De la Fuente sieht Spanien trotz Gala noch nicht am Zenit
Die spanischen Medien überschlugen sich in Lobeshymnen. Das souveräne 3:0 gegen Österreich ist laut Luis de la Fuente aber längst noch nicht alles gewesen, das seine Mannschaft bei dieser Fußball-WM zu bieten hat.
„Wir wollen mehr, wir wollen uns weiter verbessern“, betonte Spaniens Teamchef. „Dieses Team hat seinen Zenit noch nicht erreicht.“ Dabei diktierte der Europameister das Geschehen in Los Angeles fast nach Belieben – und ließ keine klare Torchance der ÖFB-Auswahl zu.
„Sie haben anderen Teams Probleme bereitet in den Spielen davor“, sagte De la Fuente über die Österreicher. Er sei zufrieden mit der Leistung. „Sie ist die Basis dafür, was als Nächstes kommt.“ Nämlich ein Duell mit dem Nachbarn Portugal am Montag (21.00 Uhr MESZ) in Dallas. „Die nächste Runde wird noch anspruchsvoller“, meinte De la Fuente. Es gebe immer Raum für Verbesserungen. „Es gab Situationen, in denen wir nicht hoch genug gepresst haben. Zufriedenheit kann tödlich sein.“
Tödlich war im Duell mit den Österreichern auch seine „falsche Neun“, Mikel Oyarzabal. Der 29-Jährige verdoppelte seine Ausbeute beim laufenden Turnier auf vier Tore in vier Partien. Schon im EM-Finale 2024 gegen England hatte Oyarzabal das entscheidende Tor erzielt. Dabei war er erst spät in seiner Karriere ins Sturmzentrum gewechselt. „Vom Fußball-IQ und von den Skills her ist er brutal, einer der Besten“, sagte der frühere Real-Sociedad-Legionär Dietmar Kühbauer einst über den Kapitän des Clubs aus San Sebastian.
Yamal nun „bei 100 Prozent“
Zum Spieler des Spiels wurde trotz Oyarzabals Doppelpack Fan-Liebling Lamine Yamal gewählt. Der 18-Jährige hat auch sein neuntes Endrunden-Spiel bei einer EM oder WM gewonnen. Bayern-München-Profi Konrad Laimer setzte dem Jungstar mit seiner physischen Spielweise mitunter zu, dieser war aber bis zur 85. Minute im Einsatz. „Ich bin jetzt bei 100 Prozent. Ich bin bereit, so viele Minuten zu spielen, wie der Trainer möchte“, betonte Yamal, den De la Fuente nach einer im April erlittenen Oberschenkelverletzung behutsam herangeführt hatte.
Für das Duell mit Portugal hoffen die Spanier auch auf das Comeback von Nico Williams, der gegen die Österreicher infolge einer im letzten Gruppenspiel gegen Uruguay (1:0) erlittenen Adduktorenblessur noch gefehlt hatte. Gemeinsam mit Yamal könnte der Athletic-Bilbao-Star ein gefährliches Flügel-Duo bilden. „La Roja“ hat Fahrt aufgenommen. „‚Showtime‘ in Los Angeles“, titelte die spanische Sportzeitung Marca. „Spanien erobert seinen Status als Titelanwärter zurück.“
