Best of Talk und Tore #330 mit Schöttel, Flögel und Canadi

via Sky Sport Austria

Wien, 26. Oktober 2015. Zu Gast bei „Talk und Tore“, der tipico-Fußballdebatte am Sonntag, 25. Oktober 2015 waren Grödig-Trainer Peter Schöttel, Altach-Coach Damir Canadi, FAC-Trainer Thomas Flögel und Sky-Experte Heribert Weber. Hier einige Aussagen des von Thomas Trukesitz moderierten Live-Talks.

Hier einige Aussagen des von Thomas Trukesitz moderierten Talks

Peter Schöttel: …glaubt, dass es Schiedsrichter heute schwerer haben als früher: „Es hat sich viel verändert in den letzten Jahren. Vor 20, 30 Jahren hat es eine Kamera gegeben. Heute hast du zwanzig verschiedene Perspektiven, du kannst im Tempo schneller, langsamer das Ganze analysieren. Es ist sicher schwieriger geworden, weil man ihnen die Fehler auch ununterbrochen vorspielen kann. Genauso wie man sich schöne Tore aus hunderttausend Perspektiven tausend Mal anschauen kann, ist es jetzt auch umgekehrt so.“ …über die Suspendierung von Torhüter Rene Swete: „Wir haben uns am Montag mit Rene Swete getroffen. Er hat uns seine Sicht der Dinge dargelegt, die sich doch in einigen Punkten wesentlich unterscheidet von denen, die in den Medien kolportiert wurden. Deswegen war es auch klar, dass wir ihn von Training freigestellt haben, damit die Mannschaft auch konzentriert arbeiten kann. Ich glaube auch nicht, dass er so wahnsinnig konzentriert beim Training gewesen wäre. Rene ist sehr beliebt in der Mannschaft, hat natürlich Freunde in der Mannschaft. Die Stimmung war zu Wochenbeginn gedrückt, von den Spielern her natürlich. Für die Außendarstellung des Vereins war es ganz klar ein Schlimmes Thema, aber wir wollen nicht vorverurteilen. Wir warten das Ergebnis ab und dann schauen wir, wie es weitergeht.“

Damir Canadi: …über Umgang und Kommunikation in der Fußballbranche: „Absolut. Ich stehe zu dem, was ich sage. Ich habe mir das nicht irgendwo herausgesogen. Ich habe das auch schon mit Fritz Stuchlik vor einem Jahr besprochen, ich habe ihm das auch persönlich gesagt. Ich habe mit Sedlacek schon öfters eine Diskussion geführt. Für die Trainer mit den Spielern am Platz, es ist immer ganz schwierig, gewisse Kommunikation zu halten. Wir sind alle in einem Berufsstand. Es geht nicht um meine Person. Da rede ich natürlich auch im Namen aller, die für den Fußball in diesem Beruf stehen. Ich glaube, da muss schon etwas passieren, dass wir eine bessere Kommunikation bekommen. Das Auftreten am Platz, wie geht man miteinander um? Wir versuchen auch immer Vorbilder zu sein, ich weiß es. Das werden wir auch weiterhin tun. Aber man redet auch mit den Schiedsrichtern nach dem Spiel. Sie sehen das auch ähnlich. Sie sind jetzt für mich auch nicht immer schuld. Sie werden beurteilt. Sie werden mit Kameraeinstellungen beobachtet. Es ist ja nicht leicht. Es geht auch nicht immer um die Fehlentscheidung. Es geht einfach um die Art und Weise, wie dann weiter gesprochen wird, wie umgegangen wird. Da haben wir sicherlich Luft nach oben, alle miteinander, dass wir in der Kommunikation dazulernen.“ …über die Schwächen von Altach nach den Europacupspielen: „Was ich normal nicht sage, es gibt nicht mehr als 100 Prozent. Aber ich bin der Meinung, dass wir gegen Guimares und Belenenses oft auf 105 Prozent waren, dass wir alles unseren Körpern abverlangt haben und jetzt vielleicht mit der einen oder anderen Verletzung Tribut zollen. Aber ich kann es nur betonen. Wir haben uns alle darüber gefreut. Es war einfach eine Super-Geschichte, es war für jeden eine tolle Erfahrung. Ich will jetzt auch nicht sagen, dass es besser oder schlechter gewesen wäre. Wir nehmen die Situation so an wie sie ist. Wichtig ist, dass die Mannschaft das tut und das macht sie auch. Sie ist auch selbstkritisch genug. Warum wir besser oder schlechter spielen, das kann man jetzt schwer analysieren. Ich glaube, auch ein Hannes Aigner ist nicht in dieser Top-Form, wie wir ihn gebraucht hätten. Der immer für wichtige Tore für uns zuständig war. So ist die Situation jetzt eben. Wir werden sie annehmen.“ …über das verflixte zweite Jahr in der Bundesliga: „Als ich gekommen bin und beim Meistertitel, wusste jeder was zu tun ist. Dann sind wir aufgestiegen, die Euphorie ist dazugekommen, wir haben Spiele gewonnen und dann bekommt das eine Eigendynamik. Die Ziele, die wir uns dann gesetzt haben, waren größer als erwartet. Europacup war als Ziel einfach riesengroß. Und als wir gesehen haben, dass wir das erreichen können, haben wir dem alles untergeordnet. Dann kommt die zweite Saison, dann kommt der Alltag, dann erwartet auch jemand von dir etwas. Ich habe Spieler, die nie Leistungsträger in den Vereinen waren, von denen wir sie geholt haben. Spieler, die geführt worden sind, die nun führen müssen. Und das Ziel der Mannschaft, einzuschätzen, was können wir wiederholen, was können wir nicht wiederholen. Wie stark sind wir wirklich. Und dann fehlt einfach die Realität.“

Thomas Flögel: …gibt den FAC noch lange nicht auf: „Solange theoretisch eine Chance besteht, werden wir immer daran glauben. Das ist einmal klar. Denn sonst hätte ich den Job nicht angenommen und die meisten Spieler sich hingegeben. Ich denke, dass die Herausforderung nun sein wird, in jedes Spiel zu gehen um so viele Punkte wie möglich bis zu Schluss zu sammeln. Und dann schauen wir einmal, wie weit wir noch kommen, ob wir den einen oder anderen Verein noch überholen können. Wir sind frohen Mutes und glauben noch immer an das Unmögliche.“

Sky-Experte Heribert Weber: …über die Unform Rapids in den letzten Bundesligaspielen: „Ich glaube eben, dass die Spieler zu oft sehr intensiv mit den Gedanken bei diesen internationalen Spielen sind und dann vielleicht die heimische Meisterschaft nicht so ernst nehmen, wie sie das tun sollten. Und das ist für mich das gröbere Problem.“ …über die Leistungssteigerung der Austria: „Wenn man sich daran erinnert, wie die Austria gespielt hat beim ersten Derby, wo sie 2:5 verloren haben, dann hat man heute gesehen, dass das ein großer Schritt nach vorne war. Nicht nur, weil sie gewonnen haben sondern auch weil sie sehr stabil waren in der Defensive und immer gefährlich waren, wenn Rapid damit nicht gerechnet hat. Das zeichnet die Austria aus, auf der einen Seite sehr gefährlich bei Standardsituationen, auf der anderen Seite mit Kayode ein Stürmer, der immer wieder seine Schnelligkeit einsetzt und auch seine Mitspieler sehr gut forcieren kann, wie man das beim 2:1 für die Austria sehr gut gesehen hat.“

Der Sky-Fragen11er mit #Schöttel, #Canadi und #Flögel

Eine Wiederholung der aktuellen „Talk und Tore“-Sendung ist heute, Montag, 26. Oktober. 2015 um 23.45 Uhr, am Dienstag, 27. Oktober 2015 um 9.15 Uhr und am Mittwoch, 28. Oktober 2015 um 18.45 Uhr auf Sky Sport Austria HD zu sehen.