Auftaktsieg für Ilzer! Hoffenheim überrascht bei Leverkusen
Der deutsche Vizemeister Bayer Leverkusen hat nach dem XXL-Umbruch einen Fehlstart in die neue Bundesliga-Saison hingelegt. Die runderneuerte und über weite Phasen enttäuschende Werkself verlor zum Auftakt mit 1:2 (1:1) gegen die TSG Hoffenheim mit Coach Christian Ilzer und offenbarte dabei noch reichlich Probleme. Auf den neuen Trainer Erik ten Hag wartet viel Arbeit.
Sommer-Transfer Jarell Quansah (6.) bescherte den Rheinländern zwar einen Traumstart in die erste Saison nach der Erfolgsära mit Xabi Alonso. Doch die Treffer von Ex-Austria-Leihspieler Fisnik Asllani (25.) und Tim Lemperle (52.) brachten der ebenfalls radikal umgebauten TSG den verdienten Dreier ein.
Die Fans in der BayArena sahen viele neue Gesichter, nachdem etliche Double-Helden wie Florian Wirtz oder Granit Xhaka das Rheinland im Sommer verlassen hatten. „Jetzt müssen wir eine neue Ära aufbauen“, sagte ten Hag, der drei Zugänge von Beginn an aufs Feld schickte. Für den angeschlagenen Rekord-Einkauf Malik Tillman kam der Auftakt allerdings zu früh.
Ilzer feierte seinen größten Tagessieg mit Hoffenheim seit dem spektakulären 4:3-Debüt gegen Leipzig im vergangenen November. Nach einer hoffnungsvollen Vorbereitung und dem ungefährdeten Aufstieg im DFB-Pokal gegen Rostock (4:0) zeigte sich der Abstiegskandidat der Vorsaison auch in der Bundesliga verbessert.
Auch ohne den Offensivstar, der künftig für kreative Akzente sorgen soll, legte Bayer einen optimalen Start hin. Einen Warnschuss setzte zwar zunächst der neue TSG-Angreifer Lemperle (2.) an den Pfosten, danach schlug Leverkusen aber eiskalt zu. Quansah köpfte nach einem Freistoß sein erstes Bundesliga-Tor – doch Sicherheit gab die Führung der Werkself kaum.
Hoffenheim nutzt Leverkusens Defensiv-Schwächen aus
Vielmehr zeigte der Auftritt der Leverkusener, das inmitten des Umbaus längst noch nicht alle neuen Rädchen perfekt ineinander greifen. Bayer stand tief, überließ der durchaus engagierten TSG den Ball und wurde für das teils passive Verhalten bestraft: Quansah fälschte Asllanis Abschluss aus spitzem Winkel ab, der neue Keeper Mark Flekken hatte keine Chance.
Die Gäste hielten dem Druck des personell umgebauten Vizemeisters stand, obwohl beide Start-Innenverteidiger verletzt ausgewechselt werden mussten. Am Ende half auch Alexander Prass als Teil einer Fünferkette beim Verteidigen mit. In den folgenden drei Wochen warten mit Eintracht Frankfurt und Meister Bayern zwei weitere hohe Hürden auf die Ilzer-Elf. Erik ten Hag verlor das Liga-Auftaktspiel als Nachfolger des zu Real Madrid abgewanderten Xabi Alonso.
Defensiv lief nicht alles rund bei den Rheinländern, Aleix García legte der TSG mit einem fatalen Fehlpass beinahe den zweiten Treffer auf (40.). Gefahr entwickelte Bayer durch Standards: Oliver Baumann verhinderte ein Eigentor von Koki Machida (34.), auch gegen Piero Hincapié reagierte er stark (43.).
Leverkusen strahlte in vielen Phasen des Spiels deutlich weniger Dominanz aus als noch unter ten Hags Vorgänger Alonso. Das rächte sich gegen spielfreudige Hoffenheimer in der zweiten Halbzeit, als Lemperle mit einem trockenen Schuss ins Eck traf. Quansah sah dabei nicht gut aus. Das Team um den neuen Kapitän Robert Andrich entwickelte nach dem Rückstand etwas mehr Druck, der Werkself fehlte jedoch eine zündende Idee.
Auch Stuttgart patzt zum Auftakt
Nick Woltemade und der VfB Stuttgart haben bei ihrer Rückkehr nach Berlin eine herbe Enttäuschung erlebt. 91 Tage nach dem Gewinn des DFB-Pokals verloren die Schwaben bei Union Berlin am Samstag mit 1:2 (0:2) und erwischten einen Fehlstart in die neue Saison der Fußball-Bundesliga. Zweimal scheiterte der VfB am Aluminium. Union, mit Leopold Querfeld im Zentrum einer Fünferkette und Rechtsverteidiger Christopher Trimmel, kam erst im Finish nach dem Anschlusstreffer von Tiago Tomas (86.) in Bedrängnis.
Die Berliner bejubelten einen Überraschungscoup zum Start in die Spielzeit 2025/26 – und den Aufstieg eines potenziell neuen Fanlieblings. Der vom Zweitligisten SC Paderborn verpflichtete Ilyas Ansah (18., 45.+4) feierte mit seinem Doppelpack ein perfektes Bundesligadebüt.
Frankfurt & Wolfsburg starten mit Siegen
Neuzugang Michael Zetterer hat mit Eintracht Frankfurt gegen seine „alte Liebe“ einen Traumstart in die neue Saison der Fußball-Bundesliga hingelegt. Der Champions-League-Teilnehmer, dem sich Zetterer erst drei Tage zuvor angeschlossen hatte, schlug Werder Bremen im Heimspiel mit 4:1 (2:0) und vermieste dem neuen Werder-Trainer Horst Steffen sein Liga-Debüt.
Youngster Can Uzun (22.) eröffnete mit einem Traumtor die Saison der Eintracht, Jean-Mattéo Bahoya (25./47.) und Joker Ansgar Knauff (70.) ließen weitere Tore folgen und sorgten dafür, dass die Eintracht gleich an die starken Leistungen der Vorsaison anknüpfte. Justin Njinmah (48.) erzielte Bremens Ehrentreffer. Marco Friedl, Marco Grüll und Romano Schmid standen bei Werder in der Startformation. Der vierte ÖFB-Mann, Maximilian Wöber, fehlte mit einer Muskelverletzung.
Trainer Paul Simonis hat mit dem VfL Wolfsburg sein erstes Bundesligaspiel gewonnen. Die überlegenen „Wölfe“ sicherten sich beim 1. FC Heidenheim einen verdienten 3:1 (1:1)-Sieg.
Andreas Skov Olsen traf in der 20. Minute traumhaft zur VfL-Führung. Léo Scienza glich mit einem Freistoß kaum weniger sehenswert aus (29.). Die eingewechselten Mattias Svanberg (67.) und Mohammed Amoura per Foulelfmeter (87.) machten jedoch alles klar. Der harmlose FCH setzte dadurch seine Negativserie zuhause fort. Wolfsburg wirkte spielerisch reifer und entschlossener.
Überzeugendes Wagner-Trainerdebüt für Augsburg
Sandro Wagner hat eine furiose Premiere als Bundesligacoach gefeiert. Unter der Regie des Ex-Assistenten von Bundestrainer Julian Nagelsmann gewann der FC Augsburg zum Ligastart 3:1 (3:0) beim SC Freiburg. Der neue Coach beendete gleich eine Negativserie: Der FCA hatte die zurückliegenden zehn Partien (neun Niederlagen) in Freiburg nicht gewonnen.
Dimitrios Giannoulis (32.), Chrislain Matsima (42.) und Marius Wolf (45+2.) trafen für die gnadenlos effektiven Augsburger, die am kommenden Samstag gegen Meister Bayern München antreten müssen. Vincenzo Grifo (58.) per Handelfmeter nach Videobeweis war für Freiburg erfolgreich.
(SID/Red./APA)
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