Corona-Eklat in Russland: Rostov verliert mit Jugendteam 1:10

via Sky Sport Austria

Skurrile Partie in der russischen Premier Liga: FK Rostov muss trotz Team-Quarantäne antreten und lässt die eigene Jugendmannschaft ran. Das Ergebnis sind eine herbe Niederlage und viel Kritik am Verband.

Nach sechs positiven Corona-Testungen musste das Team von FK Rostov geschlossen in Quarantäne. Der Verband änderte jedoch nichts am Spielplan, so dass der Erstliga-Mannschaft nur zwei Optionen blieben: Das Spiel aufgeben und automatisch 0:3 verlieren – oder die eigene Jugend auflaufen lassen.

Führung und gehaltener Elfmeter reichen Rostov nicht

Für Letzteres entschied sich Rostov und ließ die zweite Mannschaft, überwiegend bestehend aus U20-Spielern, gegen FK Sochi ran. Die Teenies verloren wenig überraschend gegen den Konkurrenten. Es setzte eine herbe 1:10 Niederlage, trotz eines gehaltenen Elfmeters und der zwischenzeitlichen 1:0-Führung in der ersten Minute.

Der Älteste im Team war 19 Jahre alt, der Kader des Tabellenvierten bestand weiter aus zwei 16-Jährigen, zwölf 17-Jährigen und drei 18-Jährigen. “Wir waren nur im Bezug auf körperliche Merkmale schwächer als unsere Gegner”, sagte Roman Romanow (17), der für Rostov traf, bei Match TV.

Dass die Partie nicht verschoben wurde, stieß auf große Empörung in den russischen Medien sowie den sozialen Netzwerken. Wettbewerbsverzerrung und Benachteiligung von Rostov sind die Kritikpunkte, mit denen sich der Verband nun auseinandersetzen muss.

Rostov verpasst Chance auf die Königsklasse

Der Klub selbst hielt sich mit Vorwürfen bislang zurück. Auf der Homepage des Vereins lobte Präsident Artashes Arutyunyants lediglich die eingesetzten Youngster: “Unsere Jungs sind großartige Männer. Das ist alles, was jetzt zählt. Diese Jungs sind zukünftige Champions.”

Besondere Brisanz erhält das Ganze dadurch, dass der Tabellenvierte Rostov mit einem Sieg gute Chancen auf einen Platz für die Champions-League-Qualifikation gehabt hätte. Durch die Satte Niederlage gegen den Tabellenzwölften ist dieser Traum in weite Ferne gerückt.

(SkySport.de)

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