DORTMUND, GERMANY - DECEMBER 17: Marcel Sabitzer of RB Leipzig battles for possession with Julian Brandt of Borussia Dortmund during the Bundesliga match between Borussia Dortmund and RB Leipzig at Signal Iduna Park on December 17, 2019 in Dortmund, Germany. (Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

Bundesliga-Spitzenspiel BVB vs. Leipzig endet ohne Sieger

via Sky Sport Austria

Joker Patrik Schick hat RB Leipzig in einem spektakulären Hochgeschwindigkeitsgipfel bei Borussia Dortmund doch noch einen Punkt und die Tabellenführung gerettet. Der Tscheche traf am Ende eines nervenaufreibenden Schlagabtausches mit Zaubertoren und Geschenken letztlich nicht unverdient zum Endstand von 3:3 (0:2).

RB hat damit beste Karten auf die Herbstmeisterschaft, der BVB bewies, dass im Titelrennen mit ihm weiterhin zu rechnen ist. Julian Weigl (23.) schoss die 45 Minuten lang entfesselt aufspielenden Dortmunder in Führung, RB-Torhüter Peter Gulacsi half dabei allerdings kräftig mit. Julian Brandt (34.) tanzte danach sensationell zum 2:0, Timo Werner (47./53.) aber brachte die Leipziger nach schlimmen Fehlern von BVB-Keeper Roman Bürki und Brandt zurück ins Spiel. Der Nationalstürmer ist der erste Deutsche mit 18 Toren in 16 Spielen seit Gerd Müller 1977.

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Jadon Sancho (56.) erzielte das Dortmunder 3:2 in einem packenden Fight. Dem eingewechselten Schick (78.) gelang der erneute Ausgleich.

Beide Mannschaften brachten bei ihrem “Sechs-Punkte-Spiel” (Julian Nagelsmann) so ziemlich alles auf den Rasen, was sie an Offensivkraft zu bieten haben. Der bewährte BVB-Dreiersturm aus Kapitän Marco Reus, Sancho und Thorgan Hazard lauerte, Leipzig verließ sich auf den besten Angriff der Liga mit Werner, Emil Forsberg und Yussuf Poulsen.

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Wer Titelreife besitzt und wer nicht – das sollte dieses Spiel aufdecken. Die Ansätze waren unterschiedlich: Die Leipziger versuchten es nach sechs Liga-Siegen in Serie mit ruhigem Aufbau und Ballbesitz, Dortmund setzte auf das Konterspiel und seine pfeilschnellen Offensivspieler, die in den Umschaltmomenten sofort durchstarteten.

Torchancen allerdings entstanden nicht aus der Hochgeschwindigkeit, sondern aus Standards. Mats Hummels, der als zentraler Mann der Dreier-Abwehrkette viele lange Pässe schlug, war erster Abnehmer bei Dortmunder Eckbällen und direkt zweimal sehr gefährlich (3./15.). Über die Außenspieler entging der BVB zudem dem Pressing. Die Leipziger Bemühungen endeten lange spätestens am BVB-Strafraum.

Das 1:0 ließ das ausverkaufte Stadion erbeben. Weigls Aufsetzer von halblinks versprang tückisch, Gulacsi trat sich den Ball bei seiner missglückten Abwehr selbst ins Tor. Leipzig war fortan verunsichert, bekam aber von BVB-Profi Brandt die erste Torchance aufgelegt: Poulsen schoss über das Tor (30.).

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Brandts folgender Geniestreich mit Drehung in der Annahme, Haken um Dayot Upamecano und unhaltbarem Linksschuss war für die Gäste ein Tiefschlag mit nachhaltiger Wirkung. Zehn Minuten lang gelang dem Tabellenführer nichts mehr, erst Poulsen und Werner rissen RB mit einer Doppelchance aus der Lethargie (45.+1).

In der Halbzeitpause regnete es Bindfäden, was möglicherweise das 2:1 begünstigte: Bürki wollte außerhalb seines Strafraums per Kopf klären, doch der Ball fiel dem verdutzten Werner vor die Füße. In der Folge wackelte der BVB, RB drängte auf den schnellen Ausgleich – und wieder unterlief Brandt ein folgenschwerer Fehlpass. Es stand 2:2.

Aber nur kurz, bis Sancho umgehend zurückschlug. Die 80.200 Zuschauer sahen ein Spektakel der Extraklasse mit Chancen auf beiden Seiten, der BVB hatte nach seinen wackligen Minuten nun wieder Vorteile.

(SID)

Artikelbild: GETTY Images