Das Formel 1 Power-Ranking 2018

via Sky Sport Austria

Die neue Formel 1 Saison steht vor der Tür – am Sonntag geht in Melbourne (Australien) der erste Saisonlauf über die Bühne. Wie jedes Jahr wird nach den Testfahrten in Barcelona gerätselt, wo die Teams mit ihren Boliden stehen. Wir haben uns dabei einmal einen Überblick verschafft:

Top-Gruppe (Mercesdes, Red Bull, Ferrari)

Ganz vorne wird ein Dreikampf erwartet: Mercedes, Red Bull Racing und Ferrari werden sich wohl die Siege untereinander ausfahren. Die Tests am Circuit de Catalunya lassen auf ein enges Rennen zwischen den drei Teams hoffen. Allerdings wird unter den Experten trotzdem Weltmeister Lewis Hamilton wieder an der Spitze erwartet. Vor allem in den Long-Runs sind die Silberpfeile bis zu drei Zehntel schneller als die Scuderia. Sowohl Hamilton als auch Sebastian Vettel wollen heuer ihren fünften WM-Titel holen und damit mit dem legendären Juan Manuel Fango gleichziehen.

Alles andere als weit zurück dürfte Red Bull liegen. Das österreichische Team wird knapp hinter Mercedes erwartet und sogar noch vor Ferrari. Die Chancen für Max Verstappen und Daniel Ricciardo stehen dem Vernehmen nach gar nicht so schlecht, die Mercedes-Dominanz der letzten Jahre zu brechen.

Nach den ersten freien Trainings in Melbourne dürften sich diese Vermutungen auch bewahrheiten. In FP2 konnte sich Max Verstappen nur 0,127 Sekunden hinter Lewis Hamilton auf dem zweiten Platz einordnen. Die beiden Ferraris waren hinter Valtteri Bottas auf den Plätzen vier und fünf zu finden.

Mittelfeld (Renault, Haas, Toro Rosso)

Das Mittelfeld in der Formel 1 könnte für einige Überraschungen sorgen. So sind die Teams vermutlich näher an der Spitze dran, als in den vergangenen Jahren. Am ehesten werden von Renault und Toro Rosso Überraschungen erwartet. Ebenfalls um Punkte kämpfen dürfte Haas F1, auch McLaren könnte in dieser Saison weiter vorne im Feld zu finden sein, dazu aber weiter unten mehr.

Die großen Fragezeichen (Williams, Force India, Sauber)

Nach den bisherigen Tests und Erkenntnissen stehen besonders über drei Teams einige Fragezeichen. Sauber möchte, nachdem man letzte Saison weit abgeschlagen auf dem letzten Rang lag, dieses Jahr mit dem Einstieg von Alfa Romeo wieder Anschluss an den Rest des Feldes finden. Vor allem Ferrari-Nachwuchsfahrer Charles Leclerc, der Marucs Ericsson an die Seite gestellt wurde, überzeugte auf ganzer Linie. Bei den Testfahrten konnten die Schweizer allerdings nicht gänzlich überzeugen. Auch die ersten beiden freien Trainings waren für die beiden Sauber mit den letzten Plätzen eher ernüchternd.

Die vielleicht gravierendsten Fragen stellt aber Williams. Mit den schlechtesten Rundenzeiten bei den Tests in Barcelona enttäuschten die Briten ihre Fans. Offen bleibt aber, ob die Performance auf das Auto oder doch eher die Fahrer zurückzuführen ist. Mit den beiden Jungspunden Lance Stroll (19 Jahre) und Sergey Sirotkin (22) weist Williams die unerfahrenste Fahrerpaarung des Feldes auf. Im ersten Abtasten in Australien lagen die beiden Williams auf den Plätzen 14 und 18, weit entfernt von den Punkterängen also.

Ebenfalls wenig überzeugend ist Force India von den Tests in Spanien abgereist. Mit über einer halben Sekunde Rückstand auf die nächst schnelleren Teams war auch die Vorstellung der pinken Arbeitsgeräte von Sergio Perez und Esteban Ocon eher enttäuschend. Wie sehr diese Ergebnisse auch auf die kommende Saison ummünzbar sind, zeigt sich dann spätestens am Sonntag. Mit den Plätzen 12 und 15 war auch das Resultat des zweiten freien Trainings in Melbourne wenig versprechend.

Last but not least: Wo steht McLaren?

Der Speed vom Team aus Woking scheint gar nicht so schlecht zu sein – das zeigt zumindest Platz zwei am letzten Testtag. Allerdings gibt es einmal mehr ein gravierendes Problem: Die Haltbarkeit. Am ersten Tag brach bei Fernando Alonso schon in Runde fünf die rechte Hinterradaufhängung. Und das Problem in diesem Jahr: Zwar gab es bei den Tests in Spanien wieder Probleme mit den Motoren, deren Ursache lag aber nicht beim neuen Lieferanten Renault, sondern an einem zu engen Chassis, welches für zu wenig Kühlung sorgen soll. McLaren selbst behauptete kurz vor dem ersten Grand Prix der Saison aber, alle Probleme lokalisiert und ausgemerzt zu haben.

Auch bei den Trainings-Sessions in Australien zeigten die Engländer auf. Mit den Plätzen acht und zehn machte McLaren einen deutlichen Schritt nach vorne, die Frage wird allerdings bleiben, ob man die Probleme mit der Haltbarkeit in den Griff bekommen hat.

Ganz genau ist also nicht zu sagen, wo die Briten stehen. Eines ist aber gewiss: Hat Fernando Alonso ein halbwegs konkurrenzfähiges Auto, kann der Spanier weit vorne im Klassement landen.

whatsapp-beitrag

Bilder: Gettyimages