MUNICH, GERMANY - JUNE 20: Hans-Dieter Flick, head coach of FC Bayern Muenchen gives instructions during the Bundesliga match between FC Bayern Muenchen and Sport-Club Freiburg at Allianz Arena on June 20, 2020 in Munich, Germany. (Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

Alle jagen die Bayern – “Wollen nächste Meisterschaft”

via Sky Sport Austria

Die Favoritenrolle von Bayern München vor der am Freitag startenden Saison der deutschen Fußball-Bundesliga könnte größer nicht sein. Der Rekordmeister war vergangene Saison nicht nur national das Maß aller Dinge, sondern auch europäisch dank dem Champions-League-Triumph. Alles andere als der neunte Meistertitel der Münchner in Folge wäre eine faustdicke Überraschung.

“Klar, bei Bayern München willst du immer Meister werden. Wir wollen die nächste Meisterschaft klarmachen”, gab Coach Hansi Flick vor dem Start gegen Schalke die Marschroute vor. Trotz des errungenen Triples sei der Erfolgshunger bei seinen Spielern da. “Ich glaube nicht, dass meine Mannschaft Probleme hat mit der Motivation. Die Spieler, die bei Bayern München spielen, die wollen Erfolg, die wollen auch den Erfolg bestätigen”, erläuterte der frühere Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft. Das unterstrich auch Mittelfeldspieler Leon Goretzka: “Ich habe nicht das Gefühl, dass wir satt sind. Im Gegenteil: Man merkt im Training, wie hungrig wir sind und das ist der Schlüssel für weitere Titel.”

2019/20 lagen 13 Punkte zwischen dem nun 30-fachen Champion und Vizemeister Borussia Dortmund. Diesmal könnte es enger werden, auch da die durch Ex-Man-City-Kicker Leroy Sane verstärkten Bayern aufgrund des spät ausgetragenen CL-Finalturniers wenig Urlaub und eine kürzere Vorbereitung als die Konkurrenz hatten. “Es wird dieses Jahr verdammt schwer”, prophezeite Flick.

Das hat auch mit negativen Nebengeräuschen zu tun. Eine Rolle spielt dabei ÖFB-Star David Alaba. Die Vertragsverhandlungen mit dem als Abwehrchef vorgesehenen Wiener für einen Kontrakt über 2021 hinaus werden von einer medialen Schlammschlacht begleitet. Zudem wurden Flicks Wünsche nach zusätzlichen Sommer-Transfers bisher nicht erfüllt.

Als größter Konkurrent geht wieder Dortmund ins Rennen. Der BVB war 2012 der letzte Nicht-Bayern-Meister und peilt 2021 nach zwei Vize-Meistertiteln den neunten Liga-Triumph an. Die Dortmunder sind das einzige Team neben Hertha BSC ohne Österreicher unter Vertrag. Bei RB Leipzig hingegen spielen ÖFB-Legionäre tragende Rollen. Marcel Sabitzer fungiert als Kapitän, Konrad Laimer ist in der Regel Stammspieler. Zum Auftakt nicht, fehlt der Mittelfeldspieler doch einige Wochen wegen einer Knieverletzung. Auch Sabitzer ist angeschlagen und könnte ausfallen.

Die von Julian Nagelsmann gecoachten “Bullen” waren in ihren ersten vier Jahren im Oberhaus dreimal unter den Top Drei und dürfen deshalb – auch als Champions-League-Halbfinalist berechtigt – mit der Premiere ganz oben spekulieren. Einmal mehr mit Außenseiterchancen geht Borussia Mönchengladbach ins Rennen. Coach Marco Rose hat mit dem an einem Muskelbündelriss laborierenden Valentino Lazaro und dem nach einem glücklosen Leipzig-Engagement neu angreifenden Hannes Wolf zwei hoffnungsvolle ÖFB-Leihgaben dazu bekommen. Stefan Lainer will wie in der Premierensaison beim Vorsaison-Vierten und fünffachen Meister (zuletzt 1977) rechts in der Abwehr seinen Mann stehen.

Bayer Leverkusen hat als Fünfter einen CL-Platz nur knapp verpasst und will auch diesmal – mit ÖFB-Teamkapitän Julian Baumgartlinger und Aleksandar Dragovic – vorne mitmischen. Neuerlich international vertreten sein möchte auch 1899 Hoffenheim, bei dem Neo-ÖFB-Teamspieler Christoph Baumgartner seine starken Leistungen zu bestätigen versucht. Auch Florian Grillitsch und Stefan Posch haben ein gutes Standing im Team.

Die Europacup-Plätze sind wieder das Ziel des VfL Wolfsburg. Coach Oliver Glasner hofft darauf, dass es nach Rang sieben in seiner ersten Saison noch ein bisschen nach vorne geht. Xaver Schlager hat seinen Stammplatz sicher. Adi Hütter steht schon vor seiner dritten Saison als Frankfurt-Trainer. Unter dem Vorarlberger gab es die Plätze sieben und neun. Dies ist wohl erneut eine realistische Zielsetzung für Martin Hinteregger, Stefan Ilsanker und dem aus der eigenen Jugend beförderten 19-jährigen Mittelfeldspieler Lukas Fahrnberger.

Für die restlichen ÖFB-Legionäre wird es primär darum gehen, einmal den Klassenerhalt zu fixieren. Dazu zählt nach einer völlig verkorksten Saison Schalke 04, wo Guido Burgstaller und Alessandro Schöpf auf ein Leiberl hoffen. Werder Bremen möchte ein dramatisches Relegationsfinale wie zuletzt vermeiden. Romano Schmid wurde dafür vom WAC zurückgeholt, Marco Friedl ist in der Abwehr eine feste Größe. Bei Augsburg setzt man große Hoffnungen in Rückkehrer Michael Gregoritsch.

Neu in der Liga sind Arminia Bielefeld und der VfB Stuttgart. Zweitliga-Meister Bielefeld baut auf die Dienste von Manuel Prietl und dem aus Altach gekommenen Christian Gebauer, Stuttgart hofft auf Tore von Stürmer Sasa Kalajdzic. Bei Mainz könnte neben Karim Onisiwo auch Suliman Mustapha für Treffer sorgen. Der von der U19 aufgestiegene 19-Jährige hinterließ in der Vorbereitung einen guten Eindruck. Insgesamt 33 ÖFB-Legionäre sind im Oberhaus tätig, damit stellt Österreich einmal mehr das größte Kontingent an Legionären.

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(APA)

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