Crans-Abfahrt als Generalprobe im doppelten Sinn

Die Weltcup-Abfahrt der Männer in Crans-Montana am Sonntag fungiert gleichzeitig als Generalprobe für die Olympischen Spiele und die WM 2027 im Schweizer Ski-Ort. Allzu viel Aussagekraft wird das Rennen auf der mit zusätzlichen Sprüngen aufgepeppten Piste Nationale aber wohl für beides nicht haben. Denn einige Asse wie Vincent Kriechmayr sind gar nicht am Start, andere werden wenige Tage vor der Abreise zu den Winterspielen nach Bormio nicht volles Risiko nehmen.

Der im einzigen Training viertplatzierte Daniel Hemetsberger versprach aber, „all in“ gehen zu wollen. „Es ist ein Weltcup-Rennen, es wäre die falsche Herangehensweise, wenn man sagt, ich fahre larifari runter. Ich möchte es wie alle anderen Weltcuprennen in der Saison nach Möglichkeit gewinnen, deshalb werde ich dementsprechend angasen“, betonte der Oberösterreicher. Die Verhältnisse und das Wetter seien nach der Trainingsabsage am Vortag wegen Nebels perfekt gewesen, der Zeitplan mit der Besichtigung vor dem Trainingslauf noch in der Morgendämmerung hingegen überhaupt nicht nach seinem Geschmack.

Babinsky auf etwas verschärfter Strecke vorne dabei

Der ebenfalls für Olympia nominierte Stefan Babinsky fuhr im Training auf Platz acht, auch er will so kurz vor den Winterspielen keine Zurückhaltung walten lassen. „Ich bin voll motiviert. Natürlich ist nächste Woche ein ganz wichtiges Rennen, aber trotzdem ist der Fokus und die Konzentration auf dieses Rennen, weil ich einfach meine Leistung auf den Punkt bringen will“, sagte der im Kitzbühel-Super-G drittplatzierte Steirer. In der Kitz-Abfahrt hatte es für Österreich ja eine Pleite gesetzt.

Crans-Montana ist mit der Streif und auch der Olympia-Herausforderung auf der Stelvio aber ohnehin nicht zu vergleichen. „Es ist schon hoher Speed drinnen, aber die Strecke hat natürlich eine andere Charakteristik als Kitzbühel oder Bormio“, sagte ÖSV-Alpinchef Christian Mitter. Im Vergleich zum Vorjahr, als die Schweizer einen Dreifachsieg gefeiert hatten, wurden aber einige zusätzliche Sprünge eingebaut.

Eidgenossen wohl mit angezogener Handbremse

Die Schweizer Favoriten, die in der Vorsaison beim Heimrennen einen Dreifachsieg gefeiert hatten, hielten sich im Training offenbar zurück. Franjo von Allmen wurde 18., Marco Odermatt hatte als 29. bereits über zwei Sekunden Rückstand. Kitzbühel-Sieger Giovanni Franzoni überstand einen Schreckmoment und wurde 33. Der Italiener geriet im oberen Teil in einen Fangzaun, wie einst Bode Miller in Kitzbühel rettete er sich aber mit einem Ski am Sicherheitsnetz entlangfahrend artistisch. ÖSV-Spitzenmann Kriechmayr und auch Raphael Haaser lassen den WM-Testlauf am Schauplatz der Silvester-Brandkatastrophe aus. Sie trainieren stattdessen in Saalbach für die Olympia-Bewerbe. Das erste Training in Bormio steht bereits kommenden Mittwoch auf dem Programm.

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(APA) / Foto: GEPA