VIENNA,AUSTRIA,06.AUG.17 - SOCCER - tipico Bundesliga, SK Rapid Wien vs FK Austria Wien. Image shows Raphael Holzhauser (A.Wien), Steffen Hofmann (Rapid) and referee Alexander Harkam. Keywords: Wien Energie. Photo: GEPA pictures/ Christian Ort

Austria spricht von “deplatzierten” Rapid-Äußerungen

via Sky Sport Austria

Wien (APA) – Nach den Vorfällen im Wiener Fußball-Derby hat die Austria zu “deplatzierten” Aussagen aus dem Rapid-Lager Stellung genommen. “Aussagen wie jene von den Rapid-Spielern sind meines Erachtens sehr gefährlich, denn damit unterstützen sie das Verhalten ihrer Fans, und das fördert bei der nächstbesten Szene regelrecht einen Spielabbruch”, sagte Sportdirektor Franz Wohlfahrt in einer Stellungnahme.

Darin führte die Austria nach dem Spiel getätigte Aussagen der Rapid-Profis Mario Sonnleitner (“In Wahrheit ist nichts passiert”) und Louis Schaub an. Dass Raphael Holzhauser aus grünweißer Sicht als Schuldiger für die Tumulte ausgemacht wurde, sorgte bei den Violetten für Stirnrunzeln. “Man muss sehr vorsichtig sein, denn am Sonntag wurde Raphael Holzhauser vom Opfer zum Täter gemacht, und das werden wir nicht akzeptieren”, sagte Vorstand Markus Kraetschmer.

DIE STIMMEN zum
322. Wiener Derby

Nicht deeskalierend sei auch das Verhalten von Rapid-Routinier Steffen Hofmann gewesen. Mehr als fragwürdig war aus Austria-Sicht auch das Verhalten eines Ordners, der Holzhauser vor der Ausführung des Eckballs “verbal aggressiv attackierte”.

Kraetschmer hielt fest, dass die Mehrheit der Rapid-Anhänger mit Gewalt nichts am Hut habe. Eine kleine Gruppe könne aber alles zum Kippen bringen. Deutlicher wurde Wohlfahrt. “Wir befinden uns dann in einem Bereich, wo wir uns nicht wundern dürfen, wenn wirklich etwas Schwerwiegendes passiert”, sagte der Ex-Teamtorhüter, der auch die Liga in die Pflicht nahm: “Da ist natürlich auch die Bundesliga gefragt. Würde das in einem UEFA-Bewerbsspiel passieren, dann gibt es mit Sicherheit eine Sektor- oder Stadionsperre.”

Presseaussendung FK Austria Wien:

Die Vorfälle rund um das Wiener Derby am Sonntag, speziell die Szenen, die zur von Schiedsrichter Alexander Harkam angeordneten Spiel-Unterbrechung kurz vor dem Ende führten, können und wollen wir als FK Austria Wien nicht unkommentiert lassen. Aussagen und Gesten in Richtung unseres Spielers Raphael Holzhauser verdrehen die Tatsachen und sind unseres Erachtens nach völlig deplatziert.

Harkam unterbrach die Partie, weil Fans des SK Rapid mit Feuerzeugen und anderen Gegenständen auf Spieler der Wiener Austria warfen. Aussagen wie jene von Mario Sonnleitner sind jedenfalls aus unserer Sicht absolut grenzwertig.

Sonnleitner erklärte: „Das ist halt das Derby, da geht es um viel. Es ist keiner verletzt worden, es hat sich keiner weh getan. In Wahrheit ist nichts passiert. Also ist das einmal so. Aber der Schiedsrichter hat sich so entschieden. Wir Spieler müssen uns natürlich unterordnen, aber es war jetzt nicht so krass gefährlich.”

Ebenso jene von Louis Schaub: „Es ist immer das Gleiche. Wenn man es provoziert von den Fans, darf man sich nicht wundern, wenn dann mal ein Feuerzeug fliegt.”

Und auch das Verhalten von Steffen Hofmann war mit Sicherheit nicht gerade deeskalierend, als er auf dem Feld stehend vor der Rapid-Westtribüne unseren Spieler Raphael Holzhauser wild gestikulierend dazu aufforderte, den Eckball auszuführen. Obwohl er nur ein Ersatzspieler war, betrat er dennoch das Spielfeld. Ein klarer Regelverstoß.

Mehr als fragwürdig ist auch das Verhalten eines Ordners, der den Ball zwar in Händen hielt, ihn aber nicht für Holzhauser frei gab, stattdessen aber den Spieler verbal aggressiv attackierte und damit nicht seiner eigentlichen Pflicht als Ordner nachging. Auch das ist an den TV-Bildern sehr deutlich zu sehen.

Sportdirektor Franz Wohlfahrt: „Aussagen wie jene von den Rapid-Spielern sind meines Erachtens sehr gefährlich, denn damit unterstützen sie das Verhalten ihrer Fans und das fördert bei der nächstbesten Szene regelrecht einen Spielabbruch. Wir befinden uns dann in einem Bereich, wo wir uns nicht wundern dürfen, wenn wirklich etwas Schwerwiegendes passiert. Da ist natürlich auch die Bundesliga gefragt. Würde das in einem UEFA-Bewerbsspiel passieren, dann gibt es mit Sicherheit eine Sektor- oder Stadionsperre.“

AG-Vorstand Markus Kraetschmer: „Man muss sehr vorsichtig sein, denn am Sonntag wurde Raphael Holzhauser vom Opfer zum Täter gemacht und das werden wir nicht akzeptieren. Das Verhalten sogenannter Fans ist absolut respektlos und hat nicht das Geringste mit sportlicher Rivalität zu tun. Man muss bei Fans mit Sicherheit immer differenzieren. Die Mehrheit wird mit Gewalt nichts am Hut haben, aber eine kleine Gruppe kann alles zum Kippen bringen und das wäre am Sonntag beinahe passiert. Und das sind dann Bilder, die keiner sehen möchte. Man muss sich mit dieser Problematik sehr intensiv auseinandersetzen.“