SANKT POELTEN,AUSTRIA,17.JUN.19 - SOCCER - tipico Bundesliga, SKN Sankt Poelten, training start, press conference, presentation of the new head coach. Image shows general manager Andreas Blumauer (St.Poelten). Photo: GEPA pictures/ Walter Luger

SKN hielt Transfersperre laut Medienbericht monatelang geheim

von Franz Verworner

Im Jänner diesen Jahres informierte der spusu SKN St. Pölten darüber, dass der Verein von der FIFA mit einer Transfersperre belegt wurde. Laut einem Bericht von weltfussball.at wurde die Vereinsführung allerdings bereits Monate zuvor über die Sperre informiert.

Nach einem Rechtsstreit mit dem ehemaligen SKN-Stürmer Alhassane Keita wurde der SKN St. Pölten von der FIFA mit einer Transfersperre belegt, dies gab der Verein im Jänner 2019 bekannt. Wie weltfussball.at nun berichtet, wurde der Verein aber bereits einige Monate zuvor über die Verhängung der Sperre informiert. Nach einer Anfrage des Online-Mediums beim CAS (“Court of Arbitration for Sport” – internationaler Sportgerichtshof) wurde man in Niederösterreich am 14. September 2018 über das Vorgehen informiert. Auffällig ist, dass die Niederösterreicher innerhalb des Winter-Transferfensters keine Spieler verpflichtet haben, dieses hatte allerdings bereits ab dem 7. Jänner geöffnet.

Auch der damalige SKN- und heutige Rapid-Trainer, Dietmar Kühbauer, könnte von der Sperre gewusst haben. Für diese Theorie des Medienberichts spricht der schnelle Abgang des Trainers zu seinem neuen Arbeitgeber in Wien. Noch am Nachmittag des 1. Oktober war ein Abgang Kühbauers zum SK Rapid für General Manager Andreas Blumauer im Interview mit “ORF NÖ” undenkbar, am selben Abend wurde der Wechsel verkündet. Möglicherweise konnte Kühbauer die Transfersperre als Druckmittel gegenüber seinem Arbeitgeber einsetzen, hierbei handelt es sich aber um reine Spekulation.

Ob Kühbauers Nachfolger, Ranko Popovic, von der Transfersperre wusste, ist fraglich. Auf seiner Vorstellung sprach der damalige Neo-Coach noch davon, seinen Kader mit einem neuen Verteidiger und einem Stürmer verstärken zu wollen.

Inwieweit der SKN die Vorstandsmitglieder über die Problematik unterrichtet hat, geht aus dem Bericht nicht hervor. Das ehemalige Vorstandsmitglied Gunter Spitzhüttl dementierte in einem Interview mit den “NÖN” jedenfalls, ein Schreiben der FIFA zu Gesicht bekommen zu haben: “Ich bekam nie ein FIFA-Schreiben zu sehen.” Zwischen 14. September 2018 und 23. Jänner 2019 war laut weltfussball-Informationen zumindest eine Vorstands-Sitzung.

In einer ersten Anfrage von Sky dementiert die Vereinsführung des SKN die aufgekommenen Vorwürfe. Sky wird sich im Vorfeld der Begegnung des SKN St. Pölten und des SK Rapid Wien (live auf Sky Sport Austria HD) intensiv mit der Thematik beschäftigen.

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Beitragsbild: GEPA