„Cleverer sein“: Laimer mit Kritik an Bayern-Fehlern
Lange Gesichter hat der Champions-League-Dienstag bei den Spielern des FC Bayern München, von Manchester United und Inter Mailand gezeitigt. Der Bayern-Frust war nach dem 3:3 bei Viking Stavanger groß. „Jeder muss in der einen oder anderen Situation einfach wieder ein bisschen cleverer sein“, forderte ÖFB-Teamspieler Konrad Laimer. Bei United kritisierte der argentinische Ex-Weltmeister Lisandro Martinez nach dem 0:2 bei Atletico Madrid gar die Vereinsführung.
Bei den Münchnern ärgerte man sich über einen verschenkten Sieg in Norwegen. Erst hatten sich die Bayern durch ein erneutes frühes Gegentor wieder in Rückstand, dann durch den Platzverweis von Michael Olise um den Lohn der Aufholjagd gebracht. „Die Rote Karte ist überblöd“, sagte Trainer Vincent Kompany. Beim Stand von 3:2 für den deutschen Rekordmeister ließ sich Olise provozieren und warf seinem Gegenspieler den Ball gegen den Kopf. Dafür gab es die Gelb-Rote Karte. Kompany thematisierte das gleich nach dem Spiel. „Die ganze Mannschaft weiß es, Michael weiß es auch, und dann muss es direkt angesprochen werden“, sagte der 40-Jährige.
Kompany nach Remis gegen Viking: „War unsere eigene Schuld“
Laimer über erstes Gegentor verärgert: „Ist einfach dumm“
Wie beim schnellsten Bundesliga-Tor nach 8,4 Sekunden in Augsburg am Wochenende kassierten die Münchner auch diesmal früh einen Gegentreffer. Gianni Stensness jubelte vor 15.466 Zuschauern nach 71 Sekunden über die Führung für den norwegischen Underdog. „Das ist einfach dumm. Das kann und darf uns nicht passieren. Auch das 2:0, wie wir es kassieren, darf nicht passieren. Dass du durch einen einzigen Pass über 60 Meter ausgekontert wirst. Schlussendlich reagieren wir gut, spielen eine gute zweite Halbzeit und haben das Spiel unter Kontrolle. Dann lassen wir uns in dieser Aktion provozieren und bekommen Gelb-Rot, was uns in der Situation natürlich nicht hilft“, sprach Laimer Klartext.
Kompany stimmte Laimer zu. „In wichtigen Momenten haben wir einfach zu große Fehler gemacht und dann auch zugelassen, dass der Gegner heute einen besonderen Abend erlebt.“ Nach zwei Spielen haben die Münchner vier Punkte auf dem Konto. Wie in der deutschen Bundesliga, in der sie Rang drei belegen, ist das zu wenig für die hohen Ansprüche. „Man muss schon anerkennen, dass momentan ein bisschen was fehlt“, sagte Kapitän Joshua Kimmich.
United-Star schießt gegen Clubbosse
Bei Manchester United lagen indes nach der Auswärtspleite in Madrid die Nerven blank. „Ich muss mich sehr zusammenreißen. Aber manchmal ist es ein Spiegelbild davon, wie unser Club im Moment dasteht“, sagte Abwehrspieler Martinez. „Wir hatten letzte Saison eine fantastische Spielzeit. Und jetzt erwarten wir mehr von der Spitze, von oben, dass mehr Spieler geholt werden, um konkurrenzfähig zu sein, denn viele Teams holen ebenfalls viele Spieler“, erklärte er.
Auf die Frage, ob er damit sagen wolle, dass United keinen Kader von Champions-League-Niveau habe, antwortete Martinez: „Ehrlich gesagt erwarte ich mehr“, sagte der 28-Jährige und fügte an: „Ich erwarte mehr von unserem Sportdirektor.“ Der Sportdirektor heißt Jason Wilcox. Unter dem 55-Jährigen gab der Club im Sommer immerhin mehr als 170 Millionen Euro aus. Aus Sicht von Martinez offenbar nicht genug.
HIGHLIGHTS | Atletico Madrid – Manchester United | 2. Spieltag
Tresoldi avanciert im San Siro zum Brügge-Matchwinner
Drei Punkte aus dem San Siro entführte unterdessen Club Brügge durch einen 4:3-Erfolg bei Inter Mailand. Matchwinner war mit drei Toren der Deutsch-Italiener Nicolo Tresoldi. „Für mich als Milan-Fan war es ein kleines Derby. Es war eine verrückte und unbeschreibliche Nacht. Von einem solchen Abend habe ich geträumt“, erzählte der deutsche U21-Nationalstürmer, um den zwei Verbände kämpfen.
„Tresoldi, was für eine Nacht“, schrieb die „Gazzetta dello Sport“ und hofft, dass der Youngster bald das Trikot der „Squadra Azzurra“ trägt: „Momentan steht es 50:50. Auf der einen Seite Italien, die Heimat des Vaters, auf der anderen Seite Deutschland, das ihn nie im Stich gelassen hat. Nach einer solchen Nacht besteht die Hoffnung, dass sich der Wind uns zuwendet.“ Sowohl der deutsche Bundestrainer Jürgen Klopp als auch Italiens Nationalcoach Roberto Mancini haben bei Tresoldi bereits angefragt. Der Youngster will aber seine Zeit mit der deutschen U21 zu Ende bringen und die EM im kommenden Sommer spielen, ehe er eine endgültige Entscheidung trifft.
