Arbeitssieg nach fünf Sätzen: Ofner gewinnt bei Wimbledon-Auftakt
Sebastian Ofner fährt einen hart umkämpften Auftaktsieg in Wimbledon ein: Mit 1:6, 6:2, 4:6, 6:3, 6:4 bezwingt er Hamad Medjedovic nach fünf Sätzen.
Der 30-jährige Steirer rang den acht Jahre jüngeren Serben nieder. Der dramatische Auftakt begann mit einem 1:6-Satzverlust Ofners, der danach aber mit 6:2 zurückschlagen konnte. Ähnlich wechselhaft blieben Satz drei und vier: Medjedovic siegte mit 6:4, danach wieder Ofner mit 6:3. Im Entscheidungssatz vollendete der ÖTV-Starter nach 2:53 Stunden den Erfolg mit einem 6:4-Satzgewinn.
Ofner, der im Vorjahr an der Church Road in Runde drei ausgeschieden war, trifft nun auf den Polen Hubert Hurkacz. Letzterer schaltete den als Nummer 11 gesetzten Norweger Casper Ruud 6:4,6:2,7:6(7) aus.
Ofner blieb in dem Match, in dem „Wundertüte“ Medjedovic eine wechselhafte Performance lieferte, geduldig. Das sah er im Interview auch als Schlüssel. „Einfach dranbleiben. Ich habe gewusst, er ist ein Spieler, der unmenschlich spielen kann, aber auch schnell verlieren kann“, sagte Österreichs aktuelle Nummer eins. „Der erste Satz war von mir nicht so gut, aber ich habe gewusst, ich werde reinfinden. Teilweise hat er unglaublich gespielt, teilweise ich richtig gut. Im fünften Satz hab ich richtig gut serviert.“
Das Spiel hatte eigentlich in jedem der fünf Sätze einen dominanteren Spieler. Ofner erwischte einen schwachen Start, musste sich wohl auch erst in seinem ersten Rasenmatch in dieser Saison auf den Belag einstellen. Als der ÖTV-Davis-Cup-Spieler und aktuell einzige Österreicher zumindest in Top-100-Nähe (110.) allerdings nach 108 Minuten 1:2-Sätze in Rückstand geriet und gleich im Auftaktgame des vierten Satzes ein Break kassierte, schien es in Richtung Niederlage zu gehen. Doch Ofner schaffte gegen die aktuelle Nummer 68 im ATP-Ranking das sofortige Rebreak und durchbrach das Service des talentierten, aber nicht konstanten Gegners zum 4:2. Zu Null erkämpfte sich Ofner nach 2:22 Stunden einen fünften Satz.
Ofner blieb im Entscheidungssatz ruhig
Ofner überzeugte mit dem Aufschlag und schlug insgesamt sogar 30 Asse. Nach einem Break zum 4:3 ließ sich der Steirer den Sieg nicht mehr nehmen – und mit vier Assen en suite servierte er bei 5:4 aus. Ofner hatte auch im Vorjahr in Runde eins gegen Medjedovic gespielt, damals aber von der Aufgabe des Serben beim Stand von 7:6,3:1 für den Österreicher profitiert.
Nun geht es also gegen Hurkacz, gegen den Ofner beide bisherigen Partien jeweils auf Sand ohne Satzgewinn verloren hat. Zuletzt im Genf-Semifinale 2025. Auf Rasen gilt Hurkacz aber als stärker, allerdings hat er bisher eine Saison mit vielen frühen Niederlagen absolviert.
Im Anschluss spielt ebenfalls auf Court 8 noch Lilli Tagger gegen die Thailänderin Lanlana Tararudee (bereits im Gange, Anm.), unmittelbar danach trifft die als Nummer 27 gesetzte Anastasia Potapova auf die Spanierin Jessica Bouzas Maneiro.
