Bayern nach Sieg gegen Leipzig erstmals seit sechs Jahren im Halbfinale

Der Traum von Berlin lebt: Der FC Bayern München ist erstmals nach sechs Jahren wieder ins Halbfinale des DFB-Pokals eingezogen. Der Rekordpokalsieger gewann das lange umkämpfte Viertelfinale gegen RB Leipzig mit 2:0 (0:0) und darf weiter auf den ersten Pokalcoup seit 2020 hoffen.

Harry Kane erzielte für die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany per Foulelfmeter in der 64. Minute die umjubelte Führung. Für den Torjäger war es im 34. Pflichtspiel der Saison bereits der 39. Treffer, der fünfte schon gegen RB. Nur drei Minuten später gelang Luis Díaz unter den Augen von DFB-Teamchef Julian Nagelsmann das 2:0 – und damit die Entscheidung. Die Fans sangen schon vor Schlusspfiff: „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“.

Im Halbfinale am 21./22. April wartet Bayer Leverkusen, der VfB Stuttgart oder der SC Freiburg auf die Mannschaft von ÖFB-Teamkicker Konrad Laimer, die weiterhin in allen drei Wettbewerben aussichtsreich im Rennen liegen. Die Auslosung findet am 22. Februar statt. Das Finale in Berlin steigt am 23. Mai.

Leipzig kassiert dritte Pleite gegen Bayern

Pokalspezialist Leipzig, Sieger von 2022 und 2023 und in den letzten sieben Jahren immerhin viermal im Finale, kann sich nun ganz auf den engen Kampf in der Liga um die Champions-League-Plätze konzentrieren. Für Leipzig war es nach dem 0:6 und dem 1:5 in der Liga schon die dritte Pleite gegen die Münchner in dieser Saison.

Wie wichtig den Bayern der Pokal ist, hatte Vorstandschef Jan-Christian Dreesen vor der Partie unterstrichen: „Es ist klar, es geht ums Ganze. Wir haben Nachholbedarf.“ Seit 2020 war für die Bayern dreimal schon in der zweiten Runde Endstation, je einmal scheiterten sie im Viertel- sowie im Achtelfinale.

Kompany wechselt nicht durch

Nach dem 5:1 im Topspiel in der Liga gegen Hoffenheim nahm Kompany keine Wechsel in seiner Startelf vor. Leipzigs Coach Ole Werner veränderte sein Team im Gegensatz zum 2:1 in Köln auf zwei Positionen.

Aufseiten der Sieger saß ÖFB-Teamkicker Konrad Laimer, der am vergangenen Wochenende in der Liga ein Kurzcomeback nach Verletzungspause gegeben hatte, bis zur 69. Minute auf der Bank. Bei Leipzig war Nicolas Seiwald über die gesamte Spielzeit im Einsatz, Christoph Baumgartner und Xaver Schlager brachten es auf 78 bzw. 89 Minuten. Baumgartner war es auch, der in der vierten Minute das vermeintliche 1:0 für die Gäste erzielt hatte. Der VAR nahm den Treffer wegen Abseits aber zurück

Die Bayern wirkten in der Anfangsphase reichlich unsortiert. Die Gäste pressten hoch und zwangen die Münchner zu Fehlern. Durch Leipzigs mutige Spielweise ergaben sich aber auch Räume für die Bayern – und Chancen: Bei einem Schuss von Kane musste Castello Lukeba (12.) auf der Linie retten. Maarten Vandevoordt, der Peter Gulacsi im RB-Tor vertrat, war bereits geschlagen. Díaz (18.) und Kane (21.) vergaben wenig später in aussichtsreicher Position (18.).

Kane-Elfmeter als Vorentscheidung

Die Bayern hatten nun mehr Zugriff. Es entwickelte sich ein munteres Spiel, in dem Leipzig durch David Raum eine gute Möglichkeit zur Führung hatte (37.). Der deutsche Nationalspieler scheiterte jedoch an Manuel Neuer. Auf der anderen Seite war Vandevoordt in der Nachspielzeit gegen Aleksandar Pavlovic und Kane auf dem Posten wie gegen Serge Gnabry nach dem Wechsel (58.).

Der Leipzig-Keeper kam dann allerdings im Strafraum gegen Josip Stanisic zu spät. Den Elfmeter verwandelte Kane gewohnt sicher. Kurz darauf nutzte der zuletzt bärenstarke Díaz ein starkes Zuspiel von Michael Olise zum zweiten Treffer. Und die Bayern träumen vom Titel im Pokal.

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(APA/SID) / Bild: Imago