Aufsteiger Elversberg will dem FC Bayern ein Bein stellen
Dorfklub gegen Weltverein, Aufsteiger gegen Doublesieger: Die Ausgangslage vor dem Duell zwischen dem SV Elversberg und dem FC Bayern München könnte deutlicher nicht sein.
Oder doch nicht? Denn Elversberg startete mit zwei Siegen furios in die deutsche Fußball-Bundesliga und liegt in der Tabelle nach zwei Runden sogar vor den Bayern. „Elversberg ist momentan die Mannschaft der Stunde in der Bundesliga“, sagte Bayerns Sportvorstand Max Eberl. „Wir haben extrem großen Respekt.“
Es klingt beinahe surreal, aber der große FC Bayern übte sich vor dem Duell beim Liga-Neuling am Sonntag (17.30 Uhr) in Understatement. „Wir sind hinter Elversberg momentan. Sie haben schon sieben Kisten gemacht, mehr als wir“, sagte Mittelfeldspieler Joshua Kimmich nach dem 5:0-Sieg beim Champions-League-Auftakt gegen Bodö/Glimt am Donnerstag. Nun wartet im 13.000-Einwohner-Dorf im Saarland nach der schillernden Königsklasse das totale Kontrastprogramm auf den deutschen Rekordmeister mit ÖFB-Legionär Konrad Laimer.
Elversberg hofft auf nächstes Erfolgserlebnis
Etwas mehr als 9.000 Zuschauer werden den Außenseiter im ausverkauften Stadion unterstützen, bereits ein Punktgewinn wäre für die Mannschaft von Trainer Vincent Wagner ein weiterer Erfolg. Zum Auftakt war Elversberg ein sensationeller 3:2-Heimsieg gegen Bayer Leverkusen gelungen, in der Vorwoche drehten die „Knappen“ bei Borussia Mönchengladbach einen 1:3-Rückstand ebenfalls überraschend noch in ein 4:3. Bayern-Torjäger Harry Kane will jedenfalls „bereit sein für eine weitere große Schlacht“.
Für Elversbergs Co-Trainer Pascal Bieler hatte die Analyse des kommenden Gegners etwas Besonderes. „Es ist halt einfach der Wahnsinn, wenn man in die Gegnervorbereitung geht und sich dann Champions-League-Spiele anschaut“, sagte er. Wagner wird am Sonntag doch auf der Ersatzbank sitzen, obwohl er in Mönchengladbach die Gelb-Rote Karte kassiert hatte. Schiedsrichter Martin Petersen hatte einen Irrtum eingeräumt, weshalb der DFB am Freitag das vorangegangene Urteil aufhob.
ÖFB-Goalie Kristof gefordert
Besonders auf Elversberg-Tormann Nicolas Kristof wartet gegen die Münchner Offensivmaschinerie wohl ein intensiver Arbeitstag. Der 26-jährige Österreicher war im vergangenen November von Teamchef Ralf Rangnick ins ÖFB-Aufgebot nominiert worden, kam aber zu keinem Einsatz. Die Bayern sind gewarnt, gegen Zweitliga-Meister Schalke 04 waren die Münchner von Trainer Vincent Kompany zuletzt nicht über eine Nullnummer hinausgekommen.
