Bielefeld sorgt mit DFB-Pokal-Finaleinzug für Novum

Der deutsche Fußball-Drittligist Arminia Bielefeld hat mit der nächsten DFB-Pokal-Sensation Geschichte geschrieben. Der 2:1-Heimsieg gegen Meister Bayer Leverkusen war der vierte Sieg der Elf von Trainer Mitch Kniat im Cup gegen einen Bundesligisten in Folge. Das hat in dem Bewerb noch kein Team unterhalb der zweiten Liga geschafft. „Ich bin einfach nur stolz auf diese Mannschaft“, sagte Kniat in der ARD. Bielefeld kann am 24. Mai als erster Drittligist überhaupt den Cup holen.

Nachdem die Arminia zum Cupauftakt Zweitligist Hannover 96 (2:0) eliminiert hatte, folgten Siege gegen Union Berlin (2:0), Freiburg (3:1) und Werder Bremen (2:1). Am Dienstag wurde schließlich mit Leverkusen der Titelverteidiger und vorjährige Doublesieger entthront und somit quasi der Ausnahmezustand in Bielefeld ausgerufen. „Heute lassen wir mal Fünfe gerade sein“, sagte der Coach. „Heute ist eine Ausnahme, wo ich auch mal ein halbes Bier trinke.“ Den Arbeitsbeginn am Mittwoch ließ der 39-Jährige offen. „Wir haben keinen fixen Zeitpunkt, wann wir die Leute aus dem Bett holen. Die können kommen, wann sie wollen.“

Bielefeld könnte Historisches schaffen

Die Bielefelder können nun am 24. Mai im Berliner Endspiel für ein weiteres Novum sorgen und als erster Drittligist den DFB-Pokal gewinnen. Das hatten Hertha BSC II 1993, Energie Cottbus 1997 und Union Berlin 2001 in ihren Finalspielen verpasst. Bereits fix ist der Geldregen, den der Finaleinzug der klammen Arminia beschert. 2,88 Mio. Euro sind dem Club sicher, bei einem Final-Triumph gäbe es 4,32 Millionen. Hinzu kommen etwa 45 Prozent der Ticketeinnahmen von Berlin. Bisher hatte die Cupsaison dem Underdog schon rund 6,5 Mio. Euro in die Kassen gespült.

Katzenjammer herrschte derweil bei Bayer Leverkusen, das nun vor einer Spielzeit ohne Titel stehen könnte. „Das war mit Abstand das schlechteste Spiel in dieser Saison“, sagte Nationalspieler Robert Andrich. „Wir haben eine Menge falsch gemacht.“ In der Bundesliga liegt Leverkusen sechs Punkte hinter Spitzenreiter Bayern München. Aus der Champions League sind die Rheinländer schon ausgeschieden. Ohne ihren verletzten Superstar Florian Wirtz fehlte den Leverkusenern in der Offensive die Durchschlagskraft, hinten leistete man sich ungewohnte Unaufmerksamkeiten.

(APA)

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Beitragsbild: Imago