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Demichelis-Diskussionen! Was läuft da zwischen Leipzig und Nagelsmann?

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Wer bei RB Leipzig als Cheftrainer angestellt ist, weiß: Zeit, Geduld und Nachsicht muss man bei diesem ambitionierten Arbeitgeber nicht erwarten.

Von Tag eins an ist ordentlich Druck auf dem Kessel. Martin Demichelis hat es sogar ungleich schwerer als seine Vorgänger.

Der Argentinier folgte schließlich überraschend auf Ole Werner, mit dem die Sachsen souverän in die Champions League zurückkehrten und nur knapp die vereinsinterne Bundesliga-Rekordsaison verpassten. Werner musste gehen, weil vor allem das Global Team von Red Bull Soccer (damals noch angeführt von Jürgen Klopp) mehr Intensität, attraktiveren Fußball und unterm Strich reichlich Red-Bull-DNA einforderte. Man wollte prompt den nächsten Schritt gehen – eben ohne Werner, der wiederum mit einem pragmatischeren Ansatz für das Königsklassen-Comeback sorgte.

Kurz und knapp erzählt: Neben einigen Meinungsverschiedenheiten waren die Spielweise und der Weg zum Erfolg manchen Verantwortlichen nicht sexy genug. Werners Aus warf dennoch kein gutes Bild auf Leipzig und Hauptsponsor Red Bull. Demichelis sollte ab Sommer den Fußball verkörpern, den man in den Leipziger Hallen am Cottaweg extra auf Wände drucken ließ: „Intensity is our identity“.

Kein fairer Neustart unter Demichelis

Der ehemalige Bayern-Verteidiger konnte nichts für diese Begleitumstände, ergriff vielmehr die große Chance, in der Bundesliga als Cheftrainer arbeiten zu dürfen. Dass er aber dann in aller Regelmäßigkeit mit Werner (RB-Punkteschnitt: 1,95) oder anderen erfolgreicheren Leipziger Zeiten verglichen wird, war im Vorfeld klar. Ein fairer Neustart existierte unter diesen Bedingungen nie.

Während Demichelis gegen den Ball auf hohes, intensives Pressing setzen will – das bedingt klappt – entstehen im eigenen Ballbesitz häufig dicke Fragezeichen. Als faire Einordnung gehört dazu, dass neben dem Trainerteam auch der Kader auf der Zu- und Abgangsseite runderneuert wurde. Dass der 45-Jährige aber hauptsächlich nur Deutsch oder Spanisch spricht, hilft in der internationalen RB-Kabine nicht zwingend.

Nach sechs Pflichtspielen erlebte Demichelis bereits erste Achterbahnfahrten. Souveräne und hohe Siege gegen Trier (6:0/Pokal), Gladbach (3:0) und den HSV (5:0) wurden zwischendurch von Pleiten mit Totalausfall-Minuten abgegrätscht. Ein katastrophaler Auftritt in Bremen (1:3), chancenlos in Como (1:4) und bieder gegen Leverkusen (0:2). Nach diesem Start kommt man um erste Demichelis-Diskussionen nicht herum.

Guter Nagelsmann-Ruf im RB-Kosmos

Pikant: Mit Julian Nagelsmann ist der Fußballlehrer auf dem Trainermarkt verfügbar, der die Leipziger nicht nur ins Halbfinale der Champions League, sondern auch zur Vizemeisterschaft führte. Nagelsmann holte mit den Sachsen einst durchschnittlich 1,94 Punkte pro Partie (95 Spiele). Der eine oder andere Verantwortliche denkt bereits bzw. immer noch an den 39-Jährigen. Oliver Mintzlaff signalisierte damals wegen eines Mega-Ablösepakets der Bayern grünes Licht für einen Wechsel zum FCB. Mintzlaff, momentan Leipziger Aufsichtsratschef und Red Bull CEO, soll noch immer ein Befürworter Nagelsmanns sein. Der Ex-Bundestrainer genießt grundsätzlich noch einen guten Ruf im RB-Kosmos. Konkret ist bislang nichts.

Schließlich hat Demichelis zum Start in den „Oha-Oktober“ das Vertrauen der Bosse. Bis zum 31. Oktober warten sieben Pflichtspiele in drei Wettbewerben! Topspiel am Samstagabend gegen Frankfurt, Champions League gegen Eindhoven, Bundesliga bei den Bayern und anschließend Königsklasse im Bernabeu gegen Real. Danach folgen mit Elversberg, Essen (Pokal) und Schalke im Vergleich eher machbare Aufgaben. Der frühere Innenverteidiger steht unter strenger Beobachtung.

Klopps Red-Bull-Nachfolger Roger Schmidt (seit dem 1. Oktober im Amt) wirbt intern zunächst um Ruhe. Schmidt will Demichelis und dessen Ideen erst einmal genauer kennenlernen, um die Arbeit angemessen bewerten zu können. Sportgeschäftsführer Marcel Schäfer ist ohnehin für seine Sachlichkeit bekannt. Nach diesem Sommer-Restart soll eigentlich der sofortige Reset des Neuanfangs vermieden werden.

Dennoch gilt: Demichelis benötigt neben verbesserten Auftritten dringend Ergebnisse. Der „Oha-Oktober“ wird entscheidend für den Argentinier.

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