Altach unter Druck: Ländle-Derby als Wegweiser?
Beim SCR Altach könnte die Stimmung vor dem Ländle-Derby bei Austria Lustenau am Samstag (ab 16:45 Uhr live auf Sky Sport Austria – streame mit Sky X) nach vier Bundesliga-Niederlagen in Folge besser sein. Die Rheindörfler liegen nach der 6. Runde mit nur drei Zählern am Tabellenende.
Für Unmut sorgte vor allem die jüngste Pleite gegen den GAK (1:2). Sportdirektor Philipp Netzer sprach unmittelbar nach Schlusspfiff von einer „schwer zu verdauenden Niederlage“ und forderte eine klare Aufarbeitung: „Es gibt jetzt in den nächsten Tagen sicher einiges zu besprechen.“
Cheftrainer Ognjen Zaric sah gegen den GAK eine „ordentliche Leistung“, verwies im Sky-Interview aber auf zu viele Eigenfehler. „Wir müssen uns bei der eigenen Nase nehmen, wir haben beide Gegentore nicht gut verteidigt“, so der 37-Jährige. Tatsächlich lag der xG-Wert (Anm. Expected Goals) bei 1,3 zu 0,3 zugunsten der Vorarlberger.
„Gibt einiges zu besprechen“: Netzer nach Altach-Heimniederlage enttäuscht
Zech für Ländle-Derby fit? Neuzugang Naschberger fraglich
In die Pflicht nahm der Altach-Coach seine Defensive. „In ganz banalen Szenen müssen wir speziell das Abwehrverhalten viel besser machen“, merkte Zaric an. In dieser Hinsicht hoffen die Rheindörfler vor dem Ländle-Derby auf die Rückkehr eines Leistungsträgers – Benedikt Zech. Der 35-jährige Routinier fiel zuletzt mit muskulären Problemen aus und könnte in Lustenau zurückkehren. Gemeinsam mit Kapitän Lukas Jäger und Filip Milojevic bildet Zech das Stamm-Trio in der Verteidigung. Rassa Rahmani konnte Zech zuletzt nicht zufriedenstellend ersetzen.
Zaric kann in Lustenau auch auf eine neue Personalie zurückgreifen: Johannes Naschberger. Der 26-Jährige war zuletzt vereinslos und wurde am Montag unter Vertrag genommen. Der Allrounder, der sowohl im zentralen Mittelfeld als auch auf der rechten Außenbahn einsetzbar ist, kickte zwischen 2020 und 2026 bei der WSG in der ADMIRAL Bundesliga und kann insgesamt 151 Einsätze in der höchsten Spielklasse Österreichs vorweisen. Ob der Neuzugang bereits eine ernsthafte Option fürs Derby ist, wird sich zeigen.
Zaric nach Pleite gegen GAK: „Müssen uns an der eigenen Nase nehmen“
Netzer stellt sich hinter Zaric: „Geht nicht immer nur um den Trainer“
Eine Trainerdebatte gab es im Vorfeld des restlos ausverkauften Derbys derweil nicht. „Wir müssen alle liefern“, meinte Netzer nach dem GAK-Match und fügte an: „Es geht nicht immer nur um den Trainer. Es geht um jede einzelne Person, handelnde Person, die grundsätzlich alles für den Erfolg in Altach tun sollte. Von dem her sind alle gefragt, vom Spieler angefangen bis zu mir.“
Auch der Wirbel um Yann Massombo sei laut dem Altach-Sportchef „vom Tisch“. Der wechselwillige Franzose stand gegen den GAK erstmals wieder in der Startelf und erzielte das einzige Tor der Rheindörfler.
Erstes Ländle-Derby nach 824 Tagen
Nun liegt in Altach der volle Fokus auf dem Ländle-Derby. Jäger sprach von einem „speziellem Spiel“ und verlangte nach den letzten Wochen „mehr Prozente von jedem Spieler, um mehr rausholen zu können“. Nach dem Wiederaufstieg von Austria Lustenau steht in der SUN MINIMEAL Arena das erste Aufeinandertreffen nach 824 Tagen bevor.
In der jüngeren Vergangenheit gab es in der Bundesliga acht Vorarlberg-Derbys zwischen Altach und Lustenau. In der Spielzeit 2022/23 hatte Lustenau mit drei Siegen und einem Unentschieden klar die Nase vorne. In der Folgesaison 2023/24 drehte Altach den Spieß um und gewann drei Matches bei einem Remis. Zum Saisonende stieg Austria Lustenau ab.
„Wir fahren nach Lustenau, um drei Punkte zu holen“, bekundete Kapitän Jäger, der neben Mike Bähre, Dejan Stojanovic, Vesel Demaku und Paul Piffer einer von fünf Spielern ist, der aus Altacher Sicht beim letzten Ländle-Derby vor knapp zweieinhalb Jahren schon dabei war. Ein voller Erfolg wäre aufgrund des suboptimalen Saisonstarts jedenfalls wichtig. „Ein Derbysieg wäre ein guter Start in die andere Richtung, dann schaut es in der Tabelle auch wieder ganz anders aus“, meinte Mittelfeld-Stratege Demaku.
HIGHLIGHTS | SCR Altach – GAK | 6. Runde
„Müssen spielerische Leistungen in Punkte ummünzen“
Bisher fuhr der ÖFB-Cup-Finalist aus dem Vorjahr erst einen Saisonsieg in der Bundesliga ein. Dieser gelang in der 2. Runde gegen die WSG Tirol (3:1) und ist schon fast sechs Wochen her. „Wir müssen schauen, dass wir die spielerischen Leistungen, die wirklich okay sind, in Punkte ummünzen“, bekräftige Zaric.
Nach dem Derby in Lustenau steht der Ball in der Bundesliga aufgrund der länderspielbedingten Ligapause für mehr als zwei Wochen still, danach gibt es fünf entscheidende Runden inklusive ÖFB-Cup-Achtelfinale.
Ob die letzten Fehltritte, wie am vergangenen Wochenende gefordert, in den Tagen vor dem Derby aufgearbeitet wurden, wird sich am Samstag zeigen. Sollte das Spiel in Lustenau schiefgehen, werden die Diskussionen um die handelnden Personen sicherlich aufgeheizt.
