Bulls-Interimstrainer Schrittwieser nach Niederlage: „Wir sind maximal das sechstbeste Team der Liga, weil fünf Teams momentan besser sind als wir“
- Schrittwieser zur ‚Erfolgsverwöhntheit‘ der Mannschaft: „Die Erfolgsverwöhntheit in den letzten eineinhalb Jahren hat dazu geführt, dass man die Dinge ein bisschen schleifen hat lassen“
- Michael Schrittwieser über die Beurlaubung von Mike Coffin: „Die Ergebnisse sind nicht auf Mikes Mist gewachsen“
- Bulls-Präsident Gernot Mach über den vorläufigen Trainerwechsel: „Irgendwann muss man die Reißleine ziehen, es hilft nichts“
- Gernot Mach zur Trainerfrage: „Wir werden in vier Wochen eine Entscheidung treffen“
- Andreas Worenz über die Neuverpflichtung von Stefan Djukic: „Er soll uns mehr Tiefe geben“
Kapfenberg Bulls – SKN St. Pölten Basketball 63:73
Michael Schrittwieser (Interimstrainer Kapfenberg Bulls):
…über das Spiel: „Sankt Pölten war verdientermaßen die bessere Mannschaft. Sie haben über 30 Minuten eine sehr hohe Intensität aufrechterhalten. Wir sind gut gestartet, waren aber mit zunehmendem Verlauf des Spiels nicht mehr in der Lage, gegen die hochintensive Verteidigung der Gäste in die Offense zu kommen. Wir sind mit dem Druck der Sankt Pöltner nicht zurecht gekommen. Die jungen österreichischen Spieler haben das mit Abstand noch am besten gelöst heute. Ich bin heute unzufrieden mit der Gesamtleistung, aber mit der Entwicklung der jungen Spieler sehr zufrieden.“
…über einen möglichen weiteren Saisonverlauf: „Wir schauen, dass wir uns für die Playoffs qualifizieren, dann haben wir fünf, sechs Wochen Zeit, einen Schritt zu machen. Die Auslosung ist nicht einfach. Wir sind in beiden Spielen Außenseiter. Wir werden unser Bestes versuchen, ansonsten werden wir uns über die unteren vier für die Playoffs zu qualifizieren versuchen. Wir sind momentan dort, wo wir aufgrund der Leistung hingehören. Wir sind maximal das sechstbeste Team der Liga, weil fünf Teams momentan besser sind als wir. Die Erfolgsverwöhntheit in den letzten eineinhalb Jahren hat dazu geführt, dass man die Dinge ein bisschen schleifen hat lassen. Wir dürfen nicht nach hinten schauen, sondern nach vorne und müssen schauen, wer bereit ist, diesen Schritt mitzugehen.“
…über die aktuelle Situation beim Team der Kapfenberg Bulls (vor dem Spiel): „Ich bin seit einer Woche der neue Trainer, aber kein Zauberer. Wir haben versucht, die Mannschaft zu mobilisieren und ein paar kleine Veränderungen zu machen, aber die größte Veränderung ist im Bereich Intensität und Energie zu machen. Wir hoffen, dass die Mannschaft ein anderes Gesicht zeigen kann.“
…über die Beurlaubung von Mike Coffin (vor dem Spiel): „Das war und ist noch immer sehr schwierig. Ich verbinde mit Mike sehr viel. Er hat sein Bestes gegeben und wir haben immer toll zusammengearbeitet und werden das in Zukunft hoffentlich auch wieder tun. Das Präsidium hat sich aber entschieden, diesen Weg zu gehen. Es ist eine Maßnahme, die wir alle mittragen, denn es ist eine richtungsweisende Entscheidung für uns, dass wir uns mit den bisherigen Ergebnissen nicht zufrieden geben. Die Ergebnisse sind nicht auf Mikes Mist gewachsen, es ist ein ganzes System und in dem Fall wurde der Impuls so gesetzt. Mike hat basketballtaktisch alles drauf, was man draufhaben kann und weiß jedes Detail. Es geht darum, das Team zu mobilisieren beziehungsweise zu einem Team zu machen. Wenn das nicht gelingt in den nächsten Wochen, ist Feuer am Dach. Es liegt nicht im Basketball und es lag nicht am Fachwissen von Mike.“
Nemanja Krstic (Kapfenberg Bulls):
…über das Spiel und den Trainerwechsel: „In den letzten beiden Wochen hatten wir viele Veränderungen es ist ein harte Zeit, alles startete von neu. Wir hatten viel Probleme in der Offense. Das müssen wir im Training beheben.“
…über die jungen Spieler im Team und Michael Schrittwieser: „Es sind viele junge Spieler zum Einsatz gekommen, aber sie müssen ins Spiel finden durch harte Arbeit und intensives Training. Ich kenne Michael Schrittwieser seit langem und wir haben große Erfolge gefeiert und ich glaube, dass wir unseren Weg finden und es wieder ins Finale schaffen werden.“
Tobias Schrittwieser (Kapfenberg Bulls) in der Halbzeitpause:
…zum Trainerwechsel: „Es war für uns alle ein Schock, aber die Intensität war von Anfang an im Training integriert und jetzt versuchen wir es im Spiel auch so zu machen. Ich habe es auch erst fünf Minuten vor der Mannschaft erfahren.“
Gernot Mach (Präsident Kapfenberg Bulls) in der Halbzeitpause:
…über den vorläufigen Trainerwechsel: „Wir haben von 25 Spielen sechs gewonnen und es war naheliegend, dass wir generell etwas tun müssen. Wir haben Mike beurlaubt und schauen die nächsten vier Wochen, wie es weitergeht. Wir müssen die Mannschaft neu zusammenstellen. Mike hat versucht sein Bestes zu geben, aber es hat im Gesamten nicht gereicht. Irgendwann muss man die Reißleine ziehen, es hilft nichts. Michael (Schrittwieser, Anm.) kennt die ganze Mannschaft, er ist Kapfenberger und wir hatten grandiose Erfolge mit ihm. Wir hoffen natürlich alle, dass es anders weitergeht. Wir haben Mike vier Wochen beurlaubt und werden nachdenken, wie es weitergeht und in vier Wochen eine Entscheidung treffen. Wir werden keinen ausländischen Trainer verpflichten.“
Andreas Worenz (Head Coach SKN St. Pölten Basketball):
…über den Spielverlauf: „Wir haben die Intensität hochgehalten und in der zweiten Halbzeit die Würfe getroffen, was wir in der ersten Halbzeit nicht gemacht haben – das war ausschlaggebend. Wir haben gesagt, wir müssen Druck ausüben und unsere Guards sind exzellente Verteidiger, das hat uns sehr geholfen.“
…über den Saisonverlauf und den fixen Play-Off-Platz: „Ich bin extrem happy. Wir haben zehn Siege eingefahren. Wir haben uns erfangen nach der kleinen Minikrise, die wir gehabt haben. Wir haben eine sehr erfolgreiche Hinrunde gespielt, hatten dann eine unfreiwillige Coronapause, hatten sehr schwierige Spiele, wo wir sehr dezimiert angetreten sind. Jetzt haben wir das erfolgreich gemeistert. Wir sind das dritte Jahr in der Basketball Super Liga und haben alle drei Jahre die Top-Sechs geschafft.“
…über die Einberufung von Jakob Wonisch und Rashaan Mbemba ins Nationalteam: „Ich bin happy und sehr stolz. Rashaan hat mit seinen 18 Jahren heute wieder gespielt wie ein Mann. Jakob hat sich super entwickelt.“
…über die Neuverpflichtung von Stefan Djukic: „Er soll uns mehr Tiefe geben. Chris Ferguson ist angeschlagen und wir haben ein sehr hartes Restprogramm. Es ist vor allem wichtig, dass wir Rashaan Entlastung geben. Wir haben in drei Wochen das nächste Pflichtspiel. Im Großen und Ganzen freuen wir uns auf die Zwischenrunde.“
Rashaan Mbemba (SKN St. Pölten Basketball):
…über das Spiel: „Wir haben seit langem wieder als Team gespielt und so hat es sich auch angefühlt. Wir hatten weniger Druck und wir haben wieder Spaß am Spiel gefunden.“
…über seine Einberufung ins Nationalteam: „Eingeladen zu werden ist eine große Ehre und ich werde versuchen, mein Bestes zu geben.“
Bild: GEPA
