Atanga-Foul an Grgic: Laut VAR Österreich kein Eingriff nötig
Das Foulspiel von WAC-Angreifer David Atanga an Rapid-Mittelfeldmann Lukas Grgic sorgte am vergangenen Wochenende im Nachgang an das 1:1 zwischen beiden Teams (Spielbericht +VIDEO-Highlights) für Diskussionen. Schiedsrichter Sebastian Gishamer hatte dem WAC-Profi die Gelbe Karte gezeigt und blieb auch nach dem vom VAR eingeforderten „On-Field-Review“ bei seiner Entscheidung.
In seinem wöchentlichen Rückblick zur 6. Runde hat der VAR Österreich nun Stellung zu besagter Szene bezogen. Der Treffer von Atanga am Sprunggelenk liege „im Grenzbereich zwischen Gelber und Roter Karte. Der VAR sollte nicht eingreifen“, schreibt der VAR Österreich.
Demnach lag der Fehler in dieser Situation also bei Video-Schiedsrichter Manuel Schüttengruber, der sich überhaupt nicht hätte einschalten dürfen, da keine klare Fehlentscheidung von Gishamer vorlag.
Die komplette VAR-Mitteilung im Wortlaut
„Der WAC-Spieler #17 verpasst es den Ball zu spielen und tritt auf den Fuß des Rapid-Spielers #8. Der Kontaktpunkt war tief, auf dem Fuß, der sich am Boden befand, und teilweise auf dem Knöchel des Rapid-Spielers. Der Schiedsrichter verwarnt den WAC-Spieler mit einer Gelben Karte. Die Situation liegt im Grenzbereich zwischen Gelber und Roter Karte. Der VAR sollte nicht eingreifen.“
Gefoulter Grgic: „Ein Wahnsinn“
Diese Sicht der Dinge dürfte man beim SK Rapid jedoch weiterhin nicht teilen. Nach dem Spiel fand der betroffene Grgic im Sky-Interview klare Worte zu der Szene.
„In Braga bin ich in einer ähnlichen Situation vom Platz geflogen. Der VAR holt den Schiedsrichter raus, damit er die Gelbe Karte zurücknimmt und auf Rot entscheidet. Er bleibt aber bei dieser Entscheidung, was für mich ein Wahnsinn ist. International fliegst du vom Platz, national scheinbar nicht.“
Mensah fliegt für ähnliche Aktion vom Platz
Im Linzer Derby später am Abend war es zu einer ähnlichen Aktion gekommen – in diesem Fall erhielt Blau-Weiß-Angreifer Paul Mensah nach einem Foul an LASK-Youngster Armin Haider aber direkt die Rote Karte.
Video: Mensah-Rot im Linzer Derby
„Der Kontakt war hoch, deutlich über dem Knöchel, auf dem Schienbein des Gegenspielers. Der Schiedsrichter verweist den BWL-Spieler zu Recht mit einer direkten Roten Karte des Feldes. Der VAR bestätigt die Entscheidung des Schiedsrichters korrekt“, heißt es dazu im VAR-Rückblick.
Das entscheidende Kriterium für die Rote Karte war hier der Kontaktpunkt des Fouls. Mensah traf seinen Gegenspieler im Gegensatz zu Atanga höher am Schienbein und nicht „nur“ am Knöchel. Mensah wurde für seine Aktion vom Strafsenat der Bundesliga für eine Partie gesperrt.
Bild: GEPA
