Attacke auf Burgstaller: Anwalt des Verdächtigen meldet sich zu Wort
Nach der brutalen Attacke auf Rapid-Profi Guido Burgstaller hat sich der vermeintliche Täter am Mittwoch der Wiener Polizei gestellt und befindet sich in Untersuchungshaft. Im Interview mit dem „KURIER“ hat sich nun der Anwalt des Verdächtigen zur Causa geäußert.
„Mein Mandant hat sich freiwillig der Polizei gestellt und übernimmt selbstverständlich die volle Verantwortung für das Geschehene. Er ist derzeit noch damit beschäftigt, herauszufinden, was ihn zu dieser Kurzschlussreaktion gebracht hat, sodass es zu diesem Vorfall überhaupt hat kommen können. Die Identität des Herrn Burgstaller war meinem Mandanten jedenfalls zum Vorfallszeitpunkt unbekannt“, sagte Klaus Ainedter, der Anwalt des Verdächtigen, zum KURIER.
Der 23 Jahre alte Mann hatte Burgstaller laut Polizeiangaben mit einem Faustschlag „unvermittelt ins Gesicht“ getroffen. Burgstaller soll bei dem Vorfall seine Hände in den Hosentaschen gehabt haben, wodurch der anschließende Sturz auf den Hinterkopf die derart schwere Verletzung verursacht haben dürfte.
Vater des Verhafteten ist „glühender Rapid-Anhänger“
„Umso schlimmer war es dann für ihn zu erfahren, dass es sich dabei um Herrn Burgstaller handelt, zumal sein Vater seit jeher glühender Rapid-Anhänger ist. Mein Mandant und seine Familie möchten in erster Linie bei Herrn Burgstaller, aber natürlich auch bei seiner Familie für diese unbegreifliche und vor allem völlig überflüssige Tat aufrichtig entschuldigen“, so Ainedter im „KURIER“ weiter.
„Mein Mandant, der gerade auf eigene Kosten die Matura nachholt und im Jänner die Prüfung ablegen hätte sollen, hofft, in seinem Angestelltenverhältnis bleiben zu können, um zumindest den materiellen Schaden des Herrn Burgstaller so rasch wie möglich wiedergutmachen zu können. Er wird auch freiwillig Bewährungshilfe in Anspruch nehmen und freiwillig ein Antiaggressionstraining absolvieren, da er sich einfach nicht erklären kann, was ihn zu dieser Tat bewogen hat“, erklärte der Anwalt.
Burgstaller auf dem Weg der Besserung
Vom betroffenen Rapid-Angreifer gab es am Mittwoch erste positive Signale. Laut Rapid-Coach Robert Klauß gehe es bei Burgstaller gesundheitlich langsam wieder bergauf.
„Er ist auf dem klaren Weg der Besserung, es läuft alles, wie es sein sollte“, sagte der Deutsche nach Rücksprache mit der medizinischen Abteilung von Rapid.
VIDEO: Klauß gibt Gesundheits-Update zu Burgstaller
Burgstaller fällt „Minimum drei Monate“ aus
Burgstaller habe strikte Bettruhe verordnet bekommen und müsse noch ein paar Tage im Spital bleiben. „Dann werden die nächsten Schritte eingeleitet, damit er wieder in Bewegung kommen kann.“ Burgstaller darf laut Klauß „Minimum drei Monate“ nicht Fußball spielen.
Es hätte aber auch schlimmer für den Ex-Teamspieler ausgehen können, betonte Klauß. „Zum Glück sind die ersten 24 Stunden, die in so einem Fall sehr wichtig sind, so verlaufen, dass alles in die richtige Richtung geht. Es geht ihm deutlich besser, auch wenn er natürlich noch starke Kopfschmerzen hat. Wir wünschen ihm alles Gute und wollen ihm morgen einen Sieg schenken“, meinte der Coach einen Tag vor dem Conference-League-Spiel gegen Kopenhagen.
Bild: GEPA