Alexander Kofler über die Last-Minute-Niederlage: „Gegen Salzburg ist es erst aus, wenn der Schiedsrichter abpfeift“
FC Red Bull Salzburg gegen RZ Pellets WAC endet mit 2:0. Die wichtigsten Stimmen zur Partie des 20. Spieltages der ADMIRAL Bundesliga bei Sky Sport Austria.
FC Red Bull Salzburg – RZ Pellets WAC 2:0 (0:0)
Schiedsrichter: Rene Eisner
Matthias Jaissle (Trainer FC Red Bull Salzburg):
…über das Spiel: „Es war spielerisch ein gutes Spiel. Wir haben uns eine Vielzahl an Chancen herausgespielt gegen eine starke Defensive von WAC und natürlich geht das Spiel solange, bis der Schiedsrichter abpfeift. Das haben wir am Mittwoch leider negativ zu spüren bekommen, aber heute haben wir es positiv ausgenutzt und nochmal zwei Tore zum Schluss der Partie gemacht. Wenn du dich nicht belohnst vor der Hütte, ist es immer ärgerlich. Da verzweifelt man vielleicht dann ein Stück weit als Trainer, weil man machtlos ist, aber umso freut es mich, dass es dann doch noch gereicht hat.“
Luka Sucic (FC Red Bull Salzburg):
…über das Spiel: „Wir haben ein gutes Spiel abgeliefert, waren klar dominant in beiden Halbzeiten und am Ende ist es umso schöner, wenn man es am Ende ausmacht.“
…über sein Tor: „Es freut mich umso mehr, weil es mein erstes Saisontor ist und wenn es noch die drei Punkte sind, dann ist es umso schöner.“
Andreas Ulmer (FC Red Bull Salzburg):
…über das Spiel: „Es war heute wichtig, dass bis zum Ende an den Sieg geglaubt haben und ich glaube, dass er absolut verdient war. Natürlich hätten wir gerne früher Tore geschossen, aber wir haben viel rausgespielt, waren sehr fleißig und haben viel umgesetzt, von dem, was wir uns vorgestellt haben. Leider hat es nicht früher für ein Tor gereicht, aber die drei Punkte haben wir geholt und das ist das, was zählt.“
Maximilian Wöber (FC Red Bull Salzburg) vor dem Spiel:
…über das 1:1 gegen FC Bayern München im Champions-League-Achtelfinalhinspiel: „Kein einziger Spieler im Kader hat ein Achtelfinale in der Champions League erlebt. Es war ein unglaublicher Moment, wie das Stadion gebebt hat. Es war wahrscheinlich der sportliche Höhepunkt für jeden einzelnen Spieler von uns. Natürlich tut das 1:1 in der 90. Minute sehr weh, aber es gibt auch einige Umschaltsituationen, wo noch viel mehr möglich gewesen wäre. Wir haben in der zweiten Hälfte in der einen oder anderen Situation den Ball einfach nur weggeschossen. Da hätten wir sicher noch drei, vier super Chancen kreieren können.“
…über die Arbeit gegen Robert Lewandowski im vergangenen Spiel gegen FC Bayern: „Er hatte sehr wenige Kontakte und wir haben ihm im Verbund mit der ganzen Mannschaft zugesetzt und geschaut, dass er keinen Ball annehmen kann und immer unter Druck ist. Das war von Anfang an der Matchplan. Wir wussten, dass wir keinem Bayern-Spieler genug Platz geben dürfen in den gefährlichen Zonen und das ist uns super gelungen.“
Zlatko Junuzovic (FC Red Bull Salzburg) in der Halbzeitpause:
…darüber, dass er heute nicht im Kader ist und über seinen Genesungsprozess: „Es war die Entscheidung des Trainers. Natürlich wäre ich gerne dabei gewesen, aber ich muss geduldig bleiben und noch einige Trainingseinheiten absolvieren. Ich war lange weg, von dem her freue ich mich, wenn ich wieder einmal den Rasen betreten darf. Training ist nicht Spiel. Im Training fühle ich mich gut. Es war keine einfache Zeit und ich bin froh, dass ich wieder bei der Mannschaft bin. Für mich ist in dieser Phase der Rhythmus wichtig.“
…über das 1:1 gegen FC Bayern München im Champions-League-Achtelfinalhinspiel: „Es war eine unglaublich gute Leistung, leider haben wir sie nicht mit einem Sieg gekrönt. Wir haben noch ein Spiel und das wollen wir gewinnen. Was da am Mittwochabend war, war für die österreichische Liga und für uns als Verein eine tolle Werbung.“
Robin Dutt (Trainer RZ Pellets WAC):
…über die Niederlage: „Wenn du mit leeren Händen nach Hause gehst, ist das nicht schön, weil die Mannschaft wahnsinnig viel investiert hat. Aber es gehört dazu, dass du die Mentalität über 90 Minuten hochhältst. Es gibt genügend zu verbessern beim Spiel, wir sind aber auch selber zu guten Aktionen gekommen. Salzburg hat verdient gewonnen, aber wir hätten auch verdient den Punkt mitgenommen.“
…über das Fehlen der Routiniers und die aktuelle Verfassung der Mannschaft: „Das kann manchmal etwas ausmachen, wenn erfahrene Spieler am Platz sind, nämlich, dass Situationen nochmal besser gelöst werden, aber ich möchte den Jungs keinen Vorwurf machen. Wir werden aufpassen müssen, dass wir die Wende hinbekommen nächste Woche.“
Alexander Kofler (RZ Pellets WAC):
…über die Niederlage: „Es ist natürlich bitter, wenn man 90 Minuten so einen Fight abliefert. Es ist schwer in Worte zu fassen. Wir haben eine gute Partie gespielt vom Kämpferischen her, aber Salzburg hat mehr Qualität auf den Platz gebracht. Gegen Salzburg ist es erst aus, wenn der Schiedsrichter abpfeift. Wir haben es leider nicht rübergebracht und jetzt heißt es, Kräfte wieder aufrichten. Für einen Tormann ist wenig Verschnaufpause. Das sind auch die schönsten Spiele für Tormänner, weil man nie zur Ruhe kommt, aber die Schmach, verloren zu haben, überwiegt. Unterm Strich muss man das Positive mitnehmen. An der kämpferischen Leistung ist es heute sicher nicht gescheitert.“
Michael Novak (RZ Pellets WAC) vor dem Spiel:
…über sein Bundesliga-Comeback und die Geburt seines zweiten Sohnes: „Es hat sich ein bisschen nach dem ersten Bundesliga-Spiel angefühlt. Unsere Familie hat im letzten Jahr einiges durchgemacht und dass wir jetzt so viele schöne Momente gleich in einer Woche erleben dürfen, ist etwas Außergewöhnliches. Es ist einfach nur schön und pure Freude.“
…über seine Autoimmunerkrankung: „Zum Glück kann ich mir nicht mehr vorstellen, wie schlecht es mir gegangen ist, weil ich mich jetzt so gut fühle. Es ist eine Krankheit, die sehr auf den Stress reagiert, den man im Körper hat.“
Alfred Tatar (Sky Experte):
…über die Mentalität von FC Red Bull Salzburg: „Die Salzburger haben offensive Power, die einen nur staunen lässt. Man ist 90 Minuten gegen die Verteidigung von Kärnten angelaufen, hat einiges liegen lassen und trotzdem nicht den Mut verloren. Dass man in der Nachspielzeit zwei Tore erzielt, spricht für dieses Team in der Offensive – unglaublich. Die waren noch immer hungrig. Wenn man in der 91. Minute 1:0 in Führung geht und das Spiel geht noch zwei Minuten, dann sagt man: ‚Gut, schauen wir, dass wir den Sieg ins Trockene bringen.‘ Aber nein, die sind anders. Sie haben eine andere Sicht auf den Fußball und wollen noch eines nachlegen und haben uns auch gezeigt, wie das geht.“
…darüber, dass Red Bull Salzburg die meisten Tore in der zweiten Spielhälfte schießt: „Salzburg arbeitet sich Chance um Chance heraus und als Gegner musst du viel laufen. Man wird zuerst im Kopf müde und verliert dann die Übersicht. Sie können die Intensität so lange hochhalten, dass irgendwann Fehler beim Gegner passieren und das nützen sie gnadenlos aus.“
…über die Leistung von RZ Pellets WAC: „Man hat nach vorne ein, zwei sehr vielversprechende Möglichkeiten nicht zu Ende spielen können. Man ist mit seinen eigenen Möglichkeiten nicht so gut umgegangen, dass man ein Tor erzielt.“
…über Robin Dutt (vor dem Spiel): „Robin Dutt hat im Sommer übernommen. Zu Beginn hat es noch Probleme gegeben, aber er hat nie die Nerven verloren. Er ist ruhig geblieben und hat einen Präsidenten der meinte: ‚Wir lassen Robin Dutt arbeiten‘. Seine Arbeit ist präzise, er hat an den Schrauben gedreht, dass dieses Gesamtkonstrukt läuft. Er hat dafür nur einige Wochen benötigt und das zeichnet einen guten Trainer aus.“
Bild: GEPA