„Alles möglich“: Salzburg optimistisch ins Meisterrennen
Mit dem Heimerfolg gegen den WAC hat sich Red Bull Salzburg erstmals seit August wieder in die Top drei der ADMIRAL Bundesliga vorgeschoben. Pünktlich zum Beginn der heißen, finalen Saisonphase nähern sich die „Bullen“ ihrer alten Stärke zumindest wieder an. Platz drei nach dem Grunddurchgang entspricht wahrlich nicht dem Salzburger Anspruch, im Meisterrennen versprüht Trainer Thomas Letsch jetzt aber Optimismus: „Wir sind dabei. Es wird spannend wie nie und es ist alles möglich.“
Vier Punkte beträgt der Rückstand des Ex-Serienmeisters auf das Spitzenduo Sturm Graz und Austria Wien nach der Teilung. Salzburg hat es damit in den zehn ausstehenden Spielen in der eigenen Hand, nach einem Jahr Abstinenz wieder auf den heimischen Fußball-Thron zurückzukehren. Dass in der Mozartstadt überhaupt wieder vom Titel geträumt werden darf, liegt in hohem Maße am neuen deutschen Duo.
Neu erlangte Stabilität unter Letsch
Anfang Dezember wurde Rouven Schröder als neuer Geschäftsführer Sport vorgestellt, dieser holte kurz darauf den im Red-Bull-Imperium erfahrenen Trainer Letsch an Bord. Den 56-Jährigen zeichnet ein extrem guter Umgang mit jungen Spielern aus, im richtigen Moment kann er die Zügel aber auch gezielt anziehen. Im Vergleich zu Vorgänger Pepijn Lijnders gelang es ihm jedenfalls, die zuvor anfällige Defensive zu festigen – nur drei Gegentore in den ersten sechs Ligaspielen unter Letsch – und das hohe Pressing erfolgreicher zu gestalten.
„Was uns noch fehlt, ist die Konstanz. Defensiv ist die Stabilität da, unser Manko liegt eindeutig in der Effektivität“, erklärte Letsch. Jene Analyse des Trainers spiegelte sich auch im 1:0-Heimsieg gegen den WAC wider. Salzburg war von Beginn weg hochüberlegen, verabsäumte es aber trotz aussichtsreicher Gelegenheiten, ein zweites Tor zu erzielen und hielt den WAC bis zum Schlusspfiff am Leben. Das Resümee von Letsch fiel dementsprechend einfach aus: „Wichtig sind die drei Punkte.“
Schlager nach Sieg gegen WAC: „Wir haben viel Arbeit vor uns“
In zwei Wochen erfolgt dann der Startschuss im Meisterrennen. „Jetzt geht es so richtig los. Es ist ein neuer Wettbewerb und jedes Spiel kann entscheidend sein. Mit vier Punkten Rückstand ist alles möglich, ich vertraue meiner Mannschaft“, sagte Schröder. Zuvor verabschieden die Salzburger einen großen Teil des Kaders zu den jeweiligen Nationalteams. „Die Jungs hauen jetzt ab, und ich hoffe, dass alle außer Aleksa Terzic mit Selbstvertrauen zurückkommen“, scherzte Trainer Letsch. Der Deutsche drückt scheinbar Österreich im Nations-League-Play-off gegen Terzics Serben die Daumen.
WAC haderte nach Niederlage
Wenig zu scherzen hatte WAC-Trainer Dietmar Kühbauer nach der zweiten Niederlage in Folge. „Wir waren die ersten 45 Minuten nicht existent. Es war unserer Mutlosigkeit geschuldet, dadurch haben wir Salzburg stark gemacht“, erklärte der Burgenländer, der die Partie aufgrund einer Sperre von der Tribüne aus verfolgen musste. In Hälfte zwei sah er eine Leistungssteigerung seiner Mannschaft, „aber zu einem Fußballspiel gehören Tore, die wir leider nicht gemacht haben.“
Als Vierter mit fünf Punkten Rückstand auf die Spitze startet der WAC in die Meistergruppe. Für Kühbauer liegt die Favoritenrolle bei Sturm, Austria und Salzburg, von Haus aus will er sich aber nicht geschlagen geben. „Es wäre vermessen zu sagen: ‚Wir wollen Meister werden‘. Wir werden jedoch versuchen, unser Fell so teuer wie möglich zu verkaufen.“
Kühbauer: „Jede 50/50-Entscheidung war für Salzburg“
(APA) / Foto: GEPA
