Abwehrbollwerk Altach: Mit Stabilisator Canadi zurück in der Erfolgsspur

von Martin Lehmann

Damir Canadi hatte die Problemzone des SCR Altach bei Amtsantritt längst ausgemacht: “Der SCR Altach hat, wie ich übernommen habe, 43 Tore bekommen. Das sind im Schnitt 2,4 Tore. Ich muss drei Tore schießen, damit wir ein Spiel gewinnen. Wir haben aber nur 16 Tore geschossen. Da war die Balance nicht gegeben”, hatte Canadi kurz nach seiner Bestellung zum Chefcoach im Sky Podcast DAB | Der Audiobeweis erklärt.

Genau diese unter Vorgänger Alex Pastoor verloren gegangene Balance hat Canadi als Cheftrainer im Ländle binnen weniger Wochen wiederhergestellt. “Ich schaffe es immer wieder gut, eine Mannschaft schnell zu organisieren. Meine Meinung ist, dass ich mit der Defensive beginne und dann denke ich über die Offensive nach”, erklärte Canadi seine Herangehensweise beim SCRA.

Canadis Plan funktioniert

Aus den sechs Spielen holte der Rückkehrer drei Siege – genauso viele wie Vorgänger Pastoor in den ersten 18 Spielen. Der Erfolgslauf unter Canadi ist in erster Linie auf die Stabilisierung der Defensive zurückzuführen. Denn unter Canadi blieb Altach in drei der sechs Ligaspiele ohne Gegentor und damit schon häufiger als in den ersten 18 Spielen unter Alex Pastoor (zwei Mal).

Nicht nur spielten die Vorarlberger seit Canadi drei Mal zu Null, in den sechs Spielen kassierte man auch nur drei Gegentreffer. Die im Schnitt 0,7 Gegentreffer pro Partie bedeuten etwa ein Drittel des Werts, den man mit 2,4 Gegentoren pro Spiel unter Pastoor aufweisen konnte. Damit erhalten die Altacher unter ihrem neuen Trainer fast zwei Gegentore weniger pro Spiel.

Auch bei den zugelassenen Schüssen und dem xGA-Wert (erwartete Gegentore) ist unter Canadi eine deutliche Verbesserung zu erkennen. Erlaubten die Altacher unter Pastoor noch 16,3 gegnerische Schüsse pro Partie, fiel dieser Wert auf nur noch 11,2 zugelassene Schüsse pro Partie. Auch bei den zu erwartenden Gegentoren weist das Team unter Canadi (1,5 xGA) einen deutlich verbesserten Wert auf als noch unter Pastoor (2,2 xGA).

Altach verbesserte sich unter Canadi bei vielen Defensivwerten. | Quelle: OPTA

Mit Minimalismus zum Erfolg

Auffällig beim Blick auf die Altacher Siege ist, dass der SCRA keines seiner Spiele mit mehr als einem Tor Unterschied gewinnen konnte. 1:0 gegen den WAC, zwei Mal ein 1:0 gegen St. Pölten sowie ein 2:1-Sieg gegen Ried: Die knappen Erfolge bildeten die Grundlage für den so erfolgreichen Start von Canadi.

In der “Canadi-Tabelle” der vergangenen sechs Spiele stehen die Altacher mit zwölf Punkten sogar auf Platz zwei – nur Red Bull Salzburg (15) holte ligaweit in diesem Zeitraum mehr Zähler.

Am Samstag wartet auf Altach die nächste schwere Prüfung: Gegen den formstarken Aufsteiger SV Ried kommt es auch zum Duell mit Trainer Andreas Heraf, dem bei den Innviertlern ebenfalls ein starker Start mit zwei Siegen aus den ersten beiden Spielen gelungen ist. Dieses “Kunststück” glückte in der Rieder Vereinsgeschichte zuvor nur Helmut Kronjäger im Juli 2000, der sogar seine ersten drei Spiele gewinnen konnte.

Ried gegen Altach seht ihr am Samstag ab 16 Uhr live auf Sky Sport Austria 3 – mit dem Sky X Traumpass kannst du das Spiel live streamen!

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Ried hofft gegen Altach auf dritten Sieg in Folge