Altach vs. Rapid: Als 2008 ein kurioser Elfmeter beinahe für eine Neuaustragung sorgte
Am Sonntag kommt es zum insgesamt 37. Duell zwischen dem SCR Altach und dem SK Rapid Wien (ab 16 Uhr live auf Sky Sport Austria 3 – streame das Spiel mit dem SkyX-Traumpass) in der österreichischen Bundesliga. Die Hütteldorfer haben sich in der Vergangenheit auswärts in Altach besonders schwergetan. Nur vier Siege bei jeweils sieben Unentschieden und Niederlagen konnte Rapid im „Ländle“ holen. Besonders in Erinnerung blieb Rapids 1:2-Niederlage am 24.Februar in der 25. Runde der Meistersaison 2007/08. Nach einem kuriosen Elfmetertor der Altacher wurde die Begegnung beinahe wiederholt.
Was war passiert? In der 28. Minute zeigte Schiedsrichter Bernhard Brugger beim Spielstand von 0:0 nach einem Zweikampf zwischen Markus Katzer und Altachs Karsten Hutwelker auf den Elfmeterpunkt. Ein durchaus strittiger Pfiff, denn der Rapid-Außenverteidiger spielte den Ball bevor sein Gegenspieler zu Fall kam.
Danach wurde es kurios: Elfmeterschütze Roland Kirchler legte sich den Ball zurecht und bereitete sich auf den Schuss vor. Schiri Brugger gab den Ball frei, doch Rapid-Torhüter Helge Payer stand zu diesem Zeitpunkt noch weit hinter der Torlinie mit dem Rücken zum Spielfeld. Kirchler hatte somit keine Probleme den Ball zur Führung der Altacher zu versenken. Die Beschwerden der Rapid-Spieler brachten auf dem Spielfeld nichts ein, das Tor zählte.
Der Pacult-Elf gelang trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs von Branko Boskovic (68.) nicht mehr die Wende. Nate Jaqua entschied das Spiel in der 88. Minute zugunsten von Altach.
Rapid-Protest zunächst erfolgreich
Rapid legte nach dem Spiel Protest ein und hatte damit zunächst auch Erfolg. Nach dem ersten Urteil sollte die Partie neu ausgetragen werden. „Entscheidend für diese Neuaustragung ist, dass Schiedsrichter Bernhard Brugger bei der Ausführung des Strafstoßes gegen Regel 14 der aktuellen FIFA-Spielregeln verstoßen hat. Diese besagt, dass der Referee das Signal zur Ausführung des Strafstoßes erst geben darf, wenn alle Spieler ihre vorgeschriebenen Positionen eingenommen haben, was im vorliegenden Fall nicht gegeben war“, hieß es in der Begründung des Senats.
Altach legte wiederum gegen diese Entscheidung Protest ein. 16 Tage nach der Partie entschied das Protestkomitee der Bundesliga, dass das Spiel doch nicht wiederholt wird. „Nach den FIFA-Spielregeln ist der Schiedsrichter mit all seinen Stärken und Fehlern Teil des Spiels. Seine Entscheidungen zum Spielergebnis, selbst wenn sie gegen die Regeln getroffen worden wären, sind endgültig und unanfechtbar“, lautete die Erklärung.
Rapid verzichtete auf einen weiteren Einspruch. „Wir werden keinen weiteren Instanzenweg in Anspruch nehmen, denn wir wollen die Strukturprobleme der Bundesliga nicht größer machen als sie sind und uns ab jetzt wieder voll auf den Fußball auf dem Platz konzentrieren“, betonte der damalige Rapid-Sportdirektor Alfred Hörtnagl gegenüber der APA. Und weiter: „Wir nehmen diese Entscheidung zur Kenntnis, halten sie aber für inhaltlich falsch.“
Die Hütteldorfer konzentrierten sich wieder auf das Sportliche und das mit Erfolg. In den verbliebenen elf Runden holte Rapid zehn Siege – darunter das legendäre 7:0 in Salzburg – und damit den bislang letzten Meistertitel der Vereinsgeschichte.
