LIENZ,AUSTRIA,29.DEC.15 - ALPINE SKIING - FIS World Cup, Lienz, slalom, ladies. Image shows Bernadette Schild (AUT). Photo: GEPA pictures/ Andreas Pranter

Bernadette Schild kann wieder lachen

via Sky Sport Austria
Lienz (APA) – Mit Carmen Thalmann auf Position sieben und Michaela Kirchgasser auf zwölf sind nur zwei Österreicherinnen in der Slalom-Weltcupwertung in den Top-15, aber es haben bereits insgesamt neun gepunktet. Das war nach den Rücktritten der Leistungsträgerinnen Kathrin Zettel und Nicole Hosp nicht zu erwarten. Erstmals schrieb als 14. in Lienz in dieser Saison Bernadette Schild an, die wieder lachen kann.

Thalmann als Vierte und Katharina Truppe als Neunte – für beide Kärntnerinnen bedeutete dies das jeweils beste Karriereergebnis – waren die besten ÖSV-Läuferinnen beim Sieg der Schwedin Frida Hansdotter in der Dolomitenstadt. Nach drei Nullnummern in der bisherigen Saison kam aber auch für Schild das Resultat zur richtigen Zeit.

“Was bisher war, lasse ich im alten Jahr. Dass heute hier nehme ich mit ins neue. Ich kann ja gut Skifahren”, sagte die Salzburgerin, die am 2. Jänner 26 Jahre und ihren Geburtstag erstmals seit langem wieder daheim feiern wird, ehe es vor dem Santa-Caterina-Slalom für zwei Tage zum Training nach (voraussichtlich) Kühtai geht.

starter-sport-beitrag

“Heute war vom Helm bis Schuhe und Ski alles neu, alles anders. Das war auch wichtig für mich, für den Kopf, dass ich gewusst habe, ich stehe jetzt nicht wieder mit dem gleichen Zeug da, mit dem ich schon dreimal da gelegen bin. Ich werde da jetzt dranbleiben und weitermachen. Mir ist es vor drei Jahren schon mal so gegangen, und ich bin zum Schluss auch wieder ganz vorne gestanden”, hat Rossignol-Pilotin Schild die Zuversicht wiedergefunden.

Nach einer schwierigen vergangenen Saison hatte Schild vieles verändert, der gewünschte Erfolg stellte sich bis Lienz aber nicht ein. Dort hatte sie sich für den weiteren Durchgang noch etwas mehr ausgerechnet. “Ich habe so super trainiert, ich hatte auch Vergleiche mit anderen. Ich dachte, ich schalte alles aus und fahre einfach wieder locker Ski. Aber man kann es sich noch so gut einreden, das braucht Zeit, das braucht Ergebnisse.”

Deshalb war sie am Ende mit dem Ergebnis nach “zwei sehr verbremsten, sicheren Läufen” zufrieden. Und sie wird den eingeschlagenen Weg, zwischendurch auch kleinere Rennen zu bestreiten, weitergehen. “Für mich ist Training zwar wichtig, aber ich brauche den Rennrhythmus. Ich muss in einer Rennsituation probieren, was geht.”

2013 und 2014 war Schild bereits fünfmal im Weltcup in den Top-Sechs, darunter als Zweite und zweifache Dritte auch dreimal auf dem Podest. “Natürlich gehöre ich weiter vorne hin. Aber das muss man irgendwann akzeptieren, dass man mal nicht da ist. Und dass man vielleicht im Training die Leistungen zeigt, dass man ganz vorne hingehört, aber dass Training und Rennen zwei andere Sachen sind. Es ist für mich wichtig, zu akzeptieren, dass ich mich von hinten langsam nach vorne arbeite.”

Um den Kopf wieder frei zu bekommen, war sie in den vergangenen zwei Wochen viel Klettern. “Wenn es nicht läuft im Beruf oder in dem Fall bei mir beim Skifahren, dann muss man sich was suchen, wo man sich wieder aufkämpft und wieder zu lachen anfängt. Und nicht so das aufgesetzte Lachen, sondern lachen, weil man einfach einen schönen Tag gehabt hat.”

Sie freut sich jetzt auf die paar Tage zu Hause. Und auf die nach Lienz veränderten Umstände. “Vielleicht einmal nicht mehr so drüber reden oder so drüber nachdenken, was man ändern könnte. Woran es liegt. Ob es nur an mir liegt.”

Ihre Schwester Marlies wisse genau, wie es ihr derzeit gehe. “Wir reden nicht viel drüber, ich habe auch ehrlich gesagt keine Lust mehr. Das weiß sie. Im Endeffekt sagt sie immer, locker bleiben, weitermachen, irgendwann geht es. Und wenn nicht, ist auch wurscht.”

Der Rückhalt der Familie ist dennoch sehr wichtig. “Man ist in einer Situation, in der man gerne Hilfe möchte, die aber keiner geben kann. Aber es können die wichtigen Leute für einen da sein und vergewissern, dass es so ist im Leben. Und das gibt schon ein gutes Gefühl. Im Endeffekt muss ich es selbst schaffen.” Den ersten Schritt hat sie in Lienz gemacht.