FIFA-Chef Gianni Infantino soll endlich weg - und ein Gegenkandidat her

Anti-Infantino-Gipfel in Berlin: Rote Karte für den FIFA-Chef?

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Bernd Neuendorf setzt den Ton für den Anti-Infantino-Gipfel in Berlin. Der FIFA-Chef soll endlich weg – und ein Gegenkandidat her.

Gianni Infantino kämpft unermüdlich um Unterstützer. Dieser Tage reist der angezählte FIFA-Boss um den Globus und wirbt allerorts um Vertrauen, in der Karibik oder der Mongolei, in Indonesien und sogar in Lettland. Doch geht es nach Bernd Neuendorf, ist damit bald Schluss – er fordert die Rote Karte für den Schweizer. „Wir müssen ihn vom Platz stellen“, sagte der DFB-Präsident unmissverständlich und setzte damit den Ton für den Anti-Infantino-Gipfel in Berlin.

UEFA-Treffen in Berlin

Am Donnerstag treffen sich die Bosse der europäischen Verbände im noblen Ritz-Carlton, um ihren Umsturzplan zu schmieden. Während in diversen Medien bereits über ein Scheitern der Revolte gegen Infantino spekuliert wird, hofft Neuendorf, dass die Europäische Fußball-Union (UEFA) endlich einen mehrheitsfähigen Gegenkandidaten findet. Dieser müsse nicht unbedingt ein europäischer sein, sondern könne auch von einer anderen Konföderation kommen, sagte der DFB-Chef dem Tagesspiegel.

Von dem Treffen in der Hauptstadt, bei dem neben Neuendorf auch Vize Hans-Joachim Watzke am Tisch sitzt, geht eine Signalwirkung für den weiteren Wahlkampf aus. Infantino sei jedenfalls „nicht mehr tragbar“, spätestens seit dem „Fall Balogun“ bei der WM sowie dem gescheiterten Investorendeal. Im Deutschen Fußball-Bund (DFB) sei man sich einig: Der Schweizer habe „jegliches Vertrauen verspielt“, sagte Neuendorf.

Infantino gewinnt Kontrolle zurück

Das Problem? Der FIFA-Boss gewinnt im erbitterten Machtkampf allmählich die Kontrolle zurück, und für die UEFA tickt die Uhr. Die Frist für die Nominierung einer Alternative läuft am 18. November ab. Aleksander Ceferin, UEFA-Boss und Anführer der Infantino-Rebellion, schloss eine Kandidatur ebenso aus wie der mächtige Funktionär Nasser Al-Khelaifi. Ob CONCACAF-Chef Victor Montagliani oder AFC-Boss Salman bin Ibrahim Al Khalifa in einen Wahlkampf mit Infantino ziehen wollen, ist offen.

Denn das Momentum hat sich gedreht. Schon jetzt erscheint sicher, dass die drei oppositionellen Kontinentalverbände aus Europa, Asien (AFC) und Nord- und Mittelamerika (CONCACAF) bei der Wahl im März 2027 in Rabat/Marokko nicht alle ihre Mitglieder hinter sicher vereinen können. So sprach sich etwa Lettland unlängst als erster europäischer Verband für Infantino aus. Dieser stellte Reformbereitschaft sowie Auszahlungen aus den FIFA-Reserven in Aussicht und verkleinerte die Angriffsfläche.

Reformvorschläge heftig kritisiert

Neuendorf gehört auch im FIFA-Council zur „Opposition“. Bei der nächsten Sitzung des Gremiums am 15. Oktober soll es nach dem Willen der Rivalen vor allem um die gegen Infantino gerichteten Anträge gehen. Durch seinen Vorstoß hat Infantino aber die Statik verändert.

Infantino als „Reformer“? Neuendorf, der einen weiteren Kurswechsel im Umgang mit dem FIFA-Chef vollzogen hat, glaubt nicht daran. Infantino habe an der FIFA-Spitze eine Kultur etabliert, „die eines grundlegenden Wandels bedarf“, sagte er: „Wir können aber nicht den Bock zum Gärtner machen. Es kann nicht sein, dass derjenige, der die heutigen Zustände zu verantworten hat, den dringend nötigen Reformprozess steuert.“

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