Österreichs Kletterteam Pilz und Schubert bei den Olympischen Spielen in Paris hat bei den Wettkämpfen in Le Bourget nah

Bronze-Duo Pilz und Schubert hofft 2028 auf Lead-Bewerb

Österreichs Kletterteam Pilz und Schubert bei den Olympischen Spielen in Paris hat bei den Wettkämpfen in Le Bourget nahe am möglichen Optimum abgeschnitten.

Zwei Aktive, zwei Medaillen – viel mehr geht nicht. Jakob Schubert hätte zwar gerne etwas Anderes als wieder Bronze mitgenommen, war aber letztlich mit der Medaille glücklich. Jessica Pilz sowieso, für sie ist Rang sieben von Japan vergessen. Beide erwägen, für 2028 auf ihre dritten Spiele loszugehen, aber nur bei gesondertem Lead-Bewerb.

Schubert und Pilz hoffen auf Programmänderung

„Die Chance ist da, ich kann es aus heutiger Sicht nicht profund beantworten. Das wird Ende nächsten Jahres entschieden“, bezog sich ÖKV-Teamcoach Kilian Fischhuber auf die mögliche Programmänderung. Schubert wie Pilz werden diese Entscheidung abwarten. „Wenn es die Einzeldisziplin wird, kann ich mir es gut vorstellen. Die Kombi weiß ich nicht genau, ob es das in vier Jahren noch wird“, erklärte Pilz. Mit 27 Jahren und den 33 von Schubert sind die beiden schon jetzt im oberen Bereich des Altersspektrums, im Lead macht ihnen freilich nicht so schnell wer etwas vor.

Daher hofft man im österreichischen Team auf das Splitten von Boulder und Lead, so wie für Paris schon Speed zum eigenständigen Bewerb wurde. Fischhuber: „Es sagen alle Sportler, wir brauchen die Einzeldisziplinen. Es ist schön, eine Kombination zu haben, aber du brauchst zuerst die Einzeldisziplinen. Wir pochen darauf. Es ist nur vernünftig, dass man einer Sportart, die so groß ist, die auch im Breitensport aus allen Nähten platzt, mehr Bühne bietet. Der Sport boomt, es kommt extrem gut an. Es wäre einfach nur noch besser, wenn wir drei Bewerbe mit Medaillen hätten.“

Pilz plant Weltcup-Rückkehr nach Olympia

Pilz hat die ihre, sichergestellt am Tag nach dem Männer-Finale. Dass dieses einen Tag vor jenem der Frauen gewesen sei, sei „ein bisschen nervenaufreibend“ gewesen. Sie habe sich danach zurückgezogen, denn Schubert spreche oft den ganzen Tag über seine Runden. „Da muss ich dann Kopfhörer reingeben.“ Im Gegensatz zu ihrem Landsmann möchte die Niederösterreicherin die Weltcup-Saison noch fortsetzen. Ein EM-Antreten Ende August in Villars/Schweiz werde für sie nun aber nichts. „Da ist der Kopf nicht dafür. Das hier war wichtiger“, und deutete auf ihre Medaille.

Sie werde sie in eine Vitrine hängen, ließ die ÖOC-Athletin wissen. „Ich glaube, die bekommt einen besonderen Platz.“ Olympiasiegerin Janja Garnbret mag das ähnlich halten, sie hat freilich nun zwei Goldene. Pilz beneidet sie dennoch nicht. „Ich möchte nicht in ihrer Haut stecken, wenn sie alles gewinnt und total gut ist. Den Druck muss man erst einmal aushalten.“ Die Slowenin sei so angespannt gewesen, wie sie sie schon lange nicht mehr gesehen habe. Pilz: „Man hat schon gemerkt, dass sie das gewinnen muss und dass sie das weiß.“

Tokio-Teilnahme als Vorteil

Dass es darauf ankomme, dem Druck standzuhalten, darauf wies auch Fischhuber bei Schubert und Pilz hin. Sie hätten freilich beide den Vorteil gehabt, in Tokio schon dabei gewesen zu sein. Im Endeffekt sei aber Olympia ganz anders, die große Bühne – so toll eine WM auch sei. Fischhuber: „Jedes Bild schaut einfach superlässig aus. Ich denke, es war eine Riesenwerbung für unseren Sport.“ Wahrnehmung und Wertschätzung hätten sich auch daheim verändert. „Mit einer Medaille bei Sommerspielen, das ist in Österreich immer was Besonderes.“

Dazu komme, dass Schubert als sympathischer, professioneller Sportler seit Tokio 2021 drei Jahre super Werbung gemacht habe, nun dazu die Pilz-Medaille. „Ich denke, dass das schon was auslösen wird“, vermutete Fischhuber. Schubert müsse man für seine Entscheidung, wie es jetzt weitergehe, noch Zeit lassen. „Er ist niemand, der sich in den Hängestuhl legt und sagt, jetzt tue ich ein, zwei Jahre nichts und schaue, wie sich der Sport entwickelt. Er wird im Lead immer dranbleiben. Er hat seine Felstripps und seine Projekte gebucht und geplant. Das ist schon mal ganz gut.“

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(APA) / Bild: GEPA