November 20, 2018 - Guimaraes, Portugal - Renato Sanches of Portugal during the UEFA Nations League A Group 3 match between Portugal and Poland at Estadio D. Afonso Henriques in Guimaraes, Portugal on November 20, 2018 Portugal v Poland - UEFA Nations League A PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAn230 20181120_zaa_n230_1037 Copyright: xAndrewxSurmax

Aufstrebende Talente der EM 2016 – Tops und Flops

via Sky Sport Austria

Aufgrund der Corona-Krise musste die Fußball-Europameisterschaft 2020 um ein Jahr nach hinten geschoben werden – kein ideales Szenario. Wir nutzen die Zeit und blicken auf die letzte Europameisterschaft zurück. Dabei fokussieren wir uns auf die hoffnungsvollsten Talente des europäischen Fußballs, die das Turnier vor vier Jahren als Sprungbrett für ihre Karrieren nutzten. Wer wurde zum Superstar und wer ist völlig in der Versenkung verschwunden?

Die EM 2016 fand in Frankreich statt – der Turnierausgang ist viele Fans noch bestens in Erinnerung. Gastgeber Frankreich unterlag im Finale den aufopferungsvollen Portugiesen, die sich erstmals zu den Königen Europas krönten. Unvergessen sind die starken Auftritte von Renato Sanches, der mit 18 Jahren der jüngste Europameister im Team der Portugiesen war.

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Top: Dele Alli (England)

Dele Alli war bei der EM 2016 ein Stamm- und Schlüsselspieler der englischen Nationalmannschaft. Der damals 20-Jährige spielte ein gutes Turnier, auch wenn die “Three Lions” bereits im Achtelfinale gegen den krassen Underdog aus Island ausschieden.

Der offensive Mittelfeldspieler spielt seit 2015 in der Profimannschaft der Tottenham Hotspur und ist seitdem aus dem Team vom Jose Mourinho (zuvor Mauricio Pochettino) schwer wegzudenken. In den letzten Jahren hat sich Dele Alli’s Rolle in der Mannschaft stets erhöht. Er bringt seit Jahren konstant gute Leistungen und ist auch im Nationalteam fast immer gesetzt.

Insgesamt hat sich Dele Alli in den letzten Jahren hervorragend weiterentwickelt, auch wenn er manchmal von Verletzungen zurückgeworfen wird. Viele Höhen und nur wenige Tiefen in den letzten vier Jahren verdienen Anerkennung. Top!

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Flop: Renato Sanches (Portugal)

Vier Jahre nach dem unerwarteten EM-Titel läuft Renato Sanches noch immer den Erwartungen der Fußball-Community hinterher. Sanches ist heute 22 Jahre alt und hat schon einige Profistationen auf dem Buckel. Nachdem er 2015 den Sprung ins A-Team von Benfica Lissabon schaffte und nur ein Jahr später Europameister wurde, wechselte der Mittelfeldspieler direkt nach dem EM-Sieg zum FC Bayern München.

Dort wirkte der 1,76m große Portugiese auf Anhieb wie ein Fremdkörper. In seiner ersten Saison in Deutschland konnte er sich nicht im stark besetzten Bayern-Mittelfeld etablieren und wurde daraufhin in die Premier League verliehen. Bei Swansea City fasste er ebenfalls nicht richtig Fuß und musste mit dem walisischen Team sogar absteigen. Auch nach seiner Rückkehr nach München konnte Sanches – meist übermütig und frustriert – nicht überzeugen.

Im Sommer 2019 wechselte er schließlich fest zum OSC Lille nach Frankreich, wo der talentierte zentrale Mittelfeldspieler wieder langsam an seine alte Form anknüpfen kann. Trotzdem agiert Sanches unter dem Strich weit unter seinen damals geschätzten Möglichkeiten. Flop!

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Top: Leroy Sane (Deutschland)

In der Jugend von Schalke 04 ausgebildet wurde Sane Ende 2014 in den Profikader der “Knappen” aufgenommen. Durch konstant gute Leistungen schaffte es der Außenstürmer in das deutsche EM-Aufgebot vom 2016. Auch wenn der damals 20-Jährige nur in einem Spiel zum Einsatz kam, sagte ihm viele Fußballexperten eine glorreiche Karriere voraus.

Bisher hat der schnelle Angreifer auch nicht enttäuscht, denn nach seinem Wechsel zu Manchester City direkt nach der Euro 2016 blühte Sane richtig auf. In der Mannschaft von Pep Guardiola hat sich Sane umgehend integriert und viele Tore erzielt. Außerdem gewann der Flügelflitzer zwei englische Meisterschaften und einmal dem FA-Cup.

Überraschend war Sane’s Nicht-Nominierung für die Weltmeisterschaft 2018, als er von Jogi Löw nicht für den endgültigen Kader berücksichtigt wurde. Trotzdem hat Sane in den letzten vier Jahren eine unglaubliche Entwicklung durchlebt, nicht umsonst ist der Außenspieler seit knapp einem Jahr beim FC Bayern München im Gespräch. Wer weiß, was Sane diese Saison ohne Kreuzband-Verletzung gerissen hätte. Top!

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Flop: Emre Mor (Türkei)

Emre Mor war nach der EM 2016 in aller Munde. Der türkisch-dänische Angreifer schaffte nach seiner erfolgreichen Debütsaison für den FC Nordsjælland gerade noch den Sprung auf den türkischen EM-Zug. Nach zwei Kurzeinsätzen beim Turnier jagte halb Europa den Youngster. Schließlich gewann Borussia Dortmund das Tauziehen um den damals 19-Jährigen.

Nach seinem Transfer nach Deutschland startete Mor solide und erzielte auch ein Tor bei seinem Bundesliga-Debüt. Doch der 1,69m kleine Flügelflitzer konnte sich beim BVB keinen Stammplatz sichern, weshalb er nach einem Jahr nach Spanien zu Celta Vigo wechselte. Mittlerweile bekannt für sein Temperament und Undiszipliniertheit setzte sich Mor auch in Gallizien nicht durch und wurde seit 2019 zweimal verliehen (Galatasaray Istanbul und Olympiakos Piräus).

Auch im türkischen Nationalteam klickte es nach der Euro 2016 nie mehr richtig, meisten stand der Außenstürmer gar nicht im türkischen Aufgebot. Wie bereits erwähnt fiel Mor eher durch Schlagzeilen abseits des Fußballplatzes auf, außerdem konnte sich der bald 23-Jährige bei keinem europäischen Klub dauerhaft etablieren. Flop!

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Weitere nennenswerte Talente der EM 2016

Marcus Rashford (England) hat bei seinem Klub Manchester United in den letzten Jahren stets gute Leistungen gebracht und ist einer der Lichtblicke bei den “Red Devils”. Er war bei der Euro 2016 der Jüngste Spieler überhaupt und hat sich in den vergangenen vier Jahren prächtig entwickelt. Top!

Marko Pjaca (Kroatien) galt 2016 als Top-Talent in Weltfußball. Nach langem Tauziehen gewann Juventus Turin das Rennen um den Angreifer. Jedoch warfen zwei schwere Knieverletzungen Pjaca weit zurück. Nach mehreren Leihgeschäften ist er mittlerweile an Anderlecht verliehen, wo der heute 25-Jährige noch keinen Einsatz verbuchen konnte. Leider Flop!

Kinsley Coman (Frankreich) war 2016 einer der Jüngsten im Kader der “Les Bleus”. Seitdem hat der Flügelstürmer viele Titel mit Bayern München gewonnen. Leider ist Coman viel zu oft verletzt, um ein Protagonist bei den Bayern zu sein. Auch die WM 2018 verpasste er verletzungsbedingt. Wenn Coman spielt, bringt er zweifellos seine Leistung, trotzdem muss der Franzose endlich seine Verletzungsanfälligkeit überwinden. Top mit Fragezeichen.

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Ebenso wie Coman war auch Anthony Martial (Frankreich) 2016 bei der Heim-EM dabei. Der junge Außenstürmer von Manchester United lieferte in den vergangenen vier Jahren ab und zu Topleistungen, insgesamt kann er aber (noch) nicht als konstant agierender Topspieler angesehen werden. Top mit schwankenden Leistungen.

Aleksandr Golovin (Russland) war der Lichtblick der russischen Nationalmannschaft bei der EM 2016. Heute ist er Stammspieler beim AS Monaco, wo er solide Leistungen im Mittelfeld bringt. Der Sprung zu einem ganz großen Verein blieb bisher trotzdem aus. Eher Top als Flop.

Breel Embolo (Schweiz) spielte bei der EM 2016 als jüngster Schweizer mit. Der Angreifer wechselte dann zu Schalke 04, wo er sich zweimal schwer verletzte. Im letzten Sommer zog es ihn nach Mönchengladbach, wo er wieder zu alter Stärke zurückzufinden scheint. Trotzdem fehlt der ganz große Wurf bei Embolo. Eher Flop als Top.

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(Red.)

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