Daten und Fakten zur Bundesliga-Herbstsaison

Die ADMIRAL Bundesliga geht in die Winterpause. Bevor der Ball am 10. Februar wieder rollt, blickt die APA – Austria Presse Agentur zum Jahresende mit diversen Daten und Fakten auf die Herbstsaison zurück.

Unspektakulär erfolgreich & Jugend vor

Das von Gerhard Struber versprochene Spektakel zeigten seine Salzburger im Herbst fast nie. 64, 54, 37, 37 und nun 34 lautet die Torausbeute nach 17 Runden im Laufe der Jahre. Mit 3.921 Stadionzuschauern verzeichnete der Serienmeister zuletzt gegen den WAC einen Negativrekord. Ergebnistechnisch ließen sich die Bullen aber nicht aus der Spur werfen, sie führen die Tabelle zwei Punkte vor Sturm Graz an und haben noch die Chance, international zu überwintern. Salzburg zum sechsten Mal in Folge und zum insgesamt zehnten Mal zum Jahreswechsel auf Platz eins – alle zehnmal folgte danach der Meistertitel.

RB Salzburg hat im August zweimal den Rekord für die jüngste Startelf der Bundesliga-Geschichte unterboten. Am 20. August schickte Trainer Gerhard Struber eine Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von 21 Jahren und 40 Tagen aufs Feld, sechs Tage später betrug der Altersschnitt 21 Jahre und 27 Tage. Die Jugend holte an den zwei Wochenenden auswärts sechs Punkte, einem 5:1 in Hartberg folgte ein 2:1 beim WAC.

Historisch schwach

Austria Lustenau holte im Herbst in neun Heimspielen nicht einen einzigen Punkt. Dazu gelang den Vorarlbergern als viertem Team der Bundesliga-Geschichte nach dem SC Neusiedl/See 1983, dem Salzburger AK 1985 und Vorwärts Steyr 1995 vor der Winterpause kein Sieg. Drei magere Zähler stehen zu Buche, der Rückstand auf den Vorletzten WSG Tirol beträgt bereits acht Punkte. Dazu wird seit Wochen vergeblich nach einem neuen Trainer gesucht. Bis Weihnachten soll der Retter gefunden sein.

Kleine Nummer(n)

Nach Jahren des Hochs kündigt sich für die Bundesliga ein Absturz in der UEFA-Fünfjahreswertung an. Punkte fehlen, die hauptsächlich das nunmehrige Champions-League-Team aus Salzburg jahrelang verlässlich in der Europa League holte. Der LASK und Sturm verpassten eine Etage darunter Höhenflüge, Rapid und Austria scheiterten an der Qualifikation für die Conference League. Im Jahresranking liegt Österreich nur auf dem 23. Platz – hinter Island und Aserbaidschan.

Violetter Rot-Flut

Gleich siebenmal mussten Akteure der Wiener Austria im Herbst auf Geheiß der Schiedsrichter unfreiwillig vom Feld. Marvin Martins sah zweimal glatt Rot, Lucas Galvao zweimal Gelb-Rot. Dazu wurde auch Matthias Braunöder einmal mit rein Rot des Platzes verwiesen, James Holland musste nach Gelb-Rot gehen. Die violette Ausschlussflut machte auch vor der Bank nicht halt: Austrias Co-Trainer Ahmet Koc wurde ebenfalls einmal mit Rot auf die Tribüne geschickt. Die meisten Kartons wurden gegen Luca Kronberger von der WSG Tirol und Mike Bähre von Altach gezückt. Je siebenmal sahen die beiden die Gelbe Karte.

Die Finanzlage

Die halbe Liga ist im Minus. Salzburg erwirtschaftete im letzten Geschäftsjahr mit 186,82 Mio Euro mehr als das Vierfache der härtesten (wirtschaftlichen) Verfolger Sturm Graz und Rapid, bewegte sich mit 32 Millionen Gewinn auch hier in einem eigenen Kosmos. Sturm Graz investierte nach Millionenverkäufen kräftig, übrig blieben zwei Millionen. Austria Lustenau, Altach, WAC und Rapid landeten dahinter. Negativ stach wieder die Austria hervor, deren Minus sich auf 6,85 Millionen Euro belief. Neben den Violetten gab es auch für den LASK (-3,74 Mio. Euro), Austria Klagenfurt (-1,92 Mio.) und Hartberg (-1,06 Mio.) Millionenverluste. Aufsteiger Blau-Weiß Linz und die WSG Tirol machten ebenfalls Verluste.

Kontinuität

Bestätigt hat sich der Trend, dass auf der Position des Trainers kein bedingungsloses „Hire and Fire“-Denken vorherrscht. Insgesamt nahmen seit Saisonbeginn wie im Vorjahr nur drei Vereine einen Trainerwechsel vor. Einen Tag vor dem ersten Spiel bewies Red Bull Salzburg Konsequenz und stellte Matthias Jaissle frei. Der Meister reagierte auf die offenbar schon fortgeschrittenen Verhandlungen des jungen Deutschen, der dem Ruf der Millionen aus Saudi-Arabien zu Al-Ahly folgte. Gerhard Struber übernahm. Im Herbst folgten zwei weitere Trainerwechsel. Am 13. November musste Markus Mader beim sieglosen Schlusslicht Austria Lustenau gehen, zwei Tage später trennte sich Rapid von Zoran Barisic und engagierte Robert Klauß.

Feuer und Flamme

Sturms Anhängerschaft schaffte es durch ein exzessives Feuerwerk im Cup-Finale gegen Rapid Ende April weltweit in die Socia-Media-Kanäle. Mitte September sorgten die Grazer Fans gegen Salzburg mit Raketen und Bengalischen Feuern für eine minutenlange Unterbrechung. Bei Rapid zelebrierten die „Ultras“ etwas mehr als eine Woche später ihr Bestehen dermaßen ausufernd, dass eine rund zehnminütige Pause folgte. Die Liga reagierte mit hohen Geldstrafen (100.000 bzw. 50.000 Euro), Rapid muss bei einem weiteren Vorfall einen Punkteabzug befürchten. Ein unliebsames Nachspiel hatte die Pyroshow im Cup-Heimspiel gegen Red Bull Salzburg auch für Austria Salzburg. Der Regionalligist wurde zu einer Strafzahlung von über 34.000 Euro verdonnert. Die Fans wollen für den Großteil des Betrags aufkommen.

LASK-Lebensversicherung

Robert Zulj ist das Um und Auf des LASK. In ihren jüngsten fünf Ligaspielen ohne den Offensivmann haben die Linzer saisonübergreifend nur einen einzigen Punkt geholt. Mit dem Kapitän an Bord dagegen lief es blendend. Im Herbst gelangen Zulj in 15 Partien sieben Tore und fünf Assists. Nur Sinan Karweina von Austria Klagenfurt hat mehr Scorerpunkte (acht Tore und sechs Vorlagen) vorzuweisen.

Wolfsbergs „Ba-Ba-Bo“

Das Lavanttaler Angriffstrio beschäftigte die gegnerischen Abwehrreihen zur Genüge. Thierno Ballo, Mohamed Bamba und Augustine Boakye trafen in Summe 16 Mal, wobei sie ihre Tore mit einer Quote von 5-6-5 fast brüderlich aufteilten. Dabei stand das französischsprachige Trio erst ab der 13. Runde immer von Start weg gemeinsam am Feld. Bei insgesamt 23 WAC-Toren haben Ballo, Bamba und Boakye eine Quote von fast 70 Prozent davon angeschrieben.

Lieblingsgegner

In den Duellen von Sturm Graz mit Austria Lustenau sind die Steirer eine Bank. Sturm hat seit Oktober 1997 alle 15 Begegnungen gewonnen, so eine lange Siegesserie im Aufeinandertreffen zweier Clubs gab es noch nie.

Defensive als Trumpf

In 68,6 Prozent der Spiele blieb eine Mannschaft ohne Tor. Einen so hohen Anteil an Zu-Null-Spielen gab es in einer gesamten Saison nur 1993/94 mit 72,8 Prozent. Zum Vergleich: In der deutschen Bundesliga liegt der Anteil bei 40,8 Prozent.

Serienkiller

Am 23. September beendete Blau-Weiß Linz mit einem 1:0-Auswärtssieg in Salzburg gleich drei Serien des Meisters: Die Roten Bullen mussten sich erstmals nach 45 Bundesliga-Heimspielen und insgesamt 37 BL-Spielen geschlagen geben und kassierten erstmals seit achteinhalb Jahren wieder eine Niederlage gegen einen Aufsteiger.

Treffsichere Legionäre

132 Tore und damit mehr als die Hälfte der 254 Treffer exklusive Eigentore (51,9 Prozent) gingen auf das Konto von ausländischen Spielern. Von den 34 Salzburger Toren hat nur zwei ein Österreicher (Samson Baidoo) erzielt. Den höchsten Anteil heimischer Torschützen hat der SK Rapid mit 79 Prozent (22 von 28 Treffer).

Erfolgreiches Pressing

Tabellenführer Salzburg und sein erster Verfolger Sturm weisen auch Höchstwerte im Pressing auf. Salzburg ließ nur 8,1 gegnerische Pässe außerhalb des eigenen Defensivdrittels zu, Sturm hatte 166 hohe Ballgewinne (40 m oder weniger vor dem gegnerischen Tor).

Effizienz

Dass Aufsteiger Blau-Weiß Linz mit 17 Punkten aus 17 Spielen überwintert, hat auch mit der Kaltblütigkeit vor dem Tor zu tun. Die Linzer verwerteten 50 Prozent ihrer Großchancen.

Zweikampfmonster

Der Wert von Strahinja Pavlovic für Tabellenführer Salzburg lässt sich auch an Statistiken ablesen. Der serbische Innenverteidiger gewann 68,8 Prozent seiner Zweikämpfe und 73,3 Prozent seiner Kopfbälle, jeweils klarer Bestwert in der Liga.

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(APA)

Beitragsbild: GEPA