Cup-Finale in Wembley – Hasenhüttl will Liga-Serie ausbauen

Die beiden englischen Fußball-Schwergewichte Liverpool und Chelsea treffen am Sonntag im Endspiel des Liga-Cups aufeinander. Deren deutsche Übungsleiter erleben erfolgreiche Phasen ihrer Teams. Thomas Tuchels Chelsea hat vor kurzem die Club-WM gewonnen und siegte im Champions-League-Achtelfinal-Hinspiel gegen Lille mit 2:0, Jürgen Klopps „Reds“ befinden sich in der Premier League auf einer starken Aufholjagd auf Spitzenreiter Manchester City.

Das Duell der zwei Erfolgstrainer bestimmt derzeit die britischen Schlagzeilen. Klopp gab sich nach dem furiosen 6:0-Sieg gegen Leeds United zurückhaltend. Und das, obwohl seine Mannschaft seit Mittwoch wieder in Schlagdistanz zu Tabellenführer Manchester City ist. „Ganz ehrlich, wir jagen City nicht“, sagte Klopp. „Wir versuchen, Fußballspiele zu gewinnen.“ Das gelingt momentan gut. Der Kantersieg gegen Leeds war der neunte Pflichtspielsieg in Folge. Mit dem zehnten würde Klopp am Sonntag den ersten Titel der Saison holen

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Im Gegensatz zu Liverpool, wo es augenscheinlich harmonisch zugeht, knistert es bei Chelsea ein wenig hinter den Kulissen. Tuchels Verhältnis zu Rekordeinkauf Romelu Lukaku gilt seit einiger Zeit als angespannt. Beim 2:0 über Lille blieb der belgische Stürmer, der mit Tuchels Taktik fremdelt, auf der Bank. Stattdessen überzeugte der deutsche Nationalspieler Kai Havertz auf seiner Position und traf zur Führung.

Liga-Spitzenreiter ManCity gastiert schon am Samstag in der Liga bei Everton, der Drei-Punkte-Vorsprung auf Liverpool soll zumindest vorläufig wieder ausgebaut werden. Trainer Pep Guardiola hat aber nicht nur sportliche Sorgen. Sein ukrainischer Verteidiger Oleksandr Sintschenko sei von der Lage in seiner Heimat schwer betroffen, erklärte Guardiola am Freitag bei einer Pressekonferenz. „Das geht ihm natürlich nahe, natürlich hat er unsere Unterstützung“, erklärte der Spanier. „Unschuldige werden getötet, wie würden Sie sich fühlen?“ Er habe mit Sintschenko gesprochen. „Oleks ist ein unglaublich starker, wirklich großartiger Typ. Natürlich ist es nicht leicht für ihn, aber heute und gestern war er im Training brillant. Er ist bereit, wenn er spielen muss.“

Eriksen vor Debüt und Comeback

Southampton-Trainer Ralph Hasenhüttel ist in Englands höchster Spielklasse seit vier Matches ungeschlagen. Und dabei hatten seine „Saints“ nicht gerade eine leichtes Programm vor der Brust. Nach zwei 1:1-Unentschieden gegen die Manchester-Clubs City und United, einem Auswärtsdreier gegen Tottenham (3:2) und einem 2:0-Sieg über Everton geht es am Freitag gegen Schlusslicht Norwich City. Mit zwölf Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge befindet sich Southampton im gesicherten Tabellenmittelfeld.

Der dänische Mittelfeldspieler Christian Eriksen wird am Samstag im Heimspiel gegen Newcastle sein Debüt für Brentford geben und damit sein Comeback nach einem Herzstillstand im Juni vergangenen Jahres feiern, wie dessen Cheftrainer Thomas Frank mitteilte. Der 30-Jährige wechselte im Jänner als vertragsloser Spieler zum Aufsteiger, fast acht Monate, nachdem er bei der EM auf dem Spielfeld zusammengebrochen war und lebensrettend behandelt werden musste.

„Es ist ein großer Tag für uns alle, aber besonders für Christian und seine Familie“, erklärte Frank am Freitag gegenüber Reportern. Eriksens ehemaliger Verein Inter Mailand hatte seinen Vertrag im Dezember aufgelöst, da dieser wegen seines implantierten Kardioverter-Defibrillators nicht in der Serie A spielen darf.

(APA)/Bild: Imago