren Spielverlauf konnte er nur einen einzigen Zweikampf für sich entscheiden und blieb auch offensiv weitgehend blass. Nach 61 Minuten war für den Österreicher Schluss – er wurde durch Fran García ersetzt.
Sky-Kommentator Martin Konrad übte deutliche Kritik an Alabas Auftritt: „Er ist nicht bei 100 Prozent. Die linke Verteidigerposition, das ist nicht mehr seine, und in der Innenverteidigung wird er im Moment auch nicht aufgestellt. Nach einem Kreuzbandriss Probleme zu haben, da ist er nicht der Einzige.“ Auch Sky-Reporter Michael Ganhör merkte an: „Ist nicht dieser David Alaba, den wir aus der Vergangenheit kennen.“
„Ein Schatten…“ – Sky-Duo analysiert Alaba-Auftritt gegen Arsenal
Bei Real unter den Topverdienern
Nicht nur auf internationaler Bühne, auch in Spanien hatte David Alaba in dieser Saison mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Besonders im Copa-del-Rey-Rückspiel gegen Real Sociedad erwischte der 106-fache Teamspieler keinen Sahnetag: Bei zwei Gegentoren war er maßgeblich beteiligt. Auch beim späten Siegtor Valencias im Estadio Bernabéu machte Alaba keine glückliche Figur als ihm Hugo Duro enteilte und zum 2:1 einköpfte.
Angesichts seiner Stellung als Topverdiener bei Real Madrid stellt sich immer mehr die Frage, ob der Klub im Sommer die Reißleine zieht und sich die Wege mit dem 32-Jährigen trennen könnten.
(Red.) Foto: Imago
