Barcelona vs. Real – ein Liga-Zweikampf mit offenem Visier

Spaniens Fußball-Großmächte starten am Wochenende verspätet in den Ligabetrieb. Das Meisterrennen läuft erneut auf einen Zweikampf hinaus. Sowohl Titelverteidiger FC Barcelona als auch Rekordchampion Real Madrid haben im Sommer viel investiert, um ihre Dominanz in der Liga zu wahren bzw. wiederzuerlangen. Barca gelang mit Spaniens Weltmeister-Kapitän Rodri der Königstransfer. Real hofft, mit Rückkehrer Jose Mourinho auf der Trainerbank an alte Erfolge anschließen zu können.

Bei den Buchmachern bleibt Barcelona der Titelfavorit. Die Katalanen haben ihren außerordentlich gut besetzten Kader noch einmal aufgebessert. Neben den neuen Offensivkräften Anthony Gordon (für 80 Mio. Euro aus Newcastle) und Karim Adeyemi (für 22 Mio. Euro aus Dortmund) nährt vor allem Rodri die Hoffnungen auf den dritten Meistertitel in Serie.

Der 30-Jährige soll mit Landsmann Pedri ein dominantes Mittelfeld-Duo bilden. Ob dieses bereits im ersten Ligaspiel am Sonntag (21.30 Uhr) bei Elche mit ÖFB-Verteidiger David Affengruber seine Premiere feiert, bleibt aber abzuwarten. Rodri hatte sich nach dem WM-Titel mit Spanien einem kleinen Eingriff am Rücken unterzogen und wurde erst am Dienstag in Barcelona präsentiert. „Er gibt jedem Team spezielle Dinge“, sagte Barca-Trainer Hansi Flick über seinen Neuzugang. „Er kontrolliert das Spiel und hebt das Level aller Spieler.“

Mourinhos „Mission“

Das Rennen um Rodri hat Real im Sommer bereits verloren. Im Rennen um den Meistertitel wollen die „Königlichen“ aber nicht erneut das Nachsehen gegen den Erzrivalen haben. Zwei Jahre ohne wesentliche Trophäe haben in Madrid Spuren hinterlassen. Mourinho soll dem Starensemble um Kylian Mbappe, Vinicius Junior und Englands Spielmacher Jude Bellingham Struktur geben – und vor allem deren große Egos managen.

In seiner ersten Real-Ära von 2010 bis 2013 war der streitbare Portugiese einmal Meister (2012) und einmal Cupsieger (2011). Ein Titelgarant war der 63-Jährige auf seinen jüngsten Stationen aber nicht: Weder mit Fenerbahce noch mit Benfica Lissabon holte „The Special One“, als der sich Mourinho einst bezeichnet hatte, eine Trophäe. Sein bisher letzter Meistertitel, den er 2015 mit Chelsea errungen hat, liegt elf Jahre zurück.

„Ich sehe es als Mission“, erklärte Mourinho. „Natürlich will ich gewinnen, ich will, dass Real Madrid wieder gewinnt.“ Er wolle aber nicht nur zu einer guten Gegenwart, sondern auch zu einer guten Zukunft für den Club beitragen. Der wiedergewählte Clubchef Florentino Perez genehmigte einen in den Jahren davor noch ausgebliebenen Kaufrausch, deren Spitze Yan Diomande darstellte. Mindestens 125 Mio. Euro Ablöse ließ sich Real den 19-jährigen Ivorer von RB Leipzig kosten.

Reals Kaufrausch

Mit Gesamtausgaben von mehr als 200 Millionen Euro – neben Diomande für die Außenverteidiger Marc Cucurella (55 Mio. an Chelsea) und Denzel Dumfries (20 Mio. an Inter Mailand) sowie Stürmerhoffnung Carlos Espi (25 Mio. Euro an Levante) – stellte Real auch jene von Barcelona in den Schatten. Dazu kamen mit Innenverteidiger Ibrahima Konate aus Liverpool und Spielgestalter-Routinier Bernardo Silva von ManCity zwei namhafte Akteure ablösefrei.

Brasiliens Jungstar Endrick kehrte von einer Leihe bei Olympique Lyon zurück, der Vertrag mit Landsmann Vinicius Junior wurde nach langem Hin und Her langfristig verlängert. „Wir haben einen sehr ausgewogenen Kader“, lobte Mourinho. Dieser sei emotionslos und ohne Druck von außen zusammengestellt worden. „Wir haben keine Schwachstellen im Kader.“ Beweisen müssen seine Schützlinge das erstmals am Samstag (21.30 Uhr) im Gastspiel bei Espanyol Barcelona.

Mehr Konstanz auf der Trainerposition kann der Stadtrivale Atletico Madrid vorweisen. Der einzige Club, der die Hegemonie von Barca und Real in den vergangenen 22 Liga-Jahren durch Meistertitel 2014 und 2021 gebrochen hat, geht in seine 16. Saison mit Diego Simeone an der Seitenlinie. Die Chancen auf einen Coup der „Colchoneros“ scheinen angesichts der Nachbesserungen bei der Konkurrenz aber schon höher gewesen zu sein – auch wenn „Atleti“ sein Auftaktspiel gegen Malaga bereits 2:0 gewonnen hat.

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