Demir, Fati, Pedri & Co.: Barca gerüstet für eine Zeit ohne Messi
Die Nachricht schlug am Donnerstagabend ein wie eine Bombe. Die Ära von Lionel Messi beim FC Barcelona ist zu Ende. Barca trifft der Abgang hart, aber dennoch könnte der Klub besser auf ein Leben ohne Messi vorbereitet sein, als man vermuten würde.
Sollte nicht noch ein kleines Wunder geschehen und Barca noch einen Weg finden, den Vertrag von Lionel Messi zu verlängern, wird der 5. August 2021 in die Geschichte des stolzen FC Barcelona eingehen. Die Katalanen, die für sich beanspruchen mes que un club – also mehr als ein Klub – zu sein, verlieren den besten Spieler ihrer Geschichte.
Laporta bleibt dem Vereinscredo treu – und muss Messi ziehen lassen
Letztlich entschied sich Präsident Joan Laporta, dem Credo des Vereins treu zu bleiben und stellte nicht einmal Messi über die Zukunft des Klubs. Dennoch schmerzt der Abgang der Ikone sehr, weil sie selbst verschuldet ist.
Zwar besteht noch eine minimale Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft mit dem sechsfachen Weltfußballer, aber Laporta machte auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz deutlich, dass für den Verein nun „eine neue Ära“ beginnt und verabschiedete Messi mit warmen Worten. „Leo hat hier Geschichte geschrieben, sein Vermächtnis ist riesig. Dies war die beste Ära in Barças Geschichte.“
Während sich Messi sich offenbar bereits wenige Stunden nach dem offiziell verkündeten Aus in Barcelona dazu entschieden hat, seine Karriere bei Paris St. Germain fortzusetzen, muss Barca-Coach Ronald Koeman nun tüfteln, wie der FC Barcelona ohne den Superstar aussehen könnte.
La Pulga ist zwar nicht der erste Superstar, der die Blaugrana verlässt – auch Ronaldo, Luis Figo, Ronaldinho, Neymar, Xavi oder Iniesta, um nur ein paar zu nennen – kehrten dem Klub irgendwann den Rücken.
Wenn man noch weiter zurückgeht, kann man auch Diego Armando Maradona und Johan Cruyff dazuzählen. Und doch hinterlässt Messi eine größere Lücke als all die genannten Spieler, da das Spiel der Katalanen seit über einem Jahrzehnt auf den kleinen Superdribbler zugeschnitten war.
Gerne war die Rede von der Messi-Dependencia, also der Abhängigkeit vom Superstar, denn wenn Messi einen durchwachsenen Tag erwischte, standen auch Barcas Siegchancen schlecht. Kein Wunder, wenn man sich vor Augen führt, dass Messi in 778 Partien für die Spanier schier unglaubliche 672 Tore erzielte und 305 weitere Treffer auflegte.
Messi hinterlässt ein großes sportliches Loch
Auch in der vergangenen Spielzeit war Messi – trotz des vermeintlich gehobenen Alters von 34 – immer noch Barcelonas bester Spieler. Am Ende wurde er mit 30 Toren zum fünften Mal in Folge – und zum achten Mal insgesamt – Torschützenkönig der La Liga. Für viele ist er der Topfavorit auf den Gewinn des Ballon d’Or im Dezember, es wäre sein siebter (!) Triumph.
Es ist also nicht wegzudiskutieren, dass Barcelona ohne Messi schlechter aufgestellt ist als mit dem Edeltechniker, aber dennoch könnte der (erzwungene) Abgang des Kapitäns auch eine Chance sein. Viele Spieler, die bisher im Schatten Messis standen, könnten sich nun beweisen, denn klar ist auch: An Qualität mangelt es der Offensive der Katalanen nicht.
Griezmann und Depay als Profiteure?
Ein Profiteur könnte einer sein, der eigentlich verkauft werden sollte, um das nötige Gehalt einzusparen, damit Messi bleiben kann: Antoine Griezmann. Der Franzose harmonierte zwar in der abgelaufenen Spielzeit etwas besser mit Messi und spielte insgesamt auch eine ordentliche Saison, aber so richtig passte das Zusammenspiel zwischen den Superstars nicht.
An seine teils überragenden Leistungen bei Atletico Madrid kam Griezmann nie heran, weil das Spiel einfach nicht auf ihn zugeschnitten war. Ohne den Argentinier könnte der Weltmeister nun in Koemans Gedankenspielen eine größere Rolle einnehmen.
