Alles neu in der Formel 1
Am Sonntag geht es wieder los – die Formel 1 geht in die neue Saison (das Rennen am Sonntag, ab 06:00 Uhr live auf Sky Sport 1 HD). Im Albert Park (Melbourne, Australien) zeigt sich die Königsklasse des Motorsports mit neuem Gesicht: Bernie Ecclestone ist nicht mehr Geschäftsführer der Formel 1. Nach der Übernahme durch Liberty Media heißt der neue Boss Chase Carey. Außerdem geht erstmals seit Alain Prost der amtierende Weltmeister nicht an den Start. Nico Rosberg hat bekanntlich nach seinem Titelgewinn im Vorjahr seine Karriere beendet.
Mit 2017 kommen auch wieder neue Regeln, die die Formel 1 ausgeglichener und attraktiver machen sollen – die Autos sind jetzt breiter, schwerer und vor allem schneller. Bei den Testfahrten ist die schnellste Zeit, gefahren von Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen (1:18.634), um knapp dreieinhalb Sekunden schneller als die Qualifying-Zeit von Lewis Hamilton aus dem Vorjahr.
Die Formel 1 gibt sich in dieser Saison eine neue Optik. Die Autos sehen deutlich anders aus als im Vorjahr. Ein Überblick über die wichtigsten Regeländerungen:
Die größten Änderungen sind deutlich am Auto sichtbar. Die Reifen sind nun vorne 30,5 Zentimeter anstatt 24,5 breit, hinten 40,5 Zentimeter statt 32,5. Damit sollen die Pneu haltbarer sein und ein aggressiveres Fahrverhalten fördern.
https://twitter.com/HalGumbert/status/837671818848784384
Der Frontflügel ist jetzt 15 cm breiter, die Gesamtbreite des Autos ist um 20 auf 200 cm gewachsen. Auch der Heckflügel hat sich zum Vorjahr verändert: Der Spoiler ist jetzt ebenfalls um 20 cm breiter, fällt aber auch flacher aus. Der Diffusor, der im Unterboden durch einen Sog für eine bessere Aerodynamik sorgt, ist durch seine deutlich vergrößerten Ausmaße um einiges wirksamer.

Oben: 2017 (Carlos Sainz jr, Toro Rosso), Unten: 2010 (Lewis Hamilton, McLaren)
Sehr markant ist auch die ‚Heckflosse‘ – eine Verlängerung, die die Airbox mit dem Heckflügel verbindet. Besonders ästhetisch ist sie nicht und eine neue Erfindung eigentlich auch nicht: Bereits 2010 wurde die ‚Fin‘ von einigen Teams verwendet.
Weil man das Gewicht von 702 auf 722 kg angehoben hat, generieren die Autos mehr Abtrieb, was zu höheren Kurvengeschwindigkeiten führt. Die Rundenzeiten werden also wieder um einiges schneller sein als in den vergangenen Jahren.
Das mit Startplatzstrafen belegte Wechseln von Teilen der Motoreneinheit kann auch bei nachfolgenden Rennen noch zu Strafen führen. Damit soll verhindert werden, dass bei einem Fahrer unnötig mehrere Motorenteile gewechselt werden, um bei späteren Grand Prix durch neuere Bauteile einen Vorteil zu haben. Das umstrittene System der sogenannten Token, mit denen die Motorenentwicklung während der Saison begrenzt wurde, ist abgeschafft.
In Sachen Kosten müssen die Kundenteams pro Motoreneinheit in diesem Jahr eine Million Euro weniger an die Hersteller wie Mercedes oder Renault zahlen. Somit können Teams wie Force India und Haas F1 hier ein bisschen sparen.
Eine weitere Regeländerung betrifft den Re-Start – genauer gesagt den Re-Start, wenn ein Rennen wegen schlechter Witterung zunächst hinter einem Safety-Car beginnt. Dann gibt es künftig einen stehenden Neustart, sobald es die Streckenbedingungen zulassen.

Für die Fahrer selbst ändert sich etwas mit ihrer „Kopfbedeckung“. Die Piloten dürfen ihr Helmdesign für ein von ihnen gewähltes Rennen pro Jahr einmalig verändern. Auch im Fall eines Wechsels zu einem anderen Team während der Saison ist ein neugestalteter Helm erlaubt.
Zur neuen Saison hat sich nicht nur etwas in Sachen Regeln getan, sondern auch in der Fahrerbesetzung: Valtterie Bottas ersetzt Weltmeister Nico Rosberg bei Mercedes, für den Finnen fährt nun der erst 18-jährige Lance Stroll (2016 Formel 3-Champion) bei Williams. Der Kanadier ist der einzige Rookie in der heurigen Saison. Der bereits zurückgetretene Felipe Massa bleibt mit dem Wechsel von Bottas nun doch bei Williams.
Nico Hülkenberg ist neu bei Renault, er wird bei Force India durch Esteban Ocon ersetzt, der von Manor gekommen ist. Kevin Magnussen ist neu bei Haas, Pascal Wehrlein bei Sauber. Stoffel Vandoorne ersetzt Jenson Button (Weltmeister 2009), der seine Karriereende als Stammfahrer bekannt gegeben hat.
Bilder: Gettyimages
Titelbild: Scuderia Ferrari, Twitter