City-Betrug: Klubbosse machen Druck – Klopp bleibt „entspannt“
Die Skandal-Saga um Manchester City hält den Fußball weiter in Atem. Englische Klubbosse erhöhen den Druck, bevor am Freitag eine wichtige Frist abläuft.
Während Jürgen Klopp den Finanz-Doping-Skandal um den alten Rivalen Manchester City mittlerweile „ganz entspannt“ verfolgt und noch mit einem „ewig“ langen Verfahren rechnet, machen die Klubbosse aus der Premier League in der Betrugs-Saga gewaltig Druck. Das Strafmaß? Muss noch diese Saison kommen. Ein Zwangsabstieg? Wäre ihnen nicht genug.
„Ein Abstieg“ in die zweite englische Liga „für eine Saison wäre nicht ausreichend“, sagte ein namentlich nicht genannter Manager dem Guardian. Die Strafe für den Multi-Millionen-Betrug von City müsse schließlich „im Verhältnis zu den jahrelangen, systematischen und vorsätzlichen Regelverstößen“ stehen und „zugleich eine starke abschreckende Wirkung“ entfalten, „damit sich so etwas nicht wiederholt“.
City wird Berufung einlegen
Bis Freitag hat City noch Zeit, gegen den Schuldspruch der Liga Berufung einzulegen. Erst danach wird sich eine unabhängige Kommission mit dem Strafmaß für die nachgewiesenen Verstöße der Skyblues in den Jahren zwischen 2009 und 2018 beschäftigen. „Es liegt im Interesse aller, dass diese Angelegenheit so schnell wie möglich geklärt wird“, sagte ein Klubfunktionär, der ebenfalls anonym bleiben wollte, der BBC. Der Prozess müsste möglichst „komprimiert“ ablaufen und „sollte“ bis zum Saisonende abgeschlossen sein, forderte ein anderer.
Denn: Schon jetzt ist der Skandal für die schöne Glamour-Welt der Premier League ein großer Imageschaden. Die Saison würde endgültig zur Farce verkommen, sollten Erling Haaland und Co. den Titel holen – um ihn ein paar Tage später am Grünen Tisch wieder zu verlieren. Ein solches Szenario gilt es mit der schnellen Verkündung eines Strafmaßes zu verhindern. Das Spektrum für mögliche Sanktionen ist groß und reicht von einer Geldstrafe, Transfersperren, Punktabzügen bis zum Ausschluss aus der Premier League.
Klopp glaubt an langes Verfahren
Vor mittlerweile fast acht Jahren wurde das Verfahren gegen City eröffnet, und Klopp kann nicht an ein schnelles Ende glauben. Der ehemalige Trainer des FC Liverpool hofft im Zuge des Skandals auch gar nicht mehr auf nachträgliche Titel. „Es ist nicht so, dass ich das bräuchte, dass ich dann ein paar Mal mehr englischer Meister war“, sagte der DFB-Teamchef vor dem Nations-League-Duell mit Serbien: „Ich bin mit dem, was da passiert ist, was wir erreicht haben, komplett fein.“
Auf der Insel kochen die Emotionen bei dem Thema hingegen weiter über. Der ehemalige Liverpool-Profi Jamie Carragher forderte ebenso wie Manchester-United-Ikone Gary Neville, dass sich Scheich Mansour Bin Zayid Al Nahyan von der Spitze bei City zurückziehen müsse. „Der Klub kann sich von der Schande seiner Schuld erst dann erholen, wenn die Verantwortlichen erkennen, dass sie ihre Pflicht verletzt haben – und den Klub verkaufen“, schrieb Carragher im Telegraph. Und Neville meinte: „Die größte Konsequenz wäre, den Eigentümern den Klub zu entziehen.“
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