„Alles ist möglich“: Vier Österreicher im Montafon-Skicross-Finale
Zum ersten Mal seit mehr als sechs Jahren macht der Skicross-Weltcup wieder Station im Montafon. Zwischen dem 11. und 15. März 2026 steht das südlichste Tal Vorarlbergs erneut ganz im Zeichen des Wintersports.
Die Strecke am Grasjoch, die bereits den technischen Anforderungen der Weltmeisterschaften 2027 entspricht, bietet schnelle Heats, anspruchsvolle Abschnitte und eine Kulisse, die traditionell eine starke Stimmung garantiert.
Österreicher im Finale
Von elf angetretenen ÖSV-Aktiven haben am Mittwoch vier die Qualifikation für den Skicross-Heimweltcup im Montafon geschafft. Für eine rot-weiß-rote Erfolgsmeldung sorgte Christina Födermayr, die mit einem stabilen und sauberen Lauf überzeugte und sich als 14. klar für das morgige Finale qualifizierte.
Johannes Aujesky musste bei seinem Lauf zittern, wie er in einem Sky-Interview sagt, denn die Bedingungen machten es ihm schwerer als erwartet. Seine Ski waren für die angekündigt bewölkten Verhältnisse präpariert und waren schließlich für die wärmeren Bedingungen zu kalt gewachst. Trotzdem konnte er sich mit Platz 31 gerade noch für die Top 32 qualifizieren.
Startbereich als Schlüssel – Aujeskys Analyse
Aujesky geht trotz des knappen Einzugs positiv in das Finale. Die Startnummer spiele am Grasjoch eine geringere Rolle als auf vielen anderen Weltcup-Strecken: „Bei diesem Start ist es relativ egal, wo man startet, da es lange geradeaus geht. Die Startnummer sagt hier nicht viel aus – bei uns kann man mit der Qualizeit immer noch ins Finale fahren. Alles ist möglich.“
Auch zur Charakteristik des Kurses fand er klare Worte. Die langen Startmeter, der Rhythmus und die technischen Elemente verlangen höchste Präzision: „Die Startgerade ist sehr lang, technisch anspruchsvoll und viele Elemente sind schwer zu treffen. Dazwischen ist es dann nicht mehr so schwierig, man kommt bei dem Kurs in einen guten Flow und es macht Spaß ihn zu fahren.“
Herausfordernder Kurs am Grasjoch
Die Strecke am Grasjoch zählt in diesem Jahr zu den technisch anspruchsvollsten im Kalender. Die Athletinnen und Athleten müssen sich auf präzises Timing in druckvollen Roller-Sektionen und hohe Geschwindigkeiten auf den letzten Metern einstellen.
Für einige heimische Athletinnen und Athleten verlief der sportliche Auftakt jedoch alles andere als ideal. Sämtliche Vorarlberger Starterinnen und Starter verpassten am Mittwoch den Sprung ins Finale, womit sowohl das Damen- als auch das Herrenfeld am Donnerstag ohne lokale Beteiligung über die Bühne gehen wird.
Ofner verpasst Finale – richtet den Blick aber weiter nach vorne
Besonders bitter war das Ergebnis außerdem für die Steirerin Katrin Ofner, eine der erfahrensten Athletinnen im Weltcup und fünffache Olympiateilnehmerin. Sie schrammte trotz engagiertem Lauf knapp an der Qualifikation vorbei.
Ofner war nach ihrem Lauf sichtlich enttäuscht und schilderte ihre Qualifikation offen in einem Gespräch mit Sky: „Die erste Trainingsfahrt war gut – ich war auf dem achten Platz und wollte in der Quali nochmal alles geben. Am Start ist mir leider ein Fehler passiert – vielleicht habe ich dadurch an Tempo verloren.“
Was die 36-Jährige vor allem betont ist, dass bei diesem Sport viele unterschiedliche Komponenten zusammenpassen müssen. Es sind nicht nur die Wetterbedingungen, es ist die Tagesverfassung, kleine Fehler, die passieren können und eine Frage des richtigen Materials. Trotz des bitteren Tages richtet Ofner ihren Blick klar nach vorne: „Es sind noch vier weitere Weltcup-Rennen, wir fliegen am Montag nach Kanada und dann geht es gleich weiter nach Schweden. Es gibt also noch vier Chancen.“
Auch Spekulationen über ein mögliches Karriereende bremst sie bewusst. Sie fühlt sich körperlich gut, im Sommer macht sie vor allem Kraft- und Ausdauertrainings und solange sie das Gefühl hat „vorne mitmischen“ zu können, bleibt die Motivation hoch.
Ausblick auf das Finale
Das morgige Finale verspricht trotz der kompakten österreichischen Beteiligung Spannung. Mit Födermayr im Damenfeld und Kappacher, Danksagmüller und Aujesky bei den Herren richtet sich der Blick auf vier Athleten, die auf dem selektiven Kurs am Grasjoch durchaus überraschen können.
Beitragsbild: GEPA