SALZBURG,AUSTRIA,03.MAY.18 - SOCCER - UEFA Europa League, semifinal, Red Bull Salzburg vs Olympique Marseille. Image shows the disappointment of Valon Berisha and head coach Marco Rose (RBS). Photo: GEPA pictures/ Mathias Mandl

Der ungekrönte Europacup-Abend der fassungslosen Salzburger

via Sky Sport Austria

Fassungslos haben die “Bullen” auf das Halbfinal-Aus in der Fußball-Europa-League reagiert. Der entscheidende Fehlpfiff hinterließ nach einer mitreißenden Vorstellung der Salzburger am Donnerstagabend leere Spieler und einen Trainer, der um Fassung bemüht war. “Das ist keine Tragödie. Es gibt größere Tragödien im Leben”, meinte Marco Rose nach einem 2:1-Sieg gegen Olympique Marseille.

Der Erfolg fühlte sich wie eine Niederlage an. “Wir haben sehr gut gespielt, es ist nicht einfach. Jetzt ist einfach alles scheiße”, formulierte es Stürmer Fredrik Gulbrandsen recht offenherzig. Sein Team hatte vor ausverkauftem Haus mit einer vor allem in der zweiten Hälfte äußerst intensiven Vorstellung das 0:2 aus dem Hinspiel wettgemacht, sich in die Verlängerung geschossen und schien dem Aufstieg nahe. Wäre nicht der Fehlpfiff von WM-Schiedsrichter Sergej Karasew gewesen, hätte es Österreichs Serienmeister wohl zumindest ins Elferschießen geschafft.

Caleta-Car: “Entscheidung war unglaublich”

“Den Nicht-Eckball hat wohl jeder im Stadion gesehen”, sagte Duje Caleta-Car angesichts Karasews Entscheidung, die schließlich zum folgenschweren Corner führte. “Die Entscheidung war unglaublich”, betonte der Innenverteidiger, der selbst das 3:0 “am Kopf” hatte. Doch Marseille-Goalie Yohann Pele zeigte in der 99. Minute eine Glanzparade. “Wir sind alle sehr traurig, das heute war unverdient. Wir haben über 120 Minuten eine großartige Leistung geboten. Ich glaube, wir können alle stolz sein”, meinte Caleta-Car.

Das bestätigte Rose. “Ich bin sehr stolz auf diese Mannschaft, sie hat einen außergewöhnlichen Charakter. Ich denke, sie hat den österreichischen Fußball großartig vertreten”, betonte der Deutsche, der in seiner ersten Saison als Profi-Chefcoach bisher eine beeindruckende Bilanz vorweisen kann. Der heimische Meistertitel ist seiner Truppe kaum mehr zu nehmen, am Mittwoch bestreitet man das Cupfinale gegen Sturm Graz. “Wir werden wieder aufstehen und möchten am Sonntag die Meisterschaft fixieren”, meinte Caleta-Car im Hinblick auf die Ligapartie gegen die Grazer. Ein Remis würde Salzburg reichen.

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Direkt nach dem Duell mit Marseille haderte man aber noch mit der Gegenwart. “Ich glaube, das war für niemanden ein Eckball”, erklärte Rose zur entscheidenden Szene. Auch er habe etwas gebraucht, um sich einigermaßen zu beruhigen. “Ich war natürlich kurz nach dem Spiel wütend”, bestätigte er, erzählte aber vom Gespräch mit einem deutschen Schiedsrichter-Beobachter wenig später. Von diesem habe er gehört, “dass sie (die Unparteiischen) in der Kabine sitzen und ziemlich fertig sind mit den Nerven. Dass sie wissen, dass sie da vielleicht nicht ganz richtig lagen. Dann zeigt das für mich menschliche Größe.”

Zu seiner Zukunft wollte sich Marco Rose naturgemäß nicht äußern, er und einige seiner Kicker werden bereits mit Auslandstransfers in Zusammenhang gebracht. Zumindest müsse man sich jedenfalls nicht um die Zukunft sorgen: “Wir haben gezeigt, dass wir ein Verein sind, wo es sich lohnt, hinzugehen.”

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Rose: “Wollen ausbilden, aber wollen auch erfolgreich sein”

Beitragsbild: GEPA

(APA)