Außenseiter beim EL-Auftakt: Sturm empfängt "Top-Mannschaft" Rennes

Außenseiter beim EL-Auftakt: Sturm empfängt „Top-Mannschaft“ Rennes

Sturm Graz bekommt ab Mittwoch (21.00 Uhr) zum zweiten Mal in der Club-Geschichte die Chance, sich in der Ligaphase der Europa League zu präsentieren. Die Steirer wollen dabei besser abschneiden als vergangene Saison, als als Tabellen-26. mit sieben Punkten der Aufstieg verpasst wurde. Als erste Hürde gilt es im Stadion Graz-Liebenau gegen Stade Rennes zu bestehen. Die Franzosen sind stark in die Ligue-1-Saison gestartet und treten auch deshalb als Favorit an.

Von vier Partien in der Meisterschaft wurde keine verloren, Sieg Nummer drei wurde zuletzt mit einem Heim-1:0 gegen Marseille eingefahren. Das war Saison-Highlight Nummer zwei nach dem Auftakt-2:2 gegen Titelverteidiger Paris St. Germain. Als Belohnung mischt der 1901 gegründete Club vorerst ganz vorne mit, ist punktgleich hinter Tabellenführer Lille und Monaco Dritter. Der Marktwert liegt bei etwas mehr als 233 Millionen Euro und ist deutlich höher als jener der Grazer von etwas mehr als 60 Millionen Euro.

Rennes „underrated“ im europäischen Fußball

„Wir sind ganz klarer Außenseiter, die Rollen waren wenig oft schon so klar verteilt wie in diesem Spiel“, betonte Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch. Der Club, der schon viele Topspieler rausgebracht habe, sei vielleicht ein bisschen „underrated“ im europäischen Fußball, habe aber viel Qualität. „Für uns ist es immer wieder ein Highlight, sich mit solchen Mannschaften zu messen“, meinte der 34-Jährige. Nicht nur finanzielles Aushängeschild (35 Mio.) ist Mittelstürmer Esteban Lepaul. Der 26-jährige Franzose traf diese Saison schon dreimal, nachdem er 2025/26 mit 21 Toren Liga-Schützenkönig war.

Ingolitsch hat aber in einer „klassischen und extrem mutigen französischen Mannschaft“ nicht nur vor ihm Respekt. „Sie haben viele gute Individualisten. Da will ich gar nicht anfangen, weil es unfair wäre, wenn ich nicht alle vollständig aufzähle“, meinte der Sturm-Coach. Rennes sei technisch und im Positionsspiel richtig gut und verfüge auch über die nötige Physis. „Es ist eine Top-Mannschaft aus einer Top-Fünf-Liga Europas, da gibt es kaum Schwachpunkte.“ Von vornherein geschlagen geben, wolle man sich deshalb aber nicht. „Es gibt Momente, wo man sie erwischen kann, die muss man dann auch ausnutzen“, sagte Ingolitsch. Mit unangenehmem Spiel wolle man sie wegbringen von ihrer Ballbesitzgeschichte.

Personalmisere in der Offensive

Enorm schwierig wird das Unterfangen auch aufgrund der Personalmisere bei Sturm in der Offensive. Seedy Jatta, Leon Grgic und Nelson Weiper stehen verletzt nicht zur Verfügung, mit Axel Kayombo und Szymon Wlodarczyk wurden zwei weitere Stürmer nicht für die Europa League genannt. Zugang Oumar Diakite ist noch nicht bereit für die Startelf. So könnte Mittelfeldspieler Gizo Mamageishvili neben Belmin Beganovic als Stürmer gefragt sein. „Wir sehen uns trotz der Ausfälle in der Lage, so aufzustellen, dass wir eine spannende Mannschaft auf den Platz kriegen“, sagte Ingolitsch. Fraglich ist auch der Einsatz von Otar Kiteishvili, während sich der zuletzt angeschlagene Jon Gorenc Stankovic fit meldete.

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Ein richtiges Abschlusstraining absolvierten am Dienstag nur jene Akteure, die am Sonntag beim 2:1 gegen den LASK nicht starteten. Die Vorbereitung war also alles andere als ideal. Rennes war schon am Freitag im Einsatz, hatte also zwei Tage mehr Pause. „Aber die Stimmungslage war extrem gut, der Sieg hat dem Ganzen gut getan“, berichtete Ingolitsch. Zu einem Faktor sollen am Mittwoch auch die Fans werden. Bisher wurden 12.000 Tickets verkauft. „Wir werden auch den zwölften Mann brauchen, damit wir eine plus eins Überzahl generieren können“, sagte Ingolitsch.

Rennes nächtigt in Marburg

Die Franzosen logieren auf slowenischem Boden in Marburg, da aufgrund des Motorrad-Grand-Prix in Spielberg keine Unterkünfte in der Region zu haben waren. Nach einem Kurztrainingslager geht es dann von dort direkt weiter zum Ligaspiel nach Lyon. „Wir bauen einen Teamgeist auf, und ich glaube, das spürt man auch“, sagte Rennes-Trainer Franck Haise nach der Marseille-Partie. „Diese Mannschaft kämpft hart und übernimmt zeitweise die Kontrolle. Wir haben Qualität, und die Spieler haben sich gut eingelebt. Jetzt muss diese Mannschaft nur noch stärker, selbstbewusster und stets aufmerksam bleiben.“sagte Rennes-Trainer Franck Haise nach der Marseille-Partie. „Diese Mannschaft kämpft hart und übernimmt zeitweise die Kontrolle. Wir haben Qualität, und die Spieler haben sich gut eingelebt. Jetzt muss diese Mannschaft nur noch stärker, selbstbewusster und stets aufmerksam bleiben.“

Sturm und Rennes treten im Europacup erstmals gegeneinander an. Gegen französische Vertreter haben die Grazer zu Hause schon gute Erfahrungen gemacht. Marseille (1999/3:2) und Monaco (2000/2:0) wurden in der Champions League bezwungen, gegen Monaco (2021/1:1) gab es in der Europa League auch ein Remis. Die einzige Niederlage hatte es am 7. März 2024 in der Conference League gegen Lille (0:3) gesetzt. Rennes machte mit österreichischen Vertretern bisher nur im damaligen UI-Cup Erfahrung. 1999 schaltete der Club in der 3. Runde zuerst Lustenau (1:2 a/1:0 h) und im Halbfinale die Wiener Austria (2:0 h/2:2 a) aus.

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