Bayern-Stürmer Kane gewinnt erstmals Ballon d’Or
Großer Jubel beim FC Bayern: Stürmerstar Harry Kane hat eine außergewöhnliche Saison vergoldet und sich mit dem Gewinn des Ballon d’Or zum Weltfußballer gekrönt.
Der Engländer, der sich unter anderem gegen WM-Rekordtorschütze Kylian Mbappé und Weltmeister Lamine Yamal durchsetzte, bekam die begehrte Trophäe am Montagabend im Palladium Theatre in London von Ronaldo überreicht – keine zehn Meilen von seinen Wurzeln im Stadtteil Walthamstow entfernt.
„Dass ich hier in London bin, hat das Ganze zu etwas ganz Besonderem gemacht. Es war für mich heute Abend ein gutes Omen“, sagte Kane mit zittriger Stimme, der Angreifer war den Tränen nahe.
Das goldene Heimspiel war für Kane der Lohn für die bislang beste Saison seiner Karriere. Unfassbare 73 Tore in 65 Pflichtspielen hatte der 33-Jährige für die Bayern und die englische Nationalmannschaft erzielt. Die Bayern schoss er so zum ersten Double seit sechs Jahren, die „Three Lions“ führte er bei der WM als Kapitän auf Platz drei. Hinzu kommen die Ehrung als Deutschlands Fußballer des Jahres und der Gewinn des Goldenen Schuhs als bester Torjäger Europas sowie der Gerd-Müller-Trophäe am Montagabend als Stürmer des Jahres.
Bayern-Präsident: „Keiner so sehr verdient wie Kane“
„Es war mit Abstand meine beste Saison. Ich bin extrem stolz, diese Zahlen erreicht zu haben“, sagte Kane vor Beginn der Zeremonie. Aber: „Es gibt immer mehr, was du tun kannst. Den Ballon d’Or zu gewinnen, war schon immer einer meiner Träume.“ Bayerns Präsident Herbert Hainer unterstrich: „Es hat keiner so sehr verdient wie Kane.“
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Dabei sind es längst nicht „nur“ die Zahlen, die Kane auszeichnen. Bei den Bayern ist er längst viel mehr als ein reiner Strafraumstürmer. Er ist Spielmacher, Ballverteiler, gelegentlich sogar mitkämpfender Verteidiger. Kaum verwunderlich also, dass ihm bei den Münchnern von allen Seiten die Herzen zufliegen. Die 100 Millionen Euro, die die Bayern vor nun über drei Jahren an Tottenham Hotspur überwiesen hatten, haben sich längst ausgezahlt.
Kane sei „eine Galionsfigur unseres Vereins“, hatte Vereinspatron Uli Hoeneß in der Welt am Sonntag gesagt und bekannt: „Ich bin verrückt nach Harry Kane.“ Zumal der Stürmer, wie Karl-Heinz Rummenigge in Münchner Merkur/tz schrieb, nicht nur mit seinen herausragenden Statistiken – sondern auch als „Gegenentwurf“ des modernen, viel zu oft auf die bloße Inszenierung bedachten Fußballers überzeuge.
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Dennoch auch Auszeichnung für Yamal
Tatsächlich hatten Kanes Konkurrenten – vor allem Yamal und Mbappé – vor der Verleihung wortgewaltig Eigenwerbung betrieben. Kane ließ lieber seine Taten und andere für sich sprechen. Und profitierte dabei auch von einem Jahr, in dem die großen Titel nicht dank herausragender Einzelkönner, sondern vielmehr von starken Mannschaften gewonnen wurden. So reichte letztlich auch „nur“ das Double mit den Bayern, die sich darüber hinaus über das Ende einer Durststrecke freuen durften.
Seit dem Triumph von Rummenigge 1981 hatte kein Münchner Profi den Ballon d’Or gewonnen. Nun, 45 Jahre später, ist ein Nachfolger gefunden.
Auszeichnung auch für Yamal: Spanien dominiert Ballon-d’Or-Gala
Die restlichen Auszeichnungen gingen fast ausschließlich nach Spanien. Weltmeistercoach Luis de la Fuente wurde Trainer des Jahres, bei den Frauen holte Pere Romeu (FC Barcelona) den Preis. Weltfußballerin wurde zum dritten Mal Alexia Putellas, die im Sommer aus Barcelona zu den London City Lionesses gewechselt war.
Unai Simón (Athletic Bilbao) und Cata Coll (Barcelona) sicherten sich die Torhüter-Trophäe, Yamal und Vicky López (Barcelona) sind die größten U21-Talente des Jahres. Der FC Barcelona gewann nach dem Quadrupel aus Meisterschaft, Pokal, Supercup und Champions League die Wahl zum besten Frauen-Team. Als Männer-Mannschaft des Jahres wurde Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain ausgezeichnet.
