Austria und Rapid hoffen auf 348. Wiener Derby ohne Randale
Am Sonntag (ab 16:30 Uhr live und exklusiv auf Sky Sport Austria 1 – streame alle Spiele der ADMIRAL Bundesliga live!) geht erstmals seit fast eineinhalb Jahren ein Wiener Fußball-Derby mit Auswärtsfans über die Bühne. Zum ausverkauften Duell zwischen Austria und Rapid werden etwa 1.600 Anhänger der Hütteldorfer in der Generali Arena erwartet. Diesmal sollen Szenen wie im September 2024 vermieden werden, als es im Allianz Stadion zu schweren Randalen kam. Nach diesem Eklat verständigten sich beide Clubs auf vier Derbys ohne Auswärtsfans.
Nun werden auf den Rängen wieder violette und grün-weiße Fahnen zu sehen sein – dennoch soll alles in einem friedlichen Rahmen ablaufen, betonte Austrias Finanzvorstand Harald Zagiczek. „Wir blicken mit großer Freude entgegen, dass das Derby wieder altbewährt mit Auswärtsfans stattfindet. Ich glaube, dass die Fans hüben wie drüben nicht glücklich waren mit den Sanktionen“, sagte Zagiczek und meinte außerdem: „Wir sind davon überzeugt, dass alles positiv verlaufen wird. Wir sind gut vorbereitet. Unser Sicherheitsbereich ist gut abgestimmt mit Rapid Wien. Es geht auch um viel. Es wird ein Fußballfest.“
Rapids Führung traf sich mit Fanszene
Rapids Geschäftsführer Steffen Hofmann gab sich nach einem am Dienstag durchgeführten Treffen mit der organisierten Fanszene ebenfalls zuversichtlich. „Ich habe nicht das Gefühl, dass unsere Fans dorthin fahren, um Rapid zu schaden“, meinte der Deutsche. Man habe zuletzt viele Gespräche nicht nur mit den Fans, sondern auch mit der Bundesliga und der Austria geführt und tue alles dafür, um eine Ausgangslage zu schaffen, damit das Derby in geordneten Bahnen über die Bühne gehen könne, betonte Hofmann.
Bei Rapid kommt jedoch eine sportlich äußerst angespannte Situation hinzu. Die Hütteldorfer sind bereits seit elf Partien sieglos, eine Niederlage gegen den Erzrivalen würde den ohnehin schon großen Unmut weiter steigern. „Dass der Fußball eine sehr emotionale Geschichte ist, wissen wir alle. Es möge derjenige den ersten Stein werfen, den am Fußballplatz noch nie die Emotionen übermannt haben. Aber es muss alles im Rahmen bleiben“, sagte der Rapid-Rekordspieler.
Das wäre im Sinne beider Clubs, denn sowohl Austria als auch Rapid wurden von der Bundesliga aufgrund der Derby-Vorfälle im September 2024 mit einer bis 1. Oktober bedingten Heimfansektorsperre und einer Sperre der gegenüberliegenden Sektoren für drei Spiele belegt. Sollte es zu Ausschreitungen kommen, könnte diese ausschließlich für Partien gegen Austria, Rapid, Red Bull Salzburg, Sturm Graz und LASK vorgesehene Sanktion umgesetzt werden.
Hofmann: „Derby ist einfach etwas Schönes“
Die Vorfreude aufs Derby ist bei Hofmann trotzdem groß. „Ein Derby ist einfach etwas Schönes. Gewisse Emotionen gehören dazu und machen es besonders. Ich habe es geliebt, Derbys zu spielen“, erklärte der 45-Jährige.
Seine unter anderem für Finanzen und Marketing zuständige Geschäftsführungs-Kollegin Daniela Bauer wartete wenige Tage vor dem Derby mit durchaus bemerkenswerten Zahlen auf. In einer auf den Zahlen der Saison 2024/25 basierenden Studie der Econmove GmbH, die zuletzt eine ähnliche Erhebung für den ÖFB erstellt hatte, wurden für Rapid 160,4 Millionen Euro an Wertschöpfung ausgewiesen. Demnach trage der Verein zur Schaffung und Sicherung von 884 Arbeitsplätzen in Österreich bei und leiste jährlich 28 Mio. Euro an Steuern und Abgaben. „Rapid schafft wirtschaftliche Impulse, stärkt den Zusammenhalt und bringt die Menschen in Bewegung“, resümierte Bauer.
(APA)/Bild: GEPA
