Coach Lijnders erlebt mit Salzburg ersten Durchhänger
Er hatte schon vor Saisonbeginn davor gewarnt, nach dem mageren 0:0 bei der WSG Tirol am Sonntag ist er da. Neo-Coach Pepijn Lijnders erlebt mit seinen Salzburgern den ersten kleinen Durchhänger. Für den Niederländer war aber auch das vierte Pflichtspiel ohne Sieg in Folge kein Grund, Trübsal zu blasen. „Wir müssen lernen, wachsen und den nächsten Schritt machen“, betonte der 41-Jährige. Sein WSG-Pendant Philipp Semlic durfte hingegen eine „bravouröse Teamleistung“ bejubeln.
Salzburgs letztes volles Erfolgserlebnis datiert vom 21. August, es war das 2:0 im Hinspiel bei Dynamo Kiew. Seitdem gab es ein Heim-1:1 gegen die Ukrainer, das freilich das Ticket für die Champions League brachte, das 2:3 gegen Rapid sowie die 0:3-Abfuhr bei Sparta. Und ähnlich wie in Prag hatte Salzburg in Innsbruck Mühe, den kompakten, lauffreudigen und disziplinierten Gegner zu bespielen. Zum Glück für die Lijnders-Elf besitzt die WSG nicht die offensiven Qualitäten Spartas.
So blieben die beständigen Nadelstiche der Hausherren folgenlos. Ein Sieg wäre für Semlic freilich „zu viel des Guten gewesen“. Salzburg seinerseits haderte mit der Unfähigkeit, aus dem klaren Ballbesitzvorteil mehr zu machen. „Rein taktisch waren unser hohes und unser Mittelfeldpressing gut. Unser Problem war, dass wir mit Ball zu tief gestanden sind, deshalb konnten wir die WSG nicht vor genug Probleme stellen“, konstatierte Lijnders.
Lijnders nach Remis in Tirol: „Wir bauen noch auf“
Mittelstürmer Karim Konate kam bei seinem Startelfcomeback selten zur Geltung, offensiv konnte über die gesamte Spielzeit einzig Oscar Gloukh überzeugen. Lijnders freute sich zumindest über die zweite Hälfte. „In den letzten 30 Minuten haben wir besser gespielt, wir haben eine Vielzahl an Chancen vorgefunden und hätten gewonnen, wenn wir über das gesamte Spiel hinweg so gespielt hätten“, betonte der langjährige Co-Trainer von Jürgen Klopp bei Liverpool.
Auf seine Truppe wartet am Mittwoch der Cup-Nachtrag bei der Wiener Viktoria, am Samstag das Heimspiel gegen die Wiener Austria und am Dienstag danach der CL-Heimauftakt gegen Stade Brest. Bange ist ihm deswegen nicht. „Wir haben das gewusst, und ich habe es öffentlich auch schon vor Saisonbeginn gesagt. Wir werden solche Phasen haben. Es ist ein junges Team voller Ehrgeiz und Leidenschaft. Nur wenn wir daraus lernen, kommen wir richtig durch diese Phase.“
Nach Verlustpunkten ist Salzburg, das zwei Partien weniger als Tabellenführer Rapid absolviert hat, immerhin Erster, Meister Sturm zeigte beim 0:3 gegen den WAC Verwundbarkeit. „Jeder denkt, die Meisterschaft wird leicht, schauen Sie sich alle anderen Ergebnisse an – es ist nicht so leicht“, gab Lijnders zu Protokoll. „Wir haben am Anfang der Saison Leistung gezeigt, uns für die Champions League qualifiziert. Es sind halt Phasen, wo es nicht so gut geht, man muss einfach die Spur wiederfinden“, fügte Außenverteidiger Amar Dedic hinzu.
Für die WSG gab es nach drei Liga-Niederlagen in Folge wieder ein Erfolgserlebnis. Semlic freute sich drei Wochen nach dem 2:4 gegen Sturm Graz über eine neuerlich gute Leistung, für die man sich diesmal auch belohnte. „Es war eine extrem disziplinierte und eine hochintensive Leistung gegen den Ball. Wir haben gesehen, dass wir in den Umschaltmomenten sogar Salzburg gefährlich werden können. Es ist schön für mich zu sehen, dass wir im Vergleich zum Sturm-Spiel einen Schritt weitergegangen sind.“
(APA)
Beitragsbild: GEPA
